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Info

OT: 
Gas-Oil

AT:
Straßensperre

Jahr: F 1955
R, B: Gilles Grangier
B: Michel Audiard
K: Pierre Montazel
M: Henri Crolla
D: Jean Gabin, Jeanne Moreau, Roger Hanin, Ginette Leclerc

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Jean Chappe (Jean Gabin) ist selbstständiger Fuhrunternehmer, der sich gerade einen nigelnagelneuen 15-Tonner zugelegt hat. Natürlich noch nicht abbezahlt. Auf dem Rückweg von seinen Touren, die ihm meistens Auftragsagent Felix (Robert Dalbin) vermittelt, schaut Chappe immer bei seinem Gspusi Alice (Jeanne Moreau) vorbei, Grundschullehrerin in einem winzigen Kaff. Gemeinsame Wohnung, Heirat und eigene Spedition am Horizont.
Doch dann überrollt er in regengeflutetem Morgengrauen einen Mann (François Darbon), der auf der Straße liegt. Und Chappe gerät in das Visier eines Gangsterquartetts. Der Tote war nämlich Komplize der Schurken und als solcher beteiligt an einem blutigen Straßenraub. Dann hatte er seine Komplizen geleimt und sich mit der gesamten Beute verdünnisiert. Die Gangster wollen nun die Pennunzen, immerhin 50 Millionen Francs, zurück haben und vermuten den Kies – nicht ganz abwegig – bei unserem Jean.
Chappe, dem bald auffällt, dass man ihm nachstellt, will die Geschichte in Eigenregie regeln.

Zitate

Jean: „Solange der Wagen weg ist, bin ich ungenießbar. Die 15 Tonnen vermisst man schon.“ – Alice: „Dann musst du halt mit meinen 50 Kilo vorlieb nehmen.“

Jean: „Mit der Zeit geht einem das auf die Nerven.“ (Nein, nicht die 50 Kilo (Zwinkern))

Die Kritik des Gunslingers:

Dieser Mix aus Truckerfilm, Film noir und einem Schuss Roadmovie setzt genreübergreifende Standrads. So begegnet man etlichen Szenen in späteren Streifen wieder. Ich sage nur „Convoy“ oder auch „Lohn der Giganten“.
Der Film beginnt deutlich geteilt in zwei Handlungssträngen, die sich im Verlauf einander annähern und sich ab Überrollen des Gangsters durch Jean immer wieder treffen. Grangier, der in seinen Filmen auch häufig eine soziale Komponente einfließen ließ, tut dies auch hier. Auf der einen Seite ist dies die beschworene „Bruderschaft der Straße“. Die Trucker gehen bei aller Konkurrenz füreinander durch dick und dünn, helfen sich bei Pannen und sonstigen Problemen. Jeans Nachbarn, der alte Ragondin (Carmille Guérini) und sein Sohn Pierre (Marcel Bozzuffi), fahren selbst einen LKW auf eigene Rechnung. Trotzdem steigt Pierre bei Jean immer wieder als Beifahrer ein.
Auf der anderen Seite wirft Grangier einen bissigen Blick auf das Dorfgeschehen. So müssen Alice und Jean ihre Beziehung vor den braven Bürgern geheim halten. Als die Liebe nach Jeans Unfall ans Licht kommt und damit die lebhaft brodelnden Gerüchte wahr werden lässt, ist’s um Alice hier geschehen. Aufgrund ihres „Lebenswandels“ muss sie umgehend ihre Kündigung einreichen, der auch widerspruchslos entsprochen wird.
Der Streifen beginnt fast wie ein Dokustück über den Alltag auf der Straße. Wir begleiten Jean und Pierre ausführlich bei einer Tour von Clermont-Ferrand nach Paris. Rund 500 Kilometer Landstraße, inklusive Rast und Trucker-Diner. Einen Bruch gibt’s mit dem schrill-brutalen Überfall der Gangster auf einen Lieferwagen, bei dem die beiden Fahrer rücksichtslos niedergemäht werden, viele Kilometer von Jean und Pierre entfernt. Und spätestens mit der fraglichen Regennacht ändert sich die Stimmung.
In das bisher eigentlich eher unbeschwerte Roadmovie schiebt sich der bedrohliche Schatten der Gangster, kommt der Noir-Faktor ins Spiel: Sie kleben Jean an den Hacken wie Scheißhausfliegen an einem Hundehaufen, als sie rauskriegen, wer den Renegaten überrollt hat. Besonders die Witwe des Toten verkörpert die perfekte Femme fatale: skrupellos, gerissen und gierig.
Was mir an dem ansonsten recht rund geratenen Streifen nach einer Zeit auf den Wecker ging, ist die Musik: in weiten Teilen ein etwas penetrantes und zum Teil unpassendes Akkordeon-Geschrummel. Hier hätte ein wenig mehr Eisschrank gut getan.

Rating: $$$$-

Splatter:

0/10