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Bis dass das Geld euch scheidet

Info

OT: 
Bis dass das Geld euch scheidet

Jahr: D 1960
R: Alfred Vohrer
B: Heinz Oskar Wuttig
K: Kurt Hasse, Karl Löb
M: Herbert Trantow
D: Gert Fröbe, Luise Ullrich, Christiane Nielsen, Wolfgang Lukschy

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Das Ehepaar Grapsch hat nach dem Krieg gemeinsam ein florierendes Handwerksunternehmen aufgebaut und ist während des Wiederaufbaus ordentlich zu Geld gekommen. Doch nun hat Jupp (Gert Fröbe), Anfang 50, die Nase voll von Lisbeth (Luise Ullrich), seinem etwas biederen Ehegespons: Er nimmt sich mit der hübschen Nina eine mehr als 20 Jahre jüngere Geliebte (Christiane Nielsen), die sich von ihm aushalten lässt.
Doch Lisbeth will sich nicht so einfach abservieren lassen und widerspricht der eingereichten Scheidung. Jupp, der seine „Alte“ am liebsten heute als morgen loswerden will, heckt einen fiesen Plan aus, bei dem ihm der schmierige und skrupellose Privatdetektiv Grothe (Wolfgang Lukschy) zur Hand geht.

Zitate

Dr. Plauert (Leon Askin): „Ich habe keine Lust einen Fall zu verlieren, nur weil Ihr Zeuge krumme Beine hat.“ (Selbst Jupps Anwalt ist nicht wohl bei der Geschichte)

Grothe: „Kindchen, Sie sind bezaubernd gewachsen, aber mehr als drei Nerze können auch Sie nicht übereinander tragen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Alfred Vohrer ist hierzulande erst richtig bekannt geworden durch seine Edgar-Wallace-Verfilmungen. Doch schon vorher hatte er gezeigt, dass er ein Händchen hat für saftige Stoffe und ein Talent, diese publikumswirksam umzusetzen. Beispielhaft genannt seien hier seine Halbstarken-Filmen, die er ab Mitte der 1950er für seine Produktionsfirma Ultra abgedreht hatte.
Für Atze Brauners Alfa-Film, die er neben CCC hatte, drehte Vohrer dieses Drama einmal mehr nach einer Romanvorlage aus der Illustrierten „Quick“. Der Streifen ist klasse fotografiert und spiegelt Vohrers Vorliebe fürs amerikanische Genre-Kino. Close-Ups, ungewöhnliche Kameraperspektiven und nicht zuletzt das teilweise ausgeprägte Licht-Schattenspiel erinnern wahrscheinlich nicht von ungefähr an amerikanische Noirs. Zweiter großer Pluspunkt ist der bis in die Nebenrollen gut besetzte Cast: Allen voran Gerd Fröbe, der seinen Jupp Grapsch oberflächlich als Wirtschaftswunder-Karikatur in der Midlife-Crisis anlegt und dabei alle Tiefen seines Charakters auslotet. Doch auch die beiden Frauen, Luise Ullrich und Christiane Nielsen, sind klasse. Die Ullrich als duldsame Ehefrau, die am Ende doch die Konsequenzen aus dem Verhalten des Gatten ziehen muss, und Christiane Nielsen als erstaunlich moralisches Love-Interest.
Dem Film geht es nicht darum, Schuld zuzuweisen: Er präsentiert eine Bestandsaufnahme der bundesrepublikanischen Gesellschaft Ende der 50er-Jahre, geprägt vom Streben nach materiellen Werten: von der Kriegsgeneration, die in vollen Zügen ihren Nachholbedarf in Sachen Wohlstand auslebt über die Jungen, die nach oft entbehrungsreicher Kindheit ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, bis zu skrupellosen Haien, die Moral und Anstand über Bord geworfen haben und immer zurecht kommen.
Etwas schlaff ist die eingeklinkte Liebesgeschichte zwischen Heidi (Corny Collins), der erwachsenen Grapsch-Tochter, und ihrem adeligen Freund Poldi (Peter Parak), die von dem eigentlich harten Drama ablenkt. Am Ende versagt uns der Streifen allerdings ein Happy End, eher ungewöhnlich für das weichgespülte Mainstream-Kino jener Jahre.

Rating: $$$+

 

 

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