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Dragon

Info

OT: 
Wu Xia

Jahr: HK 2011
R: Peter Chan Hoh-San
B: Aubrey Lau Oi-Wa, Joyce Chan Ka-Yi
K: Jake Pollock, Lai Yiu-Fei, Yang Zhen-Yu
M: Peter Kam Tan-Tat, Chan Kwong-Wing, Chatchai Pongprapaphan
D: Donnie Yen, Takeshi Kanashiro, Tang Wei, Jimmy Wang-Yu

Quelle: TV (WDR)

 

Inhalt

Im Jahr 1917 überfallen zwei Schwerverbrecher (Yu Kang, Kenji Tanigaki) einen Kramladen in einem südchinesischen Dorf. Doch der Coup geht anders aus als erwartet: Den beiden skrupellosen Schlingeln stellt sich der biedere Papiermacher Liu Jinxi (Donnie Yen) entgegen. Am Ende des Scharmützels sind die Banditen tot – ganz im Sinne des örtlichen Polizeichefs (Wang Chun-Yuan), der sich damit eines Sacks unangenehmer Arbeit entledigt sieht – und Liu in seinem Kaff ein gefeierter Held.
Einzig Polizeiinspektor Xu (Takeshi Kanashiro) sucht das Haar in der Suppe, denn der Fall weist Ungereimtheiten auf. So ist es erstmal ungewöhnlich, dass die Toten kaum sichtbare Verletzungen aufweisen und zweitens, dass ein Handwerker mit zwei kampferprobten Schurken fertig werden kann. Alles Glück, lächelt Liu milde, ganz treusorgender Familienmensch. Doch der Inspektor weiß es bald besser. Seine Recherchen und Verhöre lassen keinen anderen Schluss zu, als dass Liu ein knallharter Kung-Fu-Profi ist. Und richtig: Der Gutste war tatsächlich zehn Jahre zuvor Führungskader bei den „72 Dämonen“, einer mordlüsternen Verbrecherbande, gewesen.
Damit steht Liu, der in seinem alten Leben Tang Lung hieß, nicht nur ganz oben auf Xus Verhaftungsliste. Auch die „72 Dämonen“ haben Wind vom Verbleib des verschollenen Bruders bekommen und wollen ihn wieder in die Familie eingliedern. Unruhige Zeiten brechen an …

Zitate

Xu: „Menschen sind gefüllt mit stinkenden Flüssigkeiten. Egal, ob gute Menschen oder böse Menschen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Das Genre des – nennen wir es mal etwas unsachlich – Kung-Fu-Films erreichte seine Blüte zwischen den 60er- und frühen 80er-Jahren. Die beispielsweise durch das Shaw-Studio produzierten, opulenten Schwertkämpfer-Epen oder die Martial-Arts-Klopper mit Bruce Lee fanden nicht nur ihr Publikum im Westen. Sie inspirierten auch das westliche Kino von Jean-Claude van Damme bis zu Quentin Tarantino, um hier mal eine etwas übergroße Klammer zu gebrauchen (wink).
Hin und wieder bringt das Genre aber bis heute die eine oder andere Perle hervor. „Dragon“ ist so eine Preziose, die Elemente der klassischen Kampfkunst-Oper sehr bekömmlich mischt mit westlichem Thriller und
modernen CSI-Geschichten. Die erste Hälfte des Streifens gehört ganz klar dem Ermittler. Die Figur des Inspektors erinnert mich dabei an den Johnny-Depp-Charakter in „From Hell“. Wie dieser hat auch Xu seine eigenen Dämonen zu tragen. Während Inspektor Abberline in der Opiumhöhle und auf Absinth/Laudanum-Trip zur analytischen Hochform aufläuft, ist Xu seit einem überlebten Giftanschlag fast schon hellsichtig. Um das Gift in seinem Körper zu kontrollieren und menschliche Regungen wie Mitleid auszublenden, die die nüchterne Analyse behindern, jagt er sich regelmäßig Akupunkturnadeln in den Körper. Außerdem ist Xu mit fundiertem naturwissenschaftlichem und philosophischem Wissen beschlagen und extrem gesetzestreu. Die eigentliche Ermittlungsarbeit begleiten zahlreiche Rückblenden, die die Rechercheergebnisse direkt visualisieren – gerne in Zeitlupe oder Zeitraffer. Dabei nimmt der Inspektor im Nachhinein als Beobachter an den Ereignissen teil. Ähnlich wie beispielsweise FBI-Mann Smecker in „Der blutige Pfad Gottes“. Die Wirkungen von Tritten und Schlägen auf Organe und Hirn werden in bester CSI-Manier durch Kamerafahrten im Nano-Bereich gezeigt.
Ab der Hälfte des Films übernimmt erst einmal Liu das Kommando, und auch die Rückblenden haben jetzt anderen Charakter, da sie vor allem Erklärungen zu seiner Vergangenheit liefern. Mit dem Fokuswechsel treten auch Martial-Arts- und eher fantastischen Wuxia-Elemente mehr in den Vordergrund, die in dem Film bis dahin vor allem beim Überfall auf den Laden eine Rolle spielten. Gefechte bleiben bis zum Schluss die Ausnahme, sind also nicht wie sonst häufig Hauptzweck des Streifens. Dann aber sind sie klasse choreographiert und fotografiert. Letzteres gilt im Übrigen für den ganzen Film, der unbedingt die große Leinwand fordert. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch der tolle Score.
Kung-Fu- und Shaw-Veteran Jimmy Wang Yu, der hier als Clanchef der „72 Dämonen“ zu sehen ist, prägte Ende der 60er-Jahre die Figur des „Einarmigen Schwertkämpfers“. In seinen Filmen war er auch später öfter einarmig. Als Hommage kann man daher das finale Duell mit Liu sehen, der im Verlauf ebenfalls einen Arm eingebüßt hat.

Rating: $$$$$

Splatter:

3/10

 

 

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