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Info

OT: 
Brennender Sand

Jahr: D/ISR 1960
R, B: Raphael Nussbaum
B: Peter Frei
K: Wolf Göthe, Ytzak Herbst
M: Siegfried Wegener
D: Daliah Lavi, Abraham „Mischa“ Eisenberg, Uri Zohar, Gert Günther Hoffmann

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Dina (Daliah Lavi) ist Tänzerin im „Artisten-Club“, einer Art Jugendtreff in der israelischen Provinz, träumt aber von einer Karriere in Paris. Dazu sollten ihr biblische Schriftrollen verhelfen, die sich der Legende nach in der nahen antiken Tempelstadt Citra befinden sollen. Das größte Problem dabei ist nur, dass Citra bereits auf jordanischem Gebiet liegt.
Dinas Freund Marco hatte zusammen mit drei Freunden trotzdem den Versuch gewagt. Von der Gruppe schafft es nur ein einziger nach Hause zurück, leider zusammengeschossen durch die israelische Grenzpolizei. Allerdings kann er Dina vor seinem Ableben im Spital noch verraten, dass Marco schwerverletzt in einer der Grabkammern von Citra liegt, sie aber die Rollen gefunden hätten.
Dina stellt in aller Eile eine vierköpfige Rettungsmannschaft zusammen, deren Teilnehmer sie mit höchst unterschiedlichen Ködern angelt. Den gierigen Zadek (Abraham Eisenberg), Manager des „Artisten-Clubs“, lockt sie mit dem zu erwartenden Profit aus den Schriftrollen; Professor Julius Rosen (Gert Günther Hoffmann) ist dabei wegen deren wissenschaftlichem Wert; Kibbuz-Aktivist und Ex-Fallschirmjäger David (Uri Zohar) will seinen Kumpel Marco retten, und den jungen Mike (Oded Kotler) reizen Abenteuer und Prestigegewinn.
Zwar kriegt die örtliche Polizei Wind von den Reisevorbereitungen, doch zu spät: Die so heterogen zusammengesetzte Gruppe kann rübermachen nach Jordanien mit dem Ziel Citra.

Zitate

David: „Wollen wir nicht versuchen, miteinander auszukommen? Wir haben schließlich alle das gleiche Ziel.“ – Zadek: „Sicher … das gleiche Ziel.“

Hanna (Gila Almagor): „Es gibt immer Ärger, wenn sie auftaucht.“ (Stutenbissigkeit. Nicht ganz grundlos (Zwinkern))

Dina: „Das wird ‘ne richtige Expedition. Nicht so ‘ne Spielerei wie andere.“

Zadek: „Ich hab‘ alles für dich getan, Dina. Jetzt bist du dran.“

Die Kritik des Gunslingers:

Kompetent gemachter Abenteuerstreifen, dessen Hauptmanko das etwas zu stark gedrosselte Tempo vor allem in der zweiten Hälfte ist. So sind zum Beispiel eine Bade- und Wüstentanzszene mit Daliah Lavi zwar nett anzusehen, aber völlig sinnfrei. Atmosphärisch ist der Film dagegen wohlgeraten. Gedreht wurde vor allem in der Region rund ums Tote Meer. Die Aufnahmen von Petra, hier als Citra bezeichnet, sind authentisch: Zu der Zeit herrschte zwar gerade mal wieder massiver Knies zwischen Israel und Jordanien. Dennoch erlaubten die Jordanier Nussbaum, in Petra zu filmen.
Mit diesem Streifen erhielt Daliah Lavi das erste Mal die Gelegenheit, eine Hauptrolle zu spielen. Und so ist Dina die einzige Figur, der das Buch ein wenig Aufmerksamkeit gönnt. Dina ist ein flatterhafter Vogel, egoistisch würde es dazu am ehesten treffen. Sie verlässt den Kibbuz und David, um in Tel Aviv zu studieren. Zu langweilig. Sie wird Tänzerin in einem Club. Öde, aber immerhin ein nettes Partyleben und eventuell Sprungbrett für Größeres. Ihre Mitmenschen manipuliert sie bedenkenlos, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei setzt sie sowohl ihre Reize ein, als auch ihre durchaus vorhandene Menschenkenntnis. Insofern ist sie eine klassische Femme fatale, der ihre Mitstreiter bis zum Schluss folgen, obwohl sie sie eigentlich durchschaut haben.
Der Rest der Gruppe verharrt im Schablonenhaften: der Schmierig-Gierige (Zadek), der gute, altruistische Held (David), der Ahnungslose (Mike) und der etwas weltfremde Eierkopp (Rosen). In einer Szene im „Artisten-Club“ sind auch Esther Zaied und Abraham Reichstadt zu sehen, die später als Abi und Esther Ofarim eine recht steile Sixties-Karriere hinlegen sollten. Es wird etwas zu viel gelabert, um ein wenig politisches Schönwetter zu machen. Dabei nimmt diese erste deutsch-israelische Koproduktion klar den Standpunkt Israels ein. Nicht nur in einigen Dialogsequenzen. Auch das Setting lässt da nix offen: diesseits der Grenze Struktur und militärisch gewährleistete Sicherheit; jenseits Anarchie mit marodierenden Beduinen, die nicht viel Federlesen machen.
Aber in der Endabrechnung habe ich mich gut unterhalten gefühlt, und Streifen mit Gert Günther Hoffmann haben bei mir sowieso einen Stein im Brett.

Rating: $$$+

Splatter:

1/10