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Abenteurer, Die

Info

OT: 
Les Aventuriers
AT:
I tre Avventurieri (I)

Jahr: F/I 1967
R:
Robert Enrico
B:
José Giovanni, Pierre Pellegri
K:
Jean Boffety
M:
François de Roubaix
D:
Lino Ventura, Alain Delon, Joanna Shimkus, Serge Reggiani

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Manu (Alain Delon) und Roland (Lino Ventura) sind dicke Kumpels: Manu beteiligt als Kunstflieger und Fluglehrer den Mechaniker und Erfinder Roland an seinen Honoraren. Dieser wiederum wartet sein Flugzeug und schwiemelt parallel an einem Rennwagen. Zu dem Duo stößt zufällig Laetitia (Joanna Shimkus), die sich als ambitionierte Schrottkünstlerin von Rolands Schrottplatz angezogen fühlt. Das Rad des Schicksals beginnt sich zu drehen, als Manu einem „Scherz“ wohlhabender Aeroclub-Mitglieder aufsitzt und daraufhin seine Lizenz verliert. Kurz darauf geht Rolands Renner und damit Lebenstraum in Flammen auf, und Laetitias erste Ausstellung wird von den Kritikern in der Luft zerrissen.
Zeit, sich umzuorientieren, zumal das Moos allmählich knapp wird. Zufällig hatte das Trio von einem veritablen Schatz – Diamanten und Gold im Wert von satten fünf Millionen Francs – erfahren, der in einem Flugzeugwrack vor der kongolesischen Küste liegen soll. Nachdem man die Geschichte erst für eine „Ente“ gehalten hatte, verscherbelt Roland nun Haus und Grund, schafft sich die nötige Ausrüstung an, und es geht ab in den Kongo zur Schatzsuche. Als sich ihnen der ehemalige Pilot (Serge Reggiani) der Unglücksmaschine, eine inzwischen gescheiterte Existenz, andient und tatsächlich den Weg zum Wrack weist, scheinen die kühnsten Träume Wirklichkeit geworden zu sein.
Aber so einfach geht’s natürlich nicht: Ehemalige Kongo-Söldner, die ebenfalls um das Schicksal des Flugzeugs wissen und scharf auf dessen Ladung sind, heften sich den Schatzsuchern an die Fersen. Und schon bald raucht’s in der guten Stube ...

Die Kritik des Gunslingers:

Tja, Leute, die Degustation dieses Streifens macht’s uns einmal mehr fast schon schmerzlich klar: Solche Filme werden heute eigentlich nicht mehr gedreht – Actioner, die sich Zeit lassen für die Exposition von Geschichte und Charakteren.
Während die glatten und zumeist profillosen Protagonisten heutiger Produktionen atemlos durch ein Effekte-Feuerwerk jagen, inhaltliche Leere mittels kräftiger Rechner-Unterstützung übertünchen, passiert hier in der ersten Hälfte des Streifens optisch sogar fast gar nichts. Ruhig breitet sich die Geschichte aus, stellt die Charaktere vor. Doch gerade das gibt den Blick frei auf die schicksalhafte Entwicklung, die die Protagonisten zwangsläufig in die zuerst gar nicht ins Auge gefasste Schatzsuche treiben. Erst, nachdem alle drei mit ihren primären Zukunftsvisionen – Flieger, Erfinder, Künstlerin - gescheitert sind, begibt man sich in den Kongo.
Dann startet das ganze Unternehmen eher wie ein munterer Tauchurlaub vor exotischer Kulisse, in dessen Verlauf fast nebensächlich nach dem Wrack gesucht wird. Das Auftauchen des Piloten und der Ex-Söldner legt den Hebel um: Der Streifen gewinnt nun auch an Tempo und an „externer“ Spannung, bis sich am Ende die Kontrahenten zum finalen Showdown in der grandiosen nordfranzösischen Seefestung Fort Boyard gegenüber stehen.
Schauspielerisch werfen sich hier vor allem Lino Ventura und ein extrem vital wirkender Alain Delon die Bälle zu, während Joanna Shimkus, die 1976 Sidney Poitier heiratete, und Serge Reggiani im Hintergrund bleiben, ohne allerdings abzustinken. Im Gegensatz zu vielen ihrer Gangsterstreifen und Thriller sind Delon und Ventura hier nicht das fleischgewordene „Cool“, sondern wirken bei aller Souveränität auch schon mal richtig gehend hilflos. Der Südafrikaner und Schurke vom Dienst Hans Meyer gibt wieder eine kleine, aber feine Kostprobe in Sachen Schweinosität ab.
Fazit: ein toller Streifen mit schönem Score, der sich in weiten Teilen durch ein gitarrenuntermaltes Whistling-Motiv tragen lässt. Ich vergebe hier die Höchstnote, einen generellen Sympathiepunkt eingerechnet für das Duo Delon/Ventura sowie das französische Kino per se und einen Abenteuerfilm von echtem Schrot und Korn.

Rating: $$$$$

Splatter:

1/10

 

 

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