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Dotterbart

Info

OT: 
Yellowbeard
AT:

Kapitän Dotterbart
Monty Python auf hoher See

Jahr: GB/USA 1983
R: Mel Damski
B: Graham Chapman, Peter Cook, Bernard McKenna, David Sherlock
K: Gerry Fisher
M: John Morris
D: Graham Chapman, Martin Hewitt, Peter Boyle, Marty Feldman, Eric Idle, Cheech Marin, Tommy Chong, John Cleese, James Mason

Quelle: TV (Kabel1)

 

Inhalt

Seit über 20 Lenzen schmort der berühmt-berüchtigte Pirat Dotterbart (Graham Chapman) unter Folter und Entbehrung im Zuchthaus, und der Tag der Entlassung nähert sich für ihn. Noch bevor sich die Tore für ihn öffnen, bekommt Dotterbart überraschenden Besuch im Knast. Zuerst offenbart ihm sein Weib Betty (Madeline Kahn), dass sie ihm nach seiner Einbuchtung noch den Sohnematz Dan (Martin Hewitt) gebar, dann eröffnet Commander Clement (Eric Idle) dem Freibeuter, dass er zu weiteren 140 Jährchen verurteilt wurde - man hatte eigentlich nie vor ihn freizulassen und nahm im früheren Urteil an, dass er seine Strafe bis dato eh nicht überlebt hätte. Clements Offenbarung ist jedoch eine Finte: Dotterbart soll daraufhin fliehen und den Commander  auf die Spur des sagenumwobenen Goldschatzes führen.
Die Aussicht, keine Freude mehr an seinen Reichtümern zu haben, lässt dem Korsaren keine Ruhe, und er bricht tatsächlich aus dem Kittchen aus. Der erste Weg führt ihn gleich wieder zu Betty, die seine Schatzkarte aufbewahren sollte. Seine Frau war allerdings clever und hat die Karte aus Sicherheitsgründen vernichtet, nicht ohne aber eine Kopie auf Dans Fontanelle zu tätowieren. Der Spross verdingt sich derweil beim dauerbesoffenen Lord Lambourn (Peter Cook), der ihm über die Jahre zum Vaterersatz geworden ist, als Gärtner.
Ohne Schiff und Mannschaft ist Dotterbart auf Dans und Lambourns Hilfe angewiesen; gemeinsam mit Dr. Gilpin (Michael Hordern) reisen sie nach Portsmouth, um inkognito auf einem Kutter mit dem Ziel Jamaika anzuheuern. Doch nicht nur Clement hat sich inzwischen an Dotterbarts Fersen geheftet, sondern auch Mr. Moon (Peter Boyle), sein ehemaliger Bootsmann, der es ebenfalls auf den Schatz abgesehen hat. Moon verschafft Lambourn, Dan und Gilpin eine überraschende wie unfreiwillige Mitfahrt auf dem Schiff von Käpitan Hughes (James Mason), Dotterbart schleicht sich unerkannt mit an Bord. Und so zuckelt die ganze schatzgeile Mischpoke - mit Clement in sicherem Abstand folgend - gen Karibik. In die illustre Runde mischt sich vor Ort dann auch noch der Spanier El Nebuloso (Tommy Chong) und sein Gehilfe El Segundo (Cheech Marin), die in ihrem Revier keine fremden Umtriebe dulden...

Zitate

Dan: "Mein Gott, was ist denn das?" - Dotterbart: "Mein Salami-Messer, du Pfeifenwichs!" (Messer, Gabel, Schere, Licht... aufgepasst im Haushalt!)

Dan: "Halt ein Vati, er könnte uns sehr nützlich sein!" - Lambourn: "Ja, ich bin ein sehr guter Vortrinker. Ich bin für Schnaps ein Experte." (Lambourns Qualitäten sind lebensrettend)

Die Kritik des Sargnagels:

Die Monthy Pythons Chapman, Idle und Cleese treffen auf Cheech & Chong plus Marty Feldman - damit versammelt sich so ziemlich das Schrägste, was die Comedyszene in den 70ern dies- und jenseits des großen Teichs hervorgebracht hatte.
Der Clash of the Titans bei "Dotterbart" findet beim Rezensenten allerdings nur bedingt Anklang. Nach dem Ende der Pythons wollte Graham Chapman seine gemeinsam mit "The Who"-Drummer Keith Moon entwickelte Story auf die Leinwand bringen und versammelte alte Kollegen und Freunde zur großen Freibeuter-Sause (Moon sollte ursprünglich sogar den Dotterbart spielen, verstarb aber Jahre vor Beginn des Projekts). Das ursprüngliche Script ging allerdings bis Drehbeginn durch etliche Hände.
Allzusehr merkt man, dass nicht der geniale Terry Gilliam, sondern der amerikanische TV-Regisseur Mel Damski auf dem Regiesessel saß. Nicht, dass der Mann qualitativ schlechte Arbeit abgeliefert hätte; der Streifen hat die passende Atmo, dank der Darsteller sprüht zeitweilig der Witz und er unterhält auch über die gesamte Spielzeit. Den beiden Comedy-Fraktionen wird er dabei aber nicht gerecht, für Erfolgsaussichten in Europa UND den USA wurden jegliche landestypischen Skurrilitäten glattgebürstet, die normalerweise den Humor der Protagonisten ausmachen. Die Cheech & Chong-Szenen laufen der eigentlichen Story - einem Mix aus Stevensons "Schatzinsel" und diversen Piraten-Mythen - ohne richtigen Anschluss nebenher, auch deren anarchischer Humor wurde arg gestutzt und funktioniert nur leidlich. Das wirkt einfach nur unmotiviert angeflanscht.
Für die Lacher sorgt der "englische" Erzählstrang um die eigentliche Schatzsuche; komischerweise stechen hier allerdings weniger seine beiden Python-Mitstreiter Idle und Cleese, sondern andere Beteiligte wie z.B. Peter Cook und Kenneth Mars hervor, die offenbar mehr Spaß am Dreh hatten. Grandios auch James Mason in der Rolle des Kapitäns, die "Frühstücksszene" mit Mr. Bläserich (*hust) ist definitiv ein Highlight des Films. Chapman selbst schmeißt seinen damals inzwischen schon schwer durch Suff und Rauch angegriffenen Körper nochmals mit Verve in die Runde und enttäuscht dabei nicht. Es sollte aber seine letzte große Rolle bleiben, bis zu seinem Tod spielte er nur noch Cameos und Kleinauftritte. Ebenso erging es Marty Feldman, der noch während der Dreharbeiten verstarb.
Insgesamt gesehen ist der Streifen sicher kein Langweiler, in Anbetracht der Möglichkeiten allerdings dann doch etwas enttäuschend.

Rating: $$$

 

 

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