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Aufforderung zum Tanz

Info

OT: 
Aufforderung zum Tanz
AT:
Theo, der Zocker

Jahr: D 1977
R:
Peter F. Bringmann
B:
Matthias Seelig
K:
Axel Block
M:
Ingfried Hoffmann
D:
Marius Müller-Westernhagen, Guido Gagliardi, Riad Gholmié, Dan van Husen

Quelle: DVD (Pidax).

 

Inhalt

Herne ist nicht gerade das Pflaster, auf dem sich Träume verwirklichen, liebe Freunde. Und doch werkeln hier der smarte Theo (MMW) und sein Kumpel, der italienische Gastarbeiter Enno (Guido Gagliardi), an der Realisierung ihres ganz persönlichen Traums: eine eigene Spedition. Aber es fehlt noch einiges an Kapital, um den benötigten, gebrauchten LKW zu finanzieren.
Während Enno auf traditionelle Art, nämlich mit Maloche, seinen Anteil zusammenspart, versucht’s Theo auf die lässige Tour: Pferderennen, Poker, sogar nicht ganz astreine Geschäfte. Geht natürlich alles schief, und am Ende droht das ganze Projekt „Spedition“ zu scheitern, da Theo nahezu die gesamten Pennunzen versenkt. Pech: Die Beiden haben nur 14 Tage Zeit, um ihre laufenden Kredite und bereits getätigte Kaufverträge zu bedienen. Als ob dies noch nicht genug wäre, hat eine überregional operierende Betrügergang in dem so erfolglosen wie dickhosigen Glücksritter einen geeigneten Trottel entdeckt und ihn kräftig über den Leisten gezogen. Zu guter Letzt hängt Theo auch noch der gewalttätige Roma-Clan um den öligen Zaplata (Dan van Husen) am Hacken, die an den Gutsten noch ein paar Fragen haben wegen einer Schlägerei mit tödlichem Ausgang.
Irgendwann hat Theo die Schnauze voll und tritt zusammen mit Enno zum Gegenschlag an. Doch auch der droht wieder ins Leere zu gehen, bis das Glück zur Abwechslung endlich mal ein Auge zudrückt.

Zitate:

Theo:
„Keine Sorge. Habe die Sache im Griff.“

„Nun lass mich mal in Ruhe weiter arbeiten.“

„Wer zu schwache Nerven hat, sollte Tretroller fahren.“

„Ehrlichkeit? Damit kannste heutzutage noch nicht mal eine Klümpchenbude aufmachen.“ (gemeint ist eine Art Kiosk)

„Die Toten werden am Schluss gezählt.“


Maria (Elga Sortas): „Ich werd’ mich persönlich darum kümmern, dass dir mal anständig die Eier durchgeschüttelt werden.“

Die Kritik des Gunslingers:

In den späten 60ern hatte eine Phase begonnen, in der der deutsche Film nach dem Zweiten Weltkrieg auch das Lokale für die große Leinwand entdeckte. Jenseits von Heimatfilm traditioneller Schule, Sozialromantik oder „Lass-jucken-Kumpel“-Softsexklamauk. Die „Heimat“ entstieg dem reinen Kulissendasein und übernahm eine eigene Hauptrolle. Den Anfang machte eine ganze Reihe von mehr oder weniger gelungenen Kiez-Filmen. Später rückte dann auch das Ruhrgebiet in den Fokus junger Filmemacher wie Adolf Winkelmann oder eben Peter F. Bringmann.
Bringmann, dem drei Jahre später mit dem gleichen Team und „Theo gegen den Rest der Welt“ ein veritabler Kinohit glückte, erzählt hier die noch fürs Fernsehen produzierte Vorgeschichte zu „Theo“. Gedreht „on Location“, sprich Herne, Duisburg, Wanne-Eickel und Recklinghausen, versprüht „Aufforderung zum Tanz“ jede Menge Lokalkolorit vom Ruhrgebiet Ende der 70er-Jahre. Während Winkelmann sich gerne auf die Authentizität von Amateuren verließ, stützte sich Bringmann auf das Können und die Erfahrung gestandener Profis, ohne dabei Glaubwürdigkeit einzubüßen. Allen voran Westernhagen, der mir als Musiker nicht so viel sagt, als Schauspieler aber einfach klasse ist, und der coole Gagliardi als „Dreamteam“. In einer größeren Nebenrolle lässt Dan van Husen die Sau raus, der nach seinen Anfängen im Italowestern auch in heimischen Gefilden angekommen war. Kurz zu sehen sind auch Tana Schanzara, in ihrer Standard-Rolle als entschlossenes Ruhrgebietsoriginal, und Gudrun Landgrebe, die mit Westernhagen einmal über die Autositze kapriolen darf.
Der Score überzeugt als schmissiger, countryfizierter Mix, in dem neben der Country Harp, Slide-Gitarre und Fiddle den Ton angeben. Alles in allem eine straight inszenierte, schnelle Komödie, die immer noch Spaß macht.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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