Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Abenteuer in Rio

Info

OT: 
L'homme de Rio

AT:
L‘Uomo del Rio (I)

Jahr:
F/I 1964
R, B: Philippe de Broca
B: Jean-Paul Rappeneau, Ariane Mnouchkine, Daniel Boulanger
K: Edmond Sechan
M: Georges Delerue
D: Jean-Paul Belmondo, Françoise Dorleac, Jean Servais, Adolfo Celi

Quelle: TV (BR)

 

Inhalt

Eigentlich wollte Soldat Adrien (Jean-Paul Belmondo) in Paris nur acht anregende Urlaubstage mit seinem Gspusi Agnès Villermosa (Françoise Dorleac) verleben, gerät aber sofort in den schönsten Schlamassel. Der beginnt, als Unbekannte nachts zuvor einen südamerikanischen Tonfetisch aus dem Völkerkundemuseum von Professor Catalani (Jean Servais) klauen und dabei einen Wachmann umnieten.
Das Figürchen ist Teil eines Ensembles aus drei Statuetten, das drei Freunde einst von einer Dschungelexpediton mitbrachten. Neben Catalani waren das Agnès‘ Vater und der reiche Brasilianer Mario di Castro (Adolfo Celi). Inzwischen aber klebt Blut an den Figuren: Villermosa wurde ermordet, vorher hatte er seine Figur irgendwo im Garten seiner Butze in Rio de Janeiro vergraben können; die von Catalani verschwand halt aus dem Museum; und die dritte befindet sich nach wie vor im Besitz von di Castro.
Kaum ist Adrien also voller Vorfreude in Paris eingetroffen, entführen Finsterlinge Catalani und kurze Zeit später Agnès. Adrien heftet sich an die Hacken der Entführer und befindet sich kurze Zeit später mit geklauter Bordkarte an Bord eines Flugzeugs nach Rio. Angesichts der kommenden turbulenten Tage droht zudem, der Urlaub vom Barras etwas knapp zu werden.

Zitate

Die Zitatehoheit besitzt eindeutig Adrien:
Schnauz mich nicht so an. Wir sind doch nicht auf der Hochzeitsreise.“

„Ich habe mein Vaterland verraten, meine Familie verlassen, meine Freunde. Nur um zu sehen, wie eine Verrückte zu dieser Höllenmusik mit den Hüften wackelt.

„Ein Deserteur, der in einem gestohlenen Wagen mit einer Nervensäge durch eine Welt voller Wunder fährt, ist entweder verrückt oder blasiert.“

Die Kritik des Gunslingers:

Mit ihrer zweiten Zusammenarbeit liefert das Duo de Broca/Belmondo ein weitgehend rund geratenes Gesamtarrangement ab. Zwar ist der Streifen etwas lang geraten, doch gelingt es dem Plot nach einigen kleineren Durchhängern, immer wieder die Kurve zu kriegen. Insbesondere die Neckereien zwischen der extrem zickig aufspielenden Françoise Dorleac und Belmondo ufern mir persönlich phasenweise zu sehr aus. Gleiches gilt für Musik und Tanz, die der Streifen zwei, drei Mal ebenfalls ziemlich intensiv zelebriert.
Über die Gesamtlänge allerdings bekommt der Zuschauer das zu sehen, was angesichts der Besetzung zu erwarten ist. Das Buch ist natürlich kompletti auf Belmondo zugeschnitten, der richtig in die Vollen gehen darf: jede Menge Bodyaction, Verfolgungsjagden und an den Tag gelegte Schlitzohrigkeit, allerdings noch ohne die Sprüchefeuerwerke aus der Brunnemann/Brandt-Schmiede. Der Streifen stellt sozusagen die Blaupause dar für ähnlich gelagerte Abenteuer-Action-Komödien, die anschließend so eine Art Boom erlebten. Coole Hallodris gegen durchgeknallte Schurken mit Allmachtsfantasien, Faustgemüse frisch serviert an exotischen Orten.
Mit Brasilien als Hauptschauplatz schlägt der Streifen sozusagen mehrere Fliegen mit einer Klappe. Zum einen schwappte 1964 nach wie vor die Bossa-Nova-Welle durch Hipsterhausen. Letzteres schlägt sich auch nieder im Score von Georges Delerue, der neben Bossa auch kräftig Sambatrommeln serviert und die Ärsche rotieren lässt. Zweitens bietet Brasilien natürlich jede Menge fürs Auge. Ein gefundenes Fressen für die Kamera von Edmond Sechan: Copacabana, Rio in seinen vielen Facetten oder der sanft an Palmenstrände andümpelnde Atlantik bedienen Fernwehfantasien.
Ein besonderes Augenmerk verdienen die Sequenzen in Brasilia. Zwar war die Stadt 1960 offiziell als Hauptstadt eingeweiht worden und hatte damit Rio abgelöst. Aber nach wie vor waren weite Teile noch in der Bauphase. Das nutzt der Streifen nicht nur für eine kurze, waghalsige Verfolgungsjagd über eine Hochhausbaustelle, sondern wir bekommen auch eine Ahnung von der supermodernen Architektur. Seit rund 30 Jahren gehört Brasilia zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Rating: $$$$+

Splatter:

0/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien