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Schatz der Sierra Madre, Der

Info

OT: 
The Treasure of the Sierra Madre

Jahr: USA 1948
R, B: John Huston
K: Ted McCord
M: Max Steiner
D: Humphrey Bogart, Tim Holt, Walter Huston, Bruce Bennett

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Der Gringo Fred Dobbs (Humphrey Bogart), kurz „Dobbsy“ genannt, sitzt ohne Bares in der mexikanischen Kleinstadt Tampeko fest und verbringt seine Zeit damit, reiche Amis um „’ne Mahlzeit“ anzuschnorren. Das Schicksal scheint sich zu wenden, als er sich vom windigen Unternehmer Pat McCormick (Barton MacLane) für zwei Wochen anheuern lässt, um einen Bohrturm hochzuziehen. McCormick bleibt indes die in Aussicht gestellten Löhne schuldig, so dass Dobbsy und sein Kumpel Curtin (Tim Holt), dem Säumigen die Pennunzen aus dem Balg prügeln müssen.
Zusammen beschließen die Beiden, nun auf Goldsuche zu gehen. Da die Jungs aber vom Tuten und Blasen keinen Schimmer haben, nehmen sie noch den erfahrenen alten Goldgräber Howard (Walter Huston) ins Boot. Eine Ausrüstung ist rasch besorgt, und ab geht’s in die Sierra Madre, wo Howard Gold wittert. Und der alte Zinken hat sich nicht getäuscht: Nach strapaziösem Aufstieg stoßen die Abenteurer auf eine recht gut bestückte Goldader. Doch harte Maloche, mexikanische Banditen, ein lästiger Zaungast (Bruce Bennett) und nicht zuletzt wachsender psychologischer Druck durch den steigenden Goldvorrat begrenzen die Haltbarkeit unserer kleinen Zweckgemeinschaft.

Zitate

Dobbs: „Gold ist alles: ’n bisschen Himmel, ’n bisschen Hölle.“ (Solche Erkenntnisse gehen im Alltagsgeschäft schnell verloren)

Howard: „Ich will euch zwei Wickelkindern mal was sagen: Ihr seid so dämlich, dass man euch anspucken muss. Ihr seid dümmer als die dümmsten Affen.“ (Man kann auch freundlicher sagen, dass man auf Gold gestoßen ist)

Banditenchef (Alfonso Bedoya): „Marken? Wir haben nicht Marken. Wir brauchen nicht Marken. Und ich spuck auch auf deine dreckigen Erkennmarken!“ (Der Versuch, sich als Federales auszugeben, ist hiermit als gescheitert zu bewerten)

Howard: „Ist immer ’n schlechtes Zeichen, wenn jemand mit sich selbst redet.“

Cody (Bruce Bennett): „Diese Mexikaner mit ihrer Schnelljustiz … Großartig!“ (Von der Festnahme bis zur Wand vergehen in der Tat gefühlt gerade einmal fünf Minuten)

Die Kritik des Gunslingers:

Mit dem an Originalschauplätzen gedrehten „Schatz der Sierra Madre“ realisierte John Huston ein der ganz großen Abenteuerstreifen der Filmgeschichte. Drei Männer suchen ihr Glück im Reichtum und scheitern. Vordergründig könnte man die Geschichte tatsächlich in diesem einen Satz zusammenfassen. Doch in Wirklichkeit geht es um eine Lektion über Werte: echte (Träume, Menschlichkeit) und falsche (Gold).
Die Unterschiede in unserem Goldsucher-Trio könnten gravierender nicht sein. Am aufschlussreichsten ist hier eine kleine Dialogszene am abendlichen Lagefeuer, in dem sich die Glücksritter zu Beginn der Schürferei über ihre Pläne nach dem großen Abräumen unterhalten. Während Howard (gesicherter Ruhestand) und Curtin (Erwerb einer Pfirsichplantage) tatsächlich konkret wissen, was sie mit dem Kies anfangen werden, kreisen Dobbs’ Visionen ausschließlich um Protzerei und Weiber. Damit ist er als psychisch schwächstes Glied der Gemeinschaft markiert.
Schon bald wird Dobbsy zunehmend neurotisch, spricht mit sich selbst, entwickelt Verschwörungstheorien, nach denen ihm seine Compadres ans Leder und Gold wollen. Humphrey Bogart, anfangs auch als heruntergekommener Outcast noch mit einer gewissen Coolness ausgestattetet, bricht im Verlauf der Handlung völlig zusammen. Wie Dobbsy zunehmend auf den Hund kommt, ist großartig anzuschauen. Dabei brandmarkt ihn der Streifen selbst in seinen schwärzesten Momenten nicht als Obersau, sondern betrachtet ihn als Menschen, der dem plötzlichen Reichtum mangels innerer Stabilität hilflos gegenüber steht und zu schwach ist, um der Gier zu widerstehen. Andererseits verbietet es ihm auch sein Stolz, Ratschläge des väterlichen Howards anzunehmen, der aufgrund seiner langjährigen Erfahrung um die fatale Macht von Gold auf die menschliche Psyche weiß.
Bogey stehen in Tim Holt und John Hustons Vater Walter starke Sidekicks bei. Und selbst Bruce Bennett, Barton MacLane und der mexikanische Charakterdarsteller Alfonso Bedoya als skrupelloser Banditenchef können in ihren Nebenrollen Akzente setzen. Der feine Orchesterscore ist wie auch die Kameraarbeit dem Anlass angemessen. Kein Grund, hier nicht die Höchstnote zu ziehen.

Rating: $$$$$

Splatter:

1