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Plan 9 aus dem Weltall

Info

OT: 
Plan 9 from Outer Space

AT:
Grave Robbers from Outer Space (Ursprünglicher Titel, den Wood auf Druck der produzierenden Baptistengemeinde ändern musste)
Plan 9 aus dem All

Jahr: USA 1958
R: Ed Wood Jr.
B: Ed Wood Jr.
K: William C. Thompson
M: Gordon Zahler (Supervisor)
D: Gregory Walcott, Mona McKinnon, Duke Moore, Dudley Manlove

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Während zwei Totengräber auf dem örtlichen Gemeindeanger lustlos eine frische Leiche verscharren, donnert über sie ein Ufo hinweg. Dass das Ding so aussieht wie eine Radkappe an einem Draht, stört die Beiden nicht weiter, wohl aber, dass sie mit einem Mal der wiedererwachten Toten ("Vampira" = Maila Nurmi) gegenüber stehen: Diese ähnelt der bekannten TV-Ansagerin Vampira und macht mit den beiden Schraten kurzen Prozess. Noch am selben Tag kommt dann auch der trauernde Witwer (Bela Lugosi) unter die Räder und am nächsten Tag untern Torf. Ein Ufo brummt über den Friedhof, und der Verblichene (Tom Mason/Bela Lugosi) ist wieder unter uns, hält sich aber von nun an zumeist in bester Dracula-Manier immer eine Art Cape vors Gesicht. Inzwischen ist man der beiden verblichenen Totengräber ansichtig geworden, was die Polente auf den Plan ruft, angeführt durch den –äh- stattlichen Chiefinspector Clay (Tor Johnson).
Noch auf dem Friedhof wird Clay durch das vamipreske Pärchen attackiert und ins Jenseits befördert, obwohl er eine ganze Ladung Platzpatronen verballert hat. Und nu’? Erraten: die nächste Beerdigung steht an, und auch Clay entsteigt kurz darauf seinem arg schmal bemessenen Grab *Kicher*. Inzwischen haben wir erfahren, wer hinter dem ganzen Schlamassel steckt: Außerirdische, die „Plan 9“ verfolgen. Will sagen: die Wiederbelebung frisch Verstorbener mittels Elektronenbeschusses, um die renitenten Erdlinge von der Existenz von Aliens zu überzeugen. Pfffft.

Zitate

Lieutenant Harper (Duke Moore): „One thing’s sure: Inspector Clay is dead. Murdered. And somebody is responsible.”

Gregory Walcott (in einem Interview): “Selbst wenn er (Ed Wood) zehn Millionen Dollar gehabt hätte, wäre “Plan 9” nichts als ein Stück geschmackloser Mist geworden.“

Die Kritik des Gunslingers:

Jesses, dieser Streifen bietet alles, was eingefleischten Ed-Wood-Afficionados kalte Schauer des Entzückens über den Rücken jagt und nahezu allen anderen mehr als sauer aufstößt: einen "Plot", der mehr als knirscht und wie dessen filmische Umsetzung unzählige Ungereimtheiten enthält, unmotivierte Jump-Cuts, Tag und Nacht, die teilweise recht willkürlich wechseln, Billigst-Kulissen, schauspielerische Leistungen mit deutlich Luft nach oben und SFX, die am Küchentisch entstanden, wie’s der leidgeprüfte Gregory Walcott später ausdrückte. Zudem ist der Film extrem geschwätzig, ohne etwas zu sagen zu haben. Das nimmt zwar jedes Tempo raus, schindet aber budgetschonend Zeit.
Erstaunlich ist, dass Wood immer wieder Financiers für seine Projekte fand. Hier war’s die lokale Baptisten-Gemeinde, die den Löwenanteil finanzierte. Zwar musste sich das gesamte Team dafür entsprechend taufen lassen, doch das war sicher das kleinste Hindernis. Wood wollte auch unbedingt Bela Lugosi wieder in dem Streifen haben. Der aber war derart indisponiert, dass er kurz nach Beginn der Dreharbeiten verstarb. Da es bereits unabhängig von „Plan 9“ entstandenes Material mit Lugosi gab, schrieb Wood kurzerhand das Buch um, so dass er die Szenen verwenden konnte wie auch zahlreiches Archivmaterial aus Militärfilmen oder auch aus seinen eigenen Streifen, das er noch übrig hatte. Der Lugosi-Part wurde zumeist von Tom Mason verkörpert, ein örtlicher Mediziner, der seine fehlende Ähnlichkeit mit Bela Lugosi hinter dem Cape zu verstecken suchte. Der Sohn von Tor Johnson arbeitete übrigens bei der Polizei und organisierte den Streifenwagen, wann immer dieser benötigt wurde.
Immerhin half Wood mit seinen Engagements Leuten wie den bei ihm regelmäßig beschäftigten Hollwood-Veteranen Lyle Talbot und Bela Lugosi über Durststrecken hinweg. Genauso wie Maila Nurmi, die bekannt wurde als „Vampira“, die im Vampir-Outfit im TV-Nachtprogramm Horrorfilme ansagte und zeitweise auf der schwarzen Liste stand. Ansonsten versammelte er auch für „Plan 9“ allerhand schillerndes Personal, neben Stammkräften wie dem Ex-Wrestler Tor Johnson, sind diesmal TV-Hellseher Criswell als Erzähler dabei oder John „Bunny“ Breckinridge als „Exzellenz“. Der stammte aus einer stinkreichen und renommierten Familie, wurde verstoßen und tanzte in Pariser Nachtclubs. Später wollte er sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen und verursachte einen tödlichen Autounfall, der ihm zwei Jahre Knast einbrachte.
Ich mag’s trotzdem irgendwie, und Tor Johnson als Riesen-Zombie rockt sowieso.

Rating: $ (Trash: $$$)

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