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Geheimagent 0014

Der British Intelligence Service soll ausländischen Geheimdiensten das Leben schwer machen und deren Agenten in England enttarnen. Die Abteilung des "Commanders" und seinem persönlichen Assistenten Edgar Briggs gilt als die effektivste Waffe im Kampf an der Front der Nachrichtendienste, auch wenn keiner weiß, warum. Denn vor allem Briggs tut seinerseits alles Mögliche, die Geheimaktionen des BIS unfreiwilligerweise zu sabotieren, um am Ende dann doch als strahlender Sieger hervorzugehen...

Info

OT:
The Top Secret Life of Edgar Briggs
AT:
Edgar Briggs - Das As der Abwehr

Serientyp: Serie (Staffeln: 1; Episoden: 13, deutsch: 11)
Jahr/Sender:  GB 1974 / ITV
Dt. Erstausstrahlung:  ZDF 1976
Laufzeit je Episode:  25 min
Intro-Theme:  Sam Fonteyn "Defective Detective"
Hauptdarsteller:  David Jason, Michael Stainton, Noel Coleman, Mark Eden, Barbara Angell, Elizabeth Counsell

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

 Hauptcharaktere

Edgar Briggs (David Jason): der persönliche Stellvertreter des Commanders. Überrascht sein Team immer wieder mit eigenwilligen Theorien und Planungen, die er dann mit Trotteligkeit und Selbstüberschätzung höchstselbst ad absurdum führt. Unter seinen Marotten und Knieschüssen leiden nicht nur Buxton, Spencer und Cathy, auch Briggs' Ehefrau Jennifer verzweifelt regelmäßig an ihrem Göttergatten. Die gegnerischen Geheimdienste allerdings auch.

Der Commander (Noel Coleman): die alte Silberlocke steht zu 100% hinter Briggs, auch wenn er dessen Theorien und Plänen selten folgen kann. Da aus unerfindlichen Gründen zum Schluss immer Briggs den letzten Lächler hat, führt der Commander die erfolgreichste Abteilung des britischen Geheimdiensts.

Buxton (Michael Stainton): der gutmütige und gewissenhafte Neuling beim BIS muss von seinem Chef andauernd widersprüchliche Belehrungen und Aufträge ertragen. Ist dennoch immer vor Briggs im Büro, obwohl dieser alle ihm bekannten "Abkürzungen" nutzt.

Spencer (Mark Eden): kehrt nach mehrjähriger Auslandstätigkeit wieder zum BIS zurück. Der smarte Playboy hat einen Schlag bei Cathy, was Briggs wiederum auf die Palme bringt und Spencer regelmäßig für irgendwelche vermeintlichen Verfehlungen maßregelt.

Cathy (Elizabeth Counsell): die fesche Assistentin sorgt für gelegentliche Hahnenkämpfe zwischen Briggs und Spencer, die auch Jennifer nicht verborgen bleiben. Ansonsten Tee und Telefon.

Jennifer (Barbara Angell): besitzt als Ehefrau von Edgar Nerven wie Drahtseile, außer ihr kommen Briggs' Scharwenzeleien mit Cathy zu Ohren. Dann wird's Zeit, den Ehemann in den Senkel zu stellen und ihn in den Schwitzkasten zu nehmen.

Zitate:

Briggs: "Alright."

Der Commander: "Fantastisch, Briggs!"

Briggs: "Also dann, Sir Anthony, wie ich aus ihrer Akte entnehme, haben sie Eton verlassen, als sie 18 waren." - Sir Anthony: "Genau." - "Aha, wo gingen sie dann hin?" - "Nach Oxford." - "Gingen sie nicht erst mal nach Hause?"

Die Kritik des Sargnagels:

Anno 1974 flimmerte mit "The Top Secret Life of Edgar Briggs" kurzzeitig der wohl chaotischste Anti-Agent der Krone durch die britischen Wohnstuben. Für den aufstrebenden Comedian David Jason konstruierte man ein Vehikel, bei dem er seine ganze Bandbreite der klassischen britischen "Music Hall"-Comedy-Schule präsentieren konnte.
Jason hatte bis dato eine TV-Karriere als Nebendarsteller und Ensemble-Komiker hingelegt, u.a. mit den späteren Monty Pythons Terry Jones, Eric Idle und Michael Palin in der inzwischen in GB kultgewordenen Kinderserie "Do Not Adjust Your Set" ('67-'69), die so subversiv war, dass sie vor allem vom Erwachsenenpublikum goutiert wurde. Später erlangte er mit seinen Hauptrollen in den (hierzulande völlig unbekannten) Langzeitserien "Open all Hours" ('76-'85), "Only Fools and Horses" ('81-'14) und "Jack Frost" ('91-'10) höchste britische Comedy- und Darstellerweihen sowie den "Sir" der englischen Queen.
Schon in seiner erste richtigen Hauptrolle als "Edgar Briggs" ließ sich Jason ließ sich nicht lumpen und fackelte über die 13 Episoden hinweg ein Feuerwerk an Slapstick, Sprachwitz und Gestiken/Mimiken ab. Ein Musterbeispiel der "Cringe Comedy", der englischen Lust am Fremdschämen. Briggs setzt mit 110%iger Konsequenz jeden Plan mit seiner Unzulänglichkeit in den Sand, verwirrt seine Mitarbeiter mit totaler Antilogik, um dann zum Schluss im selbstangerichteten Durcheinander die völlig willkürlich ausgesuchten Hauptverdächtigen zu überführen, eingeschleuste Doppelspione zu enttarnen oder unbemerkt Agenten auszutauschen. Ein "Fantastisch, Briggs!" des Commanders kürt jedes Episodenende. Jasons Darstellerkollegen haben dabei einen wirklich undankbaren Job, denn erstens haben sie nicht allzuviel Dialog (Briggs unterbricht sie eh nach 1 1/2 Sätzen) und zweitens spielen sie meist nur im Modus "facepalm". Sprich: eine schauspielerische Leistung war so gesehen nicht erforderlich. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass die alten TV-Hasen Coleman, Stainton, Eden und Co. unmotiviert durch die Szenerie schnarchen. Die Qualität der Episoden nimmt stetig zu; man spürt, dass sich die Schauspieler im Laufe des Seriendrehs immer mehr eingetaktet haben. Ebenfalls zur Qualitätssteigerung haben unterschiedlichere Settings beigetragen. Waren anfangs nur immer dieselben zwei Studio-Büros und Briggs' Wohnzimmer im Fokus, gabs später auch mal ein Café, 'nen Pub und sogar Außendrehs. Die Episoden wirken dadurch wortwörtlich luftiger und nicht mehr so gleichförmig.
Unverständlicherweise empfand Jason seine Rolle als zu "roh" für sein späteres Stammpublikum und verhinderte jahrzehntelang einen ReRun der Serie, weshalb Briggs selbst bei gebürtigen Briten kaum bekannt ist. "London Weekend Television" (LWT) verkaufte zwar Lizenzen ins europäische Ausland, aber auch da hielten sich die Wiederholungen in Grenzen, zu spärlich war die Folgenzahl um einen Programmplatz längerfristig zu füllen. 1976 kam Briggs erstmalig unter dem besch...eidenen Titel "Geheimagent 0014" übers ZDF auf deutsche Glotzen, wobei nur 11 der 13 Episoden synchronisiert und ausgestrahlt wurden. Mitte der '80er war der Edgar dann für ein Gastspiel auf den Dritten zuhause (diesmal unter dem heute üblichen Titel "Edgar Briggs - Das As der Abwehr" und galt danach für ewig im Giftschrank, bis Pidax diese kleine Perle wieder ausgegraben hat. Netterweise inklusive der zwei fehlenden Folgen in OmU. (smile)
Freunde des oldschooligen Humors finden hier garantiert ein paar herrliche Lacher. Ich will mich jetzt nicht versteigern, den Edgar zu einem legitimen Vorläufer von Johnny English und Frank Drebin zu machen, es finden sich aber dennoch einige Spurenelemente bei den Genannten.

Rating: $$$-$$$$+

Intro/Auschnitte:

Deutscher DVD-Trailer


Szenenausschnitt

Screenshots

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