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Yankee

Info

OT:
Yankee
AT:
El Yankee (SP)
Yankee, l'Americano (I)

Jahr: I/SP 1966
R: Tinto Brass
B: Tinto Brass, Alberto Silvestri, Giancarlo Fusco
K: Alfio Contini
M: Nini Rosso
D: Philippe Leroy, Adolfo Celi, Jacques Herlin, Tomas Torres, Paco Sanz

Quelle: DVD (Koch)

 

Inhalt

Ein namenloser Gringo (Philippe Leroy), Kopfgeldjäger von Profession, taucht auf der Suche nach einer Einnahmequelle in einem ebenso namenlosen Grenznest kurz hinter der mexikanischen Grenze auf. Die Gehenkten, die „Yankee“, bereits am Ortseingang entgegenbaumeln, sprechen eine klare Sprache: Hier hat „Der Große Concho“ (Adolfo Celi) die Hosen an und alle anderen dieselben voll. Concho und seine Gang haben es sich hier bequem gemacht und kassieren den kleinen Grenzverkehr ab. Und genau auf diese Ansammlung von Halsabschneidern hat’s der Gringo abgesehen, denn für das Zur-Strecke-Bringen der gesamten Truppe lässt Vater Staat ein stattliches Sümmchen an Kopfgeldern springen. Concho, der in einer alten Kirche residiert, die mit Ölschinken seiner selbst tapeziert ist und mal in einer Art „Pracht-Poncho“, dann wieder einer Fantasieuniform auftritt, passt das Auftauchen des Fremden gar nicht. Er plant nämlich gerade sein nächstes großes Bubenstück: das Abfangen eines wohlbestückten Geldtransports der amerikanischen Regierung. So versucht er, den lästigen Fremden, der bald schmerzhafte Lücken in die Gang reißt, möglichst rasch aus dem Verkehr zu ziehen. Doch das erweist sich als höchst schwierig, denn „Yankee“ hat nicht nur Spaß an seinem Job, sondern ist auch enorm flott mit dem Engelmacher und versiert in Sachen „Psychologische Kriegsführung“.

Zitate

Yankee:
„Für nichts gibt’s nichts. Das gehört zu meinen Prinzipien.“
„Ich seh` nur eins: Das Dorf ist arm, Concho ist reich. Ich hab` was übrig für reiche Leute.“
„Unter den Bildern deiner Leute steht immer eine Zahl. Die Gesichter sind hässlich, aber die Zahlen sind hübsch.“ (zu Concho)
„Als Barbier hast du ein paar Kunden verloren, aber dafür kannst du dich als Totengräber schadlos halten.“ (Damit überlässt „Yankee“ Consalvo (Paco Sanz), Friseur und Totengräber des Ortes, den finalen Leichenberg)

„Das Dorf ist wie ein Sieb: Wer ein paar Dollars hat, bleibt darin hängen.“ (Consalvo)

Concho: „Concho hat nur einen Kompagnon: den Großen Concho!“ – Yankee: „Sind zwei nicht zu viel für zwei Hoden?“

Die Kritik des Gunslingers:

Recht obskurer Western des späteren Erotikers Tinto Brass, den erst Koch wieder dankenswerterweise aus dem Staub des Vergessens gebuddelt hat. Um es gleich vorweg zu sagen: Der Streifen ist `ne Wucht. Das betrifft natürlich weniger die eher konventionelle Geschichte als vielmehr das Drumherum.
Zu allererst ist der Film klasse fotografiert mit einer extrem beweglichen Kameraführung, die sich und uns neben den genretypischen Closeups allerhand schöne Schrägperspektiven gönnt. Ihr zu spielen Ausleuchtung und Farbgebung: So sind beispielsweise Einstellungen aus Sicht des kopfüber hängenden, gekreuzigten Yankee komplett rot eingefärbt. Dazu kommt noch der von Tinto Brass als gelerntem Cutter höchst persönlich verantwortete, ungewöhnliche Schnitt mit seinen zum Teil stakkatohaften Bildfolgen.
Die Brutalitäten sind erfrischend und setzten Maßstäbe, wie beispielsweise das Kreuzigen oder auch der Balanceakt auf Schultern mit Strick um den Hals.
Besonders mit der Zeichnung des „Großen Concho“ hat sich das Skript nicht lumpen lassen. Aldolfo Celi spielt ihn klasse als halb verrückten Brutalo, der seinen Gästen Whisky in Kirchenkelchen serviert, sich von seiner Gespielin aus der Hand lesen lässt und auch die eigenen Leute gerne mit der Reitpeitsche züchtigt. Dagegen wirkt Philippe Leroy fast normal, sieht man mal von seinem riesigen Hut und der extreeeeem tiefhängenden Knarre ab. Alle Beteiligten haben sichtbar Spaß an der Gewalt, und leben diese auch hemmungslos aus. Dazu hält Tinto Brass für Voyeure ein wenig Futter bereit, angefangen vom schamlosen Blick auf das pralle Dekolletee einer Schankwirtin bis hin zur fast komplett entblößten Rosita, die „Yankee“ malerisch an einem Pfahl fixiert hat.
Der Score des Trompeters Nini Rosso ist gelungen: ein melancholisches Whistling-Hauptthema mit Trompete, das ab und an umgarnt wird von Gitarren, Streichern, Chören und einem Banjo.

Rating: $$$$$-

Bodycount:

ca. 27 Mexikaner, ca. 14 Gringos, 2 Frauen

Explizite Brutalitäten:

  • Ein Bandit schlägt einem kurz zuvor heimgegangenen Kumpel (Pasquale Basile) mit dem Colt die Goldzähne aus
  • Nachdem „Yankee“ das Dorf mit den Ölgemälden Conchos gepflastert hat, fackeln die Banditen in blinder Wut den halben Weiler ab: zahlreiche Kollateralschäden
  • „Yankee“ zerschießt einem Banditen die Hände, der gerade Steckbriefe von ihm klebt
  • Ein Bauer muss seine Frau, die einen Strick um den Hals trägt, auf Geheiß Conchos auf seinen Schultern balancieren
  • Die Mexikaner kreuzigen „Yankee“
  • Concho erschießt Rosita, nachdem er sie gezwungen hat, den gekreuzigten „Yankee“ zu küssen
  • Concho killt grundlos seinen Informanten, einen Bankangestellten

Liebe

Waaaas? 0/10

Splatter

3/10

 

 

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