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Acht Stunden Zeit

Info

OT:
Acht Stunden Zeit

Jahr: D 1965
R:
Paul May
B:
Gerda v. Uslar
K:
Hans Braun
M:
Rolf Wilhelm
D:
Heinz Bennent, Dagmar Altrichter, Karl Lange, Herbert Stass

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Für den so erfolgreichen wie skrupellosen Unternehmer Georges Rudel (Karl Lange) kommt’s knüppeldick. Er erfährt nicht nur, dass ihm seine Gattin Fabienne (Dagmar Altrichter) Hörner aufsetzt, sondern auch, dass ihm dank einer tödlichen Krankheit nur noch zwei Jahre bleiben. Angesichts dieser ungünstigen Gemengelage entschließt er sich, es nicht bei einer ordinären Scheidung von der Ehefrau bewenden zu lassen, sondern noch mal richtig das Alphamännchen rauszukehren.
Georges steckt Fabienne und ihren Liebhaber Serge (Heinz Bennent) also in eine üble Zwickmühle: Entweder sie bringen ihn um und erben sein gesamtes Vermögen, wobei der Mord als Selbstmord durchgehen wird, oder er macht sie so fertig, dass ihnen am Ende nichts mehr bleiben wird. Da sich Fabienne und Serge nicht zur Tat durchringen können, können sie nur abwarten, was sich Georges Feines ausgedacht hat.

Zitate:

Fabienne: „Es mag egoistisch klingen, aber ich möchte alles, und ich möchte es sofort.“

Die Kritik des Gunslingers:

Mann, ich kenne zwar die literarische Vorlage von Charles Maître nicht, doch enthält der Stoff viele Ingredenzien für ein wirklich packendes Drama. Dies gelingt Regisseur Paul May leider nur in der ersten Hälfte seines Kammerspiels. Hier baut sich eine eiskalte Atmosphäre auf, getragen durch das Aufeinandertreffen zweier egoistischer und gefühlsarmer Charaktere, Georges und Fabienne, die sich irgendwie verdient haben. Er hat sie aus Repräsentationsgründen geheiratet und leitet daraus Eigentumsrechte ab; sie dagegen hat die Ehe immer nur als materielle Absicherung betrachtet. Immerhin: Beide haben sich über ihre wahren Motive nie im Unklaren gelassen. Mittendrin steht nun der sympathische und emotionale Serge, dem erst allmählich klar wird, dass auch er für Fabienne nur Mittel zum Zweck ist. Als vierter im Bunde kommt später Georges’ jüngerer Bruder Robert (Herbert Stass) ins Spiel: Auch er dank Georges inzwischen ein moralisch desolater, fatalistischer Charakter, den seine Gier zum Werkzeug in der Hand des Älteren werden lässt.
Eigentlich eine Menge Material, um mit den vorhandenen guten Darstellern ein frostiges Melodram bester französischer Schule zu kreieren. Die Musik von Rolf Wilhelm rollt hierfür schon mal den richtigen Teppich aus: Bass, Schlagzeug, Piano und Stopftrompete weisen klar in Richtung eisgekühlter Franzosen-Klassiker beispielsweise eines Louis Malle. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Figuren aneinander abarbeiten in der scheinbaren Ausweglosigkeit ihrer Situation. Stattdessen zeigt sich der Film in seiner zweiten Hälfte zunehmend daran interessiert, eine gemessen am Potenzial spannungsarme Krimihandlung zum Abschluss zu bringen.

Rating: $$$+

Splatter:

0/10

 

 

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