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Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz, The

Info

OT: 
The Wild Bunch

Jahr: USA 1969
R, B: Sam Peckinpah
B: Walon Green
K: Lucien Ballard
M: Jerry Fielding
D: William Holden, Ernest Borgnine, Robert Ryan, Edmond O’Brien

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Es sollte ihr letzter, weil ertragreichster Coup sein, als Pike Bishop (William Holden) und seine Gang ein regionales Eisenbahnbüro hochnehmen. Das Ding jedoch ist eine Falle, denn die Gerüchte um einen dort zwischengelagerten Silbertransport hat die Bahn selbst gestreut, um Bishop anzulocken. Auf der Lauer liegen bereits Deke Thornton (Robert Ryan), Bishops ehemaliger Weggefährte, und ein Rudel räudiger Kopfgeldjäger. Die sollen im Bahnauftrag mit dem Lästling Bishop final aufräumen. Im Gegenzug winkt Thornton Amnestie.
So gibt’s für die Banditen statt Silber jede Menge Blei und eine wertlose Beute, bestehend aus ein paar Säcken mit stählernen Unterlegscheiben. Zwar halten sich die Verluste der Bishop-Gang dank des unprofessionellen Vorgehens des Kopfgeldjägergesindels in Grenzen. Aber die Stimmung ist nach Erreichen des Fluchtressorts Mexiko auf dem Nullpunkt, zumal kein Anschlussprojekt ansteht. Da fügt es sich gut, dass in Mexiko wieder mal *richtig!* Revolución ist: Rebellenführer Pancho Villa vs. das korrupte Huerta-Regime.
Wie’s der Zufall so will, lernen die Bishops General Mapache (Emilio Fernandez) kennen, einen lokalen Warlord, der ganz offiziell im Auftrag der Regierung mordet und plündert. Mapache wiederum braucht moderne Knarren, um dem wachsenden Druck der Rebellen standhalten zu können. So gewinnt er Bishop, für ihn einen Waffenzug der US-Armee klar zu machen.
Obwohl Thornton den Braten rechtzeitig riecht und sich mit seiner Mannschaft im Zug breit gemacht hat, gelingt der Coup. Bishops Männer ziehen Waffen und Munition ab und lassen nebenbei eine Kiste Gewehre den gegen Mapache kämpfenden Indios zukommen. Das schmeckt letzterem gar nicht, der durch Verrat davon Wind kriegt.

Zitate

Sykes (Edmond O’Brien): „Reingelegt haben Sie euch! Jetzt steht ihr da, als wenn euch einer ‘ne Blechbüchse an den Schwanz gebunden hätte. Was für ein ‘wilder‘ Haufen!“

Jess (Bill Hart): „Ich versteh‘ nicht, wie ich meine Stiefel verlieren konnte. Die waren immer so schwer anzuziehen.“

Bishop: „Thornton hat sein Ehrenwort gegeben!“ – Dutch (Ernest Borgnine): „Darauf kommt‘s nicht an. Es kommt darauf an, WEM du es gegeben hast.“

Die Kritik des Gunslingers:

Nach den Europäern verordneten auch die Amerikaner selbst dem Westerngenre eine härtere, ja, realistischere Gangart. An die Seite der aufrechten Westmänner vom Schlag eines John Wayne gesellten sich zunehmend auch moralisch verlotterte Gestalten, denen die tradierten Werte wenig, Dollars hingegen sehr viel bedeuteten.
Sam Peckinpah lässt beide aufeinander prallen. Einerseits haben wir Bishop und Teile seiner Gang sowie Thornton. Die Ereignisse haben sie zwar auf unterschiedliche Seiten der Theke gestellt, doch sie sind allesamt prinzipiell aufrechte, knorrige Kerle, ein wenig out of time, mit sowas wie einem Ehrenkodex. Der ist zwar kurz, aber immerhin vorhanden. Auf der anderen Seite steht der Rest: in erster Linie die ausschließlich ökonomisch denkenden Bahnrepräsentanten, die Bishop loswerden wollen, da er die Geschäfte stört, sowie Thorntons Schergen, bar jeden Anstands und Mitgefühls. An dieser Stelle großartig ist die Sequenz, in der sich Geier und Kopfgeldjäger nach dem großen Massaker zeitgleich um die Leichen balgen. Peckinpah lässt nach dem legendären finalen Abschlachten zwar noch einmal die alten Werte die Oberhand behalten, lässt aber auch keinen Zweifel, dass die neuen Zeiten nicht aufzuhalten sind.
Der Streifen verläuft fast wie eine langsame Sinusschwingung. deren Hochs die drei zentralen Actionszenen sind: Überfall auf das Bahnbüro, Ripp des Waffentransports und das Massacro grande. Dazwischen – und das sind die eigentlichen Nuklei des Streifens – gibt es viel Dialog, der oft um Freundschaft, Prinzipien, Melancholie kreist. Zudem veranschaulichen einige Rückblenden die Bios von Bishop und Thornton sowie die Beziehung zueinander. Die Actionszenen lassen dann wieder jeweils die Luft aus dem Sack. Hier tobt sich „Bloody Sam“ Peckinpah in bekannter Manier aus: Jede Menge Zeitlupen, auch von Kugeleinschlägen in Körper. So ein Massaker wie hier am Ende hatte es damals so noch nicht zu sehen gegeben. Kein Wunder, dass Tarantino auch diesen Streifen zu einer seiner Inspirationsquellen erklärte. Schaut euch beispielsweise „Kill Bill 1“ an, dann wisst ihr, was ich meine (wink).
Der Cast ist formidabel. Angeführt durch die Haudegen William Holden und Robert Ryan laufen jede Menge Charakterfressen auf. Ob Ernest Borgnine, Edmond O’Brien, Warren Oates und Ben Johnson oder Strother Martin und L.Q. Jones. Letztere Beiden ein bis zur Karikatur übles Paar von Kopfgeldjägern. Für Albert Dekker, in einer kurzen, aber schönen Rolle als Bahnrepräsentant zu sehen, wurde es der letzte Film: Er kam noch vor der Premiere wohl bei einem Freak-Accident ums Leben, mutmaßlich ein Sex-Unfall. Doch aufgeklärt wurde sein Tod nie.

Rating: $$$$$

Bodycount:

geschätzt über 200 Mexikaner und Gringos. Maschinengewehr und Handgranaten, you know

Explizite Brutalitäten:

Nachdem Mapache der Bishop-Gang wegen der fehlenden Waffenkiste drauf gekommen ist, nimmt Bishops Gefolgsmann Angel (Jaime Sanchez) die Strafe auf sich. Und die ist nicht von Pappe.

Liebe:

Bitte, was? Selbst Angels Freundin (Elsa Cardénas) schmeißt sich für ein bisschen Tand und Feuerwasser sofort dem Generalissimus an die ordensbesternte Uniformbrust: 0/10

Splatter:

4/10

 

 

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