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Mafia-Killer, Der

Info

OT: 
The Executioner

AT:
Massacre Mafia Style
Like Father, Like Son

Jahr: USA 1978
R, B:
Dominico Miceli ("Duke Mitchell")
K: Ken Gibb
M: D.M.
D: D.M., Vic Caesar, Lorenzo Dodo, Louis Zito, George 'Buck' Flower, Cara Salerno, Jimmy Williams

Quelle: Video (VCL)

 

Inhalt

Nachdem dem alten Don (Lorenzo Lodo) die eigene rechte Hand Chucky Tripoli (Louis Zito) in den 60ern seine Loyalität verweigerte, musste der Miceli-Clan von New York wieder in die alte Heimat Sizilien emigrieren. Sohnematz Dominic, genannt Mimi (Dominico Miceli), wuchs mit dem Ehrverlust auf; zum Manne gereift, inzwischen schon verwitwet, möchte er nun Jahre später die Schmach wieder tilgen.
Mimi macht sich auf nach L.A. und konsultiert seinen alten Kumpanen Jolly Rizzo (Vic Caesar), der nach dem Abgang der Micelis auch kein Bein mehr auf den Boden fand und sich als kleiner Zuhälter durchschlägt. Gemeinsam wollen sie nun von Chucky, der die Geschäfte der Micelis übernahm, wieder das angestammte Stück Kuchen aus Glücksspiel und Prostitution zurück.
Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, wird Chucky entführt, allerdings gegen ein fürstliches Lösegeld wieder freigelassen. Chucky akzeptiert nun den Einstand von Mimi, und lässt ihm vorerst freie Hand beim Aufräumen in den Puffs und illegalen Zockerhöhlen der Stadt. Mimi und Jolly sorgen aber mit ihren nicht ganz zimperlichen Methoden für Unmut in der gesamten Unterwelt, und so lässt ihn der eigene Vater wieder über die alten Kontakte zurück pfeifen.
Mimi schluckt die Kröte vorerst und wendet sich "legalen" Geschäften wie dem Porno-Biz zu. Während eines Drehs kommt ihm die Idee, selbst einen Hardcore zu produzieren; die Darstellerinnen möchte er sich von Super Spook (Jimmy Wlliams), dem größten Zuhälter der Stadt, abgreifen. Mimi macht Spook ein Angebot, dass dieser aber dankend ablehnt. Als Mimi daraufhin mit Spook kurzen Prozess macht, halten die Familien endgültig den Daumen für den Renegaten nach unten...

Die Kritik des Sargnagels:

