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Dark Star - Finsterer Stern

Info

OT: 
Dark Star

Jahr: USA 1974
R, B, M:
John Carpenter
B:
Dan O’Bannon
K:
Douglas Knapp
D:
Brian Narelle, Dre Pahic, Cal Kuniholm, Dan O’Bannon

Quelle: DVD (Starlight)

 

Inhalt

Seit nunmehr 20 Jahren durchpflügt die „Dark Star“ den Weltenraum, um mit intelligenten Bomben „instabile“ Planeten zu zerstören, die nachfolgende Kolonistenschiffe von der Erde gefährden könnten. Im Lauf der Zeit ist das Schiff zu einem fliegenden Schrotthaufen verkommen, weite Teile durch Strahlenlecks schlichtweg unbrauchbar. Und dann sind auch noch sämtliche Klopapiervorräte vernichtet.
Nachdem Commander Powell (Joe Saunders) durch einen Kurzen das Zeitliche gesegnet hat und zum Erhalt der Hirnfunktionen schockgefrostet in die Tiefkühle umgezogen ist, führt nun Lieutenant Doolittle (Brian Narelle) Schiff und Besatzung, träumt aber eigentlich nur von einem gepflegten Surf an der Küste Malibus. Die Crew besteht aus Sergeant Talby (Dre Pahic), der sich aus dem Alltagsbetrieb nahezu komplett ausgeklinkt hat und seine Zeit überwiegend in der Beobachtungskuppel verdämmert; Sergeant Boiler (Cal Kuniholm) wiederum amüsiert sich mit einer Strahlenkanone, die er im Innern des Raumschiffs für Schießübungen nutzt; Sergeant Pinback (Dan O’Bannon) schließlich ist gar nicht Sergeant Pinback und muss sich unter anderem um den „Exoten“ kümmern, ein Alien, das wie ein großer Gummiwasserball mit Krallenfüßen aussieht, das Bordmaskottchen gibt und ziemlich auf Krawall gebürstet ist.
So steuert die „Dark Star“ mit ihrer kurz vorm Durchdrehen stehenden Hippie-Besatzung ihrer Katharsis entgegen. Und die ist dank eines infolge Asteroidensturms und unheilvollen Wirkens des „Exoten“ ausgefallenen Kommunikationslasers nahe.

Zitate:

Doolittle: „Ach ja, Lagerabteil 9 hat sich letzte Woche selbst zerstört und dabei den gesamten Schiffsvorrat an Toilettenpapier vernichtet.“ (Dieser Punkt wird leider nicht mehr aufgegriffen ;-))

Talby: „Ich glaube, wir sollten versuchen, die Störung zu lokalisieren. Vielleicht ist es etwas Wichtiges.“ – Doolittle: „Weißt du, ich wünsche, ich hätte mein Brett jetzt hier.

Boiler: „Hast du das nicht schon vor vier Jahren erzählt?“ – Doolittle: „Nein, ich glaube, das war vor vier Jahren.“ – B.: „Weißt du, ich bin mir sicher, dass es vor vier Jahren war.“ – D.: „Vielleicht.“

Boiler: „Wie heißt Talby eigentlich mit Vornamen?“ – Doolittle: „Wie heiße ICH mit Vornamen?“

Bombe Nr. 20: „Interessant. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, dieses Thema zu diskutieren.“ – Doolittle: „Warum HAST du nicht mehr Zeit??“ „Weil ich in 75 Sekunden explodieren muss.“

Die Kritik des Gunslingers:

Da schauen sich ein paar Filmstudenten Kubricks wenige Jahre zuvor erschienenen „2001“ an und sagen sich: Das können wir auch. Gesagt, getan: Die Kumpels John Carpenter und Dan O’Bannon realisierten zusammen mit Freunden eine erste Kurz-Fassung von „Dark Star“ als Abschlussfilm der Film-Uni. Gleichzeitig wollte ein gewisser Jack Harris, seit seiner Beteiligung am Porno-Klassiker „Deep Throat“ nur „Porno-Harris“ genannt, was für den eigenen „Rrrrespect“ tun. Harris sah den auf 16 mm-Material gedrehten Studentenfilm und beschloss, den Streifen ins Kino zu bringen. Dazu mussten die Macher noch Zusatzmaterial abdrehen, um den Film auf Länge zu bringen, was dank der frischen Kohle auch auf 35 mm möglich war. Soweit die Legende.
Was wir hier haben, ist ein trotz seiner Dialogarmut nachgeradezu philosophischer Low-Budget-SF-Streifen, der nicht nur besagten „2001“ oder auch Hitchcock zitiert, sondern Inspirationsquelle war für Nachfolger: So schrieb beispielsweise O’Bannon später das Drehbuch zu „Alien“, dessen Geschichte hier fast schon komplett enthalten ist ;-), und auch Effekte wie der Hyperraumsprung in „Star Wars“ wurden hier erstmalig gezeigt.
Das Gespann Carpenter/O’Bannon umgeht souverän die klassischen Debütanten-Klippen und machen aus der Not – kleines Budget, Laiendarsteller – durch Einfallsreichtum und kreative Kameraarbeit eine Tugend. So gelingt es ihnen beispielsweise, die eigenwillige Atmo fast ausschließlich durch Lichteffekte zu erzeugen. Und auch beispielsweise das Katz-und-Maus-Spiel von Pinback mit dem gummiballartigen Alien wirkt alles andere als lächerlich. Die Effekte sind selbstredend handgemacht, unterstützen aber in ihrem Minimalismus den Look und sind teilweise verblüffend überzeugend. Ebenso sehen die Billigkulissen - „Raumpatrouille“ lässt grüßen - mit Abstrichen richtig massiv aus.
Der Score besteht einmal aus dem von Carpenter/Taylor geschriebenen Country-Titelsong „Benson, Arizona", einer Prise Gitarren-Surf und einer Menge klassischer Carpenter-Düster-Elektrosounds. Groß auch Doolittles selbstgebastelte Konservendosen-Gläser-Orgel.

Rating: $$$$+ (Trash $$$$)

Splatter:

0/10

 

 

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