Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Und sie kehrten niemals wieder

Info

OT: 
Und sie kehrten niemals wieder

Jahr: D 2013
R:
Günther, Helmut, Monika Brandl
B:
Günther Brandl
K:
Helmut Brandl
M:
Markus Pitzer
D:
Günther Brandl, Carolina Rath, Vlasto Peyritch, Timo Tirado

Quelle: DVD (Brandl Pictures). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Kansas, kurz nach dem Bürgerkrieg. Unter sengender Sonne erwacht ein Mann (Günther Brandl): Es ist heiß, doch die beiden Kollegen, die neben ihm liegen, sind kalt, und er selbst hält noch die Kanone in der Hand. In der Tasche seines Staubmantels ein Steckbrief, in seiner Birne totale Mattscheibe. Weder weiß er, wer er ist, noch, was passiert ist. Also macht sich der Namenlose auf, um seine Erinnerungen wieder aufzufrischen. Was er noch nicht ahnt: Sein Schicksal ist eng verknüpft mit zwei weiteren.
Da wäre erstmal der Ex-Sklave Samuel Kaita (Wayne Darrin). Kaita ist Marionette einer Clique aus Politik und Wirtschaft, die mit seiner Credibility versucht, ans Gouverneursamt zu kommen, um kräftig abzusahnen. Da aber Kaitas Wahlkampf stockt, will man ihn loswerden. Gleichzeitig erhofft man sich von einem publicityträchtigen Attentat die entscheidenden Prozente, um dennoch den Gouverneur stellen zu können.
Die dritte Lebenslinie, die sich mit der unseres Unbekannten kreuzt, ist die von Ava Conrad (Carolina Rath). Erst wurden Avas Liebhaber (Patrick Santy), einem Armee-Deserteur, die Lichter ausgeblasen. Später dann erwischte es den kleinen Sohn der Beiden bei einem unglücklichen Schusswechsel. Ava, die als Kopfgeldjägerin ihre Dollars verdient, sucht nun den Verursacher der Misere.

Zitate

Deputy: „Der Fuß ist schwarz wie die verdammte Nacht.“

Sheriff (Peter Eherer): „Der Fuß muss weg. Haben wir irgendwas da: Beil, Säge oder so was?“

Namenloser: „Ein Leben ist soviel wert, wie jemand zahlt, um es zu beenden.“

Die Kritik des Gunslingers:

Selten ist es mir so schwergefallen wie hier, ein Werk der Brandl-Geschwister zu bewerten. Es schlagen sozusagen zwei Herzen in meiner Brust. Auf der einen Seite ziehe ich tief meinen Hut vor dem Schaffen der bayerischen Indie-Filmer: Die Brandls sind im Amateurbereich tatsächlich auf höchstem Niveau unterwegs, und daher unterziehen wir ihre Filme auf dieser Seite ja immer wieder und gerne einer Würdigung. Auf der anderen Seite muss ich die Streifen immer auch als unbefangener Zuschauer und in diesem speziellen Fall als Italowestern-Fan werten.
„Und sie kehren niemals wieder“ beinhaltet schon ein gewaltiges Konvolut an Handlung, das sich auf stolzen 150 Minuten aufblättert. Eine epische Breite, die dem Film nicht gut tut, zumal die schauspielerischen Fähigkeiten der Akteure eine doch große Bandbreite aufweisen: Neben professionellen Leistungen, wie – natürlich – von Günther Brandl und auch Vlasto Peyritch stehen doch eher bemühte Darstellungen. Da wünschte ich mir einen beherzteren Schnitt und die Kraft, weglassen zu können.
Was ich hier aber vor allem vermisst habe, ist die von mir immer wieder gelobte Stärke der Brandls, ihre oft vielschichtigen und komplexen Geschichten einfangen zu können. Hier dagegen gerät über aller Ambition hin und wieder der rote Faden in Vergessenheit. Der Film verliert sich etwas in seinen unterschiedlichen Zeitebenen und Handlungssträngen, wirkt dadurch unübersichtlich und kriegt keinen Rhythmus. Dazu gibt es trotz der weitgehend passenden Ausstattung Stockfehler, die auf die Atmosphäre schlagen und umso ärgerlicher sind, da sie leicht zu vermeiden gewesen wären: eine Kopfgeldjägerin mit Perlenohrringen, ein deutscher Hochsitz am Bildrand oder moderne Jackets an einigen Herren müssen nicht sein. Und ein Pferdeschwanz gehört an ein Pferd, aber nicht an einen Männerkopf im Kansas des Jahres 1869.
Auf der anderen Seite gibt es jede Menge gut gemachte Szenen mit echtem Drama und guten Dialogen, der Tod des Kindes beispielsweise, die Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem fiesen Chamberlain (Vlasto Peyritch) und seinem schwächlichen Sohn Gabriel (Timo Tirado) oder das Attentat auf Kaita. Gelungen sind auch die Shootouts und Effekte: Hieran sowie an den Drehs in Andalusien, die dem Streifen wirklich zugute kamen, ist deutlich zu merken, dass diesmal so etwas wie ein Budget da war. Klasse gemacht ist auch das Ende, das der immer wieder zu bemerkenden Vorliebe der Brandls für Mystisches Tribut zollt. Passend ist der Score von Markus Pitzer. Der ist zwar bis auf vermutlich die Gitarre überwiegend elektronisch gehalten. Doch die imitierten Kirchenglocken, Chöre und Flötenpassagen entfalten ihre Wirkung.

Rating: wohlwollende $$$$- (von $$$$$ Fandollars)

Bodycount:

ca. 14 Gringos, 2 Frauen

Explizite Brutalitäten:

  • eine Fußamputation mit Gewehrkolben und Messer
  • einem Kleinkind platzt unter Beschuss die Rübe

Liebe:

Ava und Deserteur Joshua haben eine kurze Affäre: 1/10

Splatter:

3/10


 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien