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Info

OT: 
Two-Lane Blacktop

Jahr: USA 1971
R: Monte Hellman
B: Rudolph Wurlitzer, Will Corry
K: Gregory Sandor
M: diverse
D: James Taylor, Dennis Wilson, Laurie Bird, Warren Oates

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Ein hochgezüchteter 55er Chevy ist unterwegs von West nach Ost, von Los Angeles ins Nirgendwo. Zwei Typen an Bord, der Fahrer (James Taylor) und sein Mechaniker (Dennis Wilson), auf der Suche nach Gegnern für spontane Straßenrennen, die zwischen 100 und 300 Schleifen in die Kasse spülen. Irgendwann gabeln sie ein Mädchen (Laurie Bird) auf, das sich während einer Rast in irgendeinem Diner kurzerhand in die Karre setzt und fortan mitfährt.
Auf ihrer ziellosen Tour durch die USA kreuzt immer wieder ein 70er Pontiac GTO ihren Weg. Dessen Fahrer (Warren Oates) schlägt irgendwann ein Langstreckenrennen vor. Die Jungs schlagen ein und geben den Einsatz vor: Wer zuerst Washington D.C. erreicht, soll den Wagen des Unterlegenen bekommen.

Zitate

Tankwart: „Was macht der denn Spitze?“ – Mechaniker: „Kommt drauf an, gegen wen.“

GTO: „Wenn ich’s wirklich wollte, sauge ich euch quer durch den Auspuff.“

GTO: „Hör mal zu, du vollgeschissener Strumpf: Die Bullen haben mir aus dem Auspuff gefressen.

Die Kritik des Gunslingers:

Monte Hellman, einer der Protagonisten des „New Cinema“, hatte vor „Asphaltrennen“ bereits zwei Western gedreht. Mit diesem Streifen blieb er seiner Richtung treu und legte ein ultra-lakonisches Roadmovie vor, dem weniger in den USA, denn in Europa Erfolg beschieden war, wie nahezu allen seiner Filme.
Der Streifen hat zwar einen roten Faden – das Unterwegssein – den er trotz seines Sujets – die Straßenrenn-Szene – bemerkenswert entschleunigt verfolgt. Der Weg ist eindeutig das Ziel. Die Protagonisten leben dabei eine Freiheit, die nicht wirklich existiert. GTO beispielsweise fährt durch die Gegend, sammelt zwanghaft Anhalter auf, denen er immer neue großspurige Räuberpistolen über sein angeblich so großartiges Leben auftischt. In Wirklichkeit fährt er davon vor Einsamkeit und einer aus den Fugen geratenen Existenz. Auch der Fahrer und sein Mechaniker sind zwanghaft in ihren Handlungen, dem ewig gleichen, ziellosen Rhythmus, geprägt vom Durch-die-Gegend-Cruisen und wechselnden Straßenrennen. Ankommen ist dagegen völlig bedeutungslos.
Zwischenmenschlich geht nicht viel: Gesprochen wird das Nötigste, und das dreht sich um Rennabsprachen oder verstopfte Vergaser. Fahrer und Mechaniker kommunizieren ansonsten fast ausschließlich über kultische Handlungen rund um den Chevy. Es sind also keine Dialoge, die das Ohr erreichen, sondern Geräusche: das Röhren der Motoren, das Geschirrklappern in den Diners. Es gibt durchaus Versuche einer Kontaktaufnahme, in deren Mittelpunkt zumeist das ebenso wortlos durchs Dasein treibende Mädchen steht. Mehr als eine schnelle Nummer ist allerdings nicht drin. Und auch die Konversation GTOs mit den Anhaltern erschöpft sich in einseitigen und langweiligen Prahlereien. Das eine Mal, in der GTO ernsthaft und ehrlich von seinen Problemen berichtet, bügelt ihn der Fahrer recht brüsk ab „Ich will davon nichts hören“. Ein weiteres Mal offenbart er dem Mädchen seine Zukunftspläne, doch sie schläft tief und fest auf dem Beifahrersitz. Bezeichnend ist auch die Tatsache, dass allein die Autos in diesem Streifen Namen haben.
Die Hauptrollen bekleiden zwei Musiker: James Taylor, der schon damals Kultstatus genoss, und Dennis Wilson, Drummer der Beach Boys. Und Beide machen ihre Sache großartig. Warren Oates ist ebenfalls klasse. Er hatte schon vorher mit Hellman zusammengearbeitet("Das Schießen", USA 1966) und sollte es noch zwei weitere Male tun: 1974 in „Cockfighter“ und 1978 in "China 9, Liberty 37". In Erstgenanntem spielte auch Laurie Bird mit, die sich 1979 umbrachte.

Rating: $$$$$

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