Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Duell am Steuer

Info

OT:
Hell Drivers

Jahr: GB 1957
R, B: Cy Endfield („C. Raker Endfield“)
B: John Kruse
K: Geoffrey Unsworth
M: Hubert Clifford
D: Stanley Baker, Patrick McGoohan, Herbert Lom, Peggy Cummins

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Joe „Tom“ Yately (Stanley Baker) will nach einem verdient abgebrummten Knastaufenthalt wieder von Null anfangen.So spricht er bei der Baufirma Hawletts vor. Die sucht gerade einen neuen LKW-Fahrer , der das Wort „Angst“ nicht kennt und Verkehrsregeln das letzte Mal in der Fahrschule beherzigt hat.
Cartley (William Hartnell), Geschäftsführer der Firma, und sein Cheffahrer Red (Patrick McGoohan) haben nämlich ein ganz krummes Ding am Laufen: Man stellt weniger Fahrer ein, als man offiziell unter Vertrag hat. Die von der Zentrale überwiesenen Lohngelder für die Phantomtrucker steckt man in die eigene Tasche. Klar, dass die echten Fahrer dann Kopf und Kragen riskieren müssen, um die geforderten Margen zu erreichen: mindestens zwölf mal die Tour Baufirma – Kiesgrube und retours; eine Strecke von insgesamt 34 Kilometern über übelste Straßen. Wer bremst, verliert. Niemand hinterfragt diese seltsamen Arbeitsbedingungen, denn der Lohn ist gut.
Tom kriegt nach bestandener Arbeitsprobe den Job und lernt gleich die Hackordnung im Fahrerlager kennen. Uneingeschränkter Boss im Ring ist Red: Vorarbeiter und ein Kameradenschwein par excéllence, der alles tun würde, um am Ende eines jeden Arbeitstages als Tagesschnellster dazustehen. Klar, dass die Geschichte zwischen Red und Tom Liebe auf den ersten Blick ist. Einzig im heimwehgeplagten Italiener Gino (Herbert Lom) findet Tom einen Verbündeten unter den Kollegen. Und gemeinsam hecken sie einen Plan aus, um Red kräftig einen zu verpulen, indem Tom ihm den Rekord abluchst.
Blöderweise ist da auch noch Lucy (Peggy Cummins), Tippse bei Hawletts, die Gino gern mit nach Italien nehmen würde, die aber ganz unverhohlen Tom schöne Augen macht.

Zitate

Cartley: „Keine Strafe für zu schnelles Fahren? Wieso nicht?“ (Das ist Einstellungsvoraussetzung)

Tom: „Und wenn uns was entgegenkommt? - Ed (Wilfried Lawson): „Du musst nicht so schwarz sehen.“

Mutter (Beatrice Varley) zu Tom: „Nichts, was du anfasst bleibt sauber.“

Die Kritik des Gunslingers:

Potztausend, da spielt eine Auswahl der Top-Darstellerriege des britischen Kinos gemeinsam in einem Streifen, und ich habe davon bis zur Veröffentlichung durch Pidax noch nüscht gehört (wink). Mit Stanley Baker, Patrick McGoohan und Sean Connery sind immerhin drei Kandidaten dabei, die ein paar Jahre später für „Dr. No“ als James Bond im Rennen waren. Dazu noch etwa Herbert Lom und Gordon Jackson und nicht zu vergessen Peggy Cummins, die ab Mitte der 1940er-Jahre gut im Geschäft war.
Regisseur Cy Endfield legte hier einen geradlinigen Actioner mit leichten sozialkritischen Anwandlungen vor, der durch die Bank am Gas bleibt. Schon allein das Setting bereitet die Basis für jede Menge Dampf unterm Kessel. Hier wird kein Beton angerührt, sondern konsequent nach vorne gespielt (wink). Die Kameraarbeit ist natürlich vor allem bei den actionbetonten Sequenzen wie den Straßenduellen oder den Schlägereien klasse und transportiert ordentlich Tempo und Dramatik.
Dazu hat der Plot auch einen vollen Kessel Drama angerührt. Trotz starker Betonung der Liebesirrungen, bleibt die Sülze glücklicherweis' im Kühlschrank. Peggy Cummins strahlt eine Erotik aus, die fast einer Femme fatale würdig ist. Doch Femme fatale ist sie nicht, sondern eine ehrliche Haut, deren Gefühlsklaviatur kräftig durcheinander geraten ist. Auf der einen Seite ihre eher durch Mitleid geprägte Beziehung zu Gino, auf der anderen Seite die Leidenschaft für Tom, der sie aber aus Loyalität zu seinem Kumpel zurückweist. Da kann Jill Ireland nicht so recht gegen an, als braves Mädel, das ebenfalls ein Auge auf Tom geworfen hat, aber gegenüber Peggy Cummins keine Schnitte kriegt. Im „echten Leben“ hatte sie mehr Glück, denn sie lernte beim Shooting David McCallum kennen und lieben, der eine kleine Nebenrolle als Toms Bruder Jimmy bekleidet. Ihre Ehe hielt dann nicht so furchtbar lange, und bald danach stand ja auch Charles Bronson in den Startlöchern (wink).
Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Duell zwischen Tom und Red, bei dem es richtig zur Sache geht. Prügeleien und jede Menge Nickligkeiten machen zwar den Protagonisten weniger, uns dafür aber viel mehr Spaß. Patrick McGoohan, zu der Zeit noch auf Schurken abonniert, gibt dabei einen so richtig fiesen Saukerl und hat damit – rein rollentechnisch – die Nase vorn vor Stanley Baker, dessen Charakter trotz der zwielichtigen Vergangenheit nicht so viel hergibt.
Baker und Regisseur Endfield waren gut befreundet: Gemeinsam hatten sie in den 1960ern eine Produktionsgesellschaft gegründet, die unter anderem Enfields größten kommerziellen Erfolg „Zulu“ (1964) produzierte. Endfield selbst war Amerikaner, der aufgrund seiner politischen Orientierung – McCarthy, you know – nach seinem Film noir „Der Gangsterboss von Rocket City“ die USA verließ.
Kameramann Geoffrey Unsworth war ebenfalls kein kleines Licht. Er fotografierte beispielsweise „2001“, „Zardoz“ oder „Cabaret“, um nur einige der bekanntesten Streifletten zu nennen.

Rating: $$$$$ (Komm, heute hau'n wir mal wieder die Höchstnote raus)

Splatter:

2/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien