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Planet der Vampire

Info

OT:
Terrore nello Spazio

AT:
Terror en el Espacio

Jahr: I/SP 1965
R, B: Mario Bava
B: Alberto Bevilacqua, Callisto Cosulich, Antonio Román, Rafael J. Salvia, IB Melchior
K: Antonio Rinaldi
M: Gino Marinuzzi
D: Barry Sullivan, Norma Bengell, Angel Áranda, Evi Marandi

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Die Raumschiffe Argos und Galliot sind unterwegs zu einem Planeten, von dem man seit zwei Jahren Signale offensichtlich intelligenten Ursprungs empfängt. Doch der Landeanflug verläuft ungemütlich: Erst geht die Verbindung zwischen den Schwesterschiffen über die Wupper. Und dann sorgt die sprunghaft angestiegene Schwerkraft des Planeten für eine alles andere als mustergültige Landung.
Auf der Argos führt Captain Mark Markary (Barry Sullivan) das Regiment. Der kann nach dem unsanften Aufsetzen gerade noch verhindern, dass sich seine Mannschaft gegenseitig umbringt, nachdem die Jungs und Mädels von einer seltsamen Raserei befallen wurden. Anschließend kann sich niemand mehr erinnern. Also eigentlich alles wie nach einer guten Kneipenkeilerei ;-). Die Mannschaft der Galliot, die in der Nähe der Argos gestrandet ist, hatte da weniger Glück, wie ein von Captain Mark geleiteter Suchtrupp feststellen muss: alle hinüber, respektive verschwunden.
Der Planet scheint zwar eine tote Wüstenei, doch ist dies eitel Trug. Es hat hier nämlich eine Lebensform, die den Neuankömmlingen alles andere als wohlgesonnen ist. Und ausschließlich interessiert an Besitznahme der Körper …

Zitate

Mark: „Das Gesetz unseres Planeten gilt auch hier: Wir vergießen keine Tränen und akzeptieren den Tod.“

Die Kritik des Gunslingers:

Was Regisseure wie Edgar Ulmer für den amerikanischen B-Film waren, war Mario Bava für das italienische Kino. Budgetzauber wie den Genannten gelang es immer wieder, fast mit dem Inhalt der Spardose des kleinen Neffen fantastische Filmkost zu servieren. Auch das Budget für „Planet der Vampire“ war nahezu atemberaubend niedrig. Für seinen Planeten standen Bava gerade mal ein wenig Sand, ein paar Kunststofffelsen und eine Nebelmaschine zur Verfügung.
Während sich andere Regisseure angesichts dieser „opulenten“ Ausstattung für eine schenkelklopfende Trash-Sause entschieden hätten, war dies nicht Bavas Anspruch. „Planet der Vampire“ kommt überaus ernsthaft daher, wenngleich gewisse auch budgetgeschuldete Schmunzelmomente nicht zu leugnen sind. So musste beispielsweise allein die Schauspielkunst die extreme Schwerkraftbelastung für die Mannschaft bei der Annäherung an den Planeten glaubhaft machen. Das ist schon irgendwie putzig *lach. Unter den Schauspielern tummelt sich jede Menge erfahrenes Genrepersonal in teilweise kleinsten Nebenrollen: So beißen unter anderem Massimo Righi, Frederico Boido, Ivan Rassimov oder Stelio Candelli in den Bava’schen Staub. Hier sieht man sie mal nicht mit einem Colt in der staubigen Faust, sondern dem Plaste-Laser zur gefälligen Lederkutte.
Aber alles in allem gibt’s zumindest von der technischen Seite her keine Klagen meinerseits. Die Sets sind trotz aller Beschränkungen klasse. Was Bava nicht in der Effekteküche hexen lassen konnte, macht er durch den geschickten Einsatz von Licht und Farben wett. Der Bava-Touch in Sachen Farbdramaturgie taucht das Szenario ein in knallige Rot-, Blau- und Grüntöne. Die Sets sind ebenfalls toll. Insbesondere das verrottete Alien-Raumschiff mit seinen riesigen Skeletten an Bord hat’s auch mir angetan. Ob sich nun Ridley Scott hier Inspiration für sein „Alien“ geholt hat oder nicht, ist dabei herzlich wurscht und tut der Grandezza dieser Kulissen keinen Abbruch.
Horror- und Trash-Afficionados, die sich durch den krachenden deutschen Titel haben anlocken lassen, könnten jedoch enttäuscht werden. Zwar kann der vom Horror kommende Bava auch seinem Planeten gotische Momente abluchsen, und auch die Sequenz, in der die Untoten ihren staubigen Gräbern entsteigen, hat was. Aber es kommen weder Vampire in der erwarteten Form vor, noch gibt es trashbefeuerte Schenkelklopfer. Wir sehen hier vielmehr ein schönes Beispiel für einen Streifen, der beweist, dass Kreativität und Talent bis zu einem gewissen Maß auch ernsthafte Budgetengpässe zumindest glätten können.

Rating: $$$$ (Trash: $$$)

Splatter:

3/10

 

 

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