Dominico Miceli aka "Duke Mitchell" machte sich in den 50ern und 60ern mit seinem Partner Sammy Petrillo als Dean Martin/Jerry Lewis-RipOff in den Nachtclubs von Palm Springs einen kleinen Namen, sogar ein trashiges Leinwand-Epos namens "Bela Lugosi meets a Brooklyn Gorilla" sprang für das Duo heraus.
War das vielleicht Micelis initialer Hirnfurz für einen eigenen Film? Mag sein, dass die Erfahrung mit talentlosen Darstellern, semiprofessioneller Crew und geringstmöglichem Budget beim Duke ein nachhaltiges "Ditte kann ick ooch" hinterließ. Und können tut er hier eigentlich alles. Regie, Hauptdarsteller, Produktion und natürlich das Drehbuch. Selbst der unglaubliche Score ist auf seinem Mist gewachsen. Famos, ich hab echt ein Faible für Größenwahnsinnige im Film-Biz.
Rollen wir mal den Schinken langsam auf. Angefangen beim Drehbuch. Miceli kam als Nightclub-Comedian und -Sänger Einiges aus der Halbwelt zu Ohren, er war selbst auch kein Kind von Traurigkeit, was den Streifen mit einigen Inspirationen aus wahren Begebenheiten und autobiografischen Schmankerln zierte. So lag z.B. der Pissoir-Szene eine Anekdote von Miceli vor, der einen rollstuhlfahrenden Nachtclubbesitzer aufgrund von zwischenmenschlichen Differenzen ähnlich demütigte. Die autobiografischen Momente gehen sogar soweit, dass Miceli den Film unter seinem bekannten Pseudonym drehte, aber dem Hauptcharakter seinen Realnamen verpasste.
Nu jut, solch Credibility zahlt sich aus, wenn sie roh, ehrlich und direkt rübergebracht wird. Miceli kleisterte allerdings seine Gangster-Episödchen völlig zusammenhanglos zusammen; so sieht man schon zum Intro eine wilde Ballerei im Büro-Hochhaus (und eben jene Pissoir-Szene...), die Mitte des Films fast 1:1 zum zeitlich richtigen Zeitpunkt wiederholt wird. Alles garniert mit einem gequirltem, völlig pathetischen Mafia-Kitsch und billigen "Der Pate"-Dialog-Anleihen. Alles gerade noch am seidenen Faden von einem Off-Kommentar zusammengehalten, der eher verwirrt, denn aufklärt. Die deutsche Hobby-Sync gibt der Chose dann noch den letzten Rest. Macht nix, ist ja schon irgendwie lustig, wenn plötzlich dem ollen Don Miceli im Intro-Gelaber nachgesagt wird, man nannte ihn in NY "Don Leone". Öhm? Was? Wieso? Meine Freunde nennen mich Horst, aber du darfst Erwin zu mir sagen?...
Also wundert nach ca. vier Minuten überhaupt nichts mehr. Da fallen die Niedergemetzelten um wie die Scheißhausfliegen und unterdrücken dabei noch ihr Grinsen; die Charaktere - bis auf die B-Movie-Nebendarstellerlegende
George 'Buck' Flower größtenteils Laiendarsteller - handeln völlig willkürlich und nicht nachvollziehbar; innerhalb von vier Jahren ist Mimi jr. vom Vorschulkind zum virilen Jungbullen gereift; Mimi reist nach L.A., obwohl Papi im Big Apple die große Nummer war; Miceli selbst trägt völlig zeitunabhängig entweder einen feisten Schnäuzer... oder eben auch mal nicht. Zumindest seine Killer-Koteletten behält er durchgängig bei. Coole Haarpracht!
Wie oben erwähnt, ließ sich Musikus Miceli auch den Score nicht nehmen. Die völlig deplatzierte Zirkus-Mucke, die das Hochhaus-Massaker untermalt, wirkt in der Nachbetrachtung sogar subtil erschreckend. Hier braucht man keine Drogen mehr, D.M. hat schon vorgesorgt.
Das ganze göttliche Gegurke gibt's auf deutsch leider nur in ziemlich bescheidenener Quali auf VHS (Ausgangsmaterial war anscheinend eine mächtig abgenudelte 16mm-Kopie), und hier dürften trotz Pal-Speedups ein paar Minütchen gegenüber dem mit 78min angegebenen Original fehlen. Wahrscheinlich Gelaber, denn die billig-saftigen Gore-Effekte waren zumindest drinne.
Inzwischen hat der "Mafia-Killer" in den USA schon Kultstatus erlangt.
Bob Murawski, Stammschnitter von Sam Raimi (und übrigens auch Oscar-Gewinner für Schnitt bei "The Hurt Locker"), hat in liebevoller privater Kleinarbeit den nie veröffentlichten Nachfolger "Gone with the Pope" fertig geschnitten und nachbearbeitet. Zusätzlich auch die vorhandenen Master vom "Executioner", den nun Micelis Sohn Jeff unter dem eigentlichen und vom Duke gewünschten Titel "Massacre Mafia Style" unter die Leuts bringt...

Rating: $ ; Trash: $$$$$

Splatter:

5/10 - oftmals lachhaft, aber der Kollege am Fleischerhaken kommt schon fettig.

 

 

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