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Info

OT: 
Xing Xing Wang

AT:
Sing Sing Wong
The mighty Peking Man
Goliathon

Jahr:
HK 1977
R: Ho Meng-Hua
B: I Kuang
K: Tsao Hui-Chi, Wu Cho-Hua
M: Frankie Chan Fan-Kei („Chen Yung-Yu“)
D: Evelyne Kraft, Danny Lee, Ku Feng

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Der geschäftstüchtige Lu Pao Tien (Ku Feng) organisiert eine Expedition, um einen sagenhaften Riesenaffen, den Koloss von Konga, im Himalaya-Gebiet zu suchen und zu fangen. Leiter des Ausflugs wird Großwildjäger Chen Fu (Danny Lee), den Lu von der Theke weg engagiert. Hier ertränkt unser Waidmann den Kummer über die Untreue seiner Ex Lucy (Chen Ping), die aus Daffke mit seinem Bruder geknattert hat.
Die Expedition steht unter keinem guten Stern: Elefanten- und Tigerattacken sowie die Kraxelei im Gebirge reduzieren Kopfzahl und Moral der Ausflügler. Nachdem sich auch Lu abgesetzt hat, findet sich Freund Chen allein in der Wildnis wieder und stößt auf den Koloss. Doch bevor ihn jetzt der Primat endlich zermalmen kann, rettet ihn blöderweis‘ die schöne Urwaldnymphe Samantha (Evelyne Kraft), denn Utam, so heißt der Affe, gehorcht ihr aufs Wort.
Unsere beiden Hübschen fangen bald an, nicht nur Papayasaft auszutauschen – wenn ihr versteht –, was Utam naturgemäß erzürnt. Dennoch begleitet er aus Gründen, die nur er kennt, die Turteltäubchen aus dem Dschungel in die Zivilisation. Hier tritt Lu wieder auf den Plan, der – Schwamm über alles – den unterbelichteten Chen als Partner für seine Pläne gewinnt. Und die sehen vor, mit dem Großen auf Tour zu gehen und ordentlich Reibach zu machen.
Gedemütigt durch das strunzdoofe Publikum und stinkesauer auf Lu, der Samantha unsanft an die Wäsche geht, startet Utam in Hongkong dann den überfälligen Amoklauf.

Zitate

Samantha: „Utam allein.“ – Chen Fu: „Wir werden ihn so oft wie möglich besuchen.“ (Auch nicht gerade literaturpreisverdächtig)

Die Kritik des Gunslingers:

Jesses. Das ist mal wieder so ein Streifen aus „Man nehme“-Kategorie. In den seltensten Fällen ist das Endergebnis ein kulinarischer Leckerbissen. Hier hätte das Rezept lauten können: Man nehme ein fettes Stück „King Kong“ und drehe es durch den Wolf. Für die Tunke geben wir noch in Scheiben geschnittenen „Tarzan“ dazu und schmecken kräftig mit „Mogli“ ab. Knapp anderthalb Stunden auf Sparflamme geschmort, und weich ist nicht nur das Affenhack, sondern auch der Keks des Zuschauers, der diesen Kessel Grütze verkosten darf.
Zwar zählen Regisseur Ho Meng-Hua und Autor I Kuang zu den renommiertesten Pferden im Stalle des Shaw-Studios, doch hier galoppieren beide mit voller Kraft durch einen selbst angerührten Sumpf voller Scheiße. Nach dem 1976er „King-Kong“-Remake von John Guillermin versuchte man auch von Hongkong aus auf den neu unter Dampf stehenden Affenexpress aufzuspringen. Doch scheitert die Shaw-Version auf ganzer Linie und kann lediglich das Trash-Glöckchen bis zum Klöppelbruch läuten.
Lausige Rückprojektionen, schlampig eingeklinktes Footage-Material, superdurchschaubare Spezialeffekte und ein gerüttelt Maß an Lieblosigkeit trieben beim Rezensenten den Pilsbier-Spiegel in Höhen, die dem Pegel der Hamburg-Flut von 1962 alle Ehre machen. Dazu kommen schauspielerische Leistungen am Rande der Karikatur. Dabei sind beispielsweise Danny Lee und Ku Feng echte Größen des Hongkong-Kinos. Ku Feng wirkte zum Beispiel allein in gefühlt 100 Shaw-Streifen mit. Danny Lee kommt bis heute auf weit über 100 Filme als Schauspieler, zehn davon inszenierte er, darunter den hierzulande mit einem gewissen Kultstatus behafteten Horrorstreifen „Untold Story“. Nebenher gründete er auch noch zwei Produktionsfirmen.
Während Lee eine komplette Fehlbesetzung ist, macht Ku Feng hier sogar noch eine vergleichsweise gute Figur als Schmier-Schurke aus der Klischeekiste. Mit Pornobrille, dicker Zigarre, amtlichem Schmetterlingskragen und Porsche Carrera unterm Arsch stellt er den Schnaken nach. Sehr schön. Danny Lee hingegen wirkt meistens eher wie eine vollgekackte Unterhose als der strahlende Held. Gut, aber andererseits lässt ihm das Buch auch keine Chance zu heldenhafter Entfaltung.
Über dem Trash-Afficionado hingegen leert sich ein Füllhorn unfreiwilliger Preziosen in Wort und Bild. Mir hat’s wie immer Spaß gemacht.

Rating: $$- (Trash: $$$$$)

Splatter:

2/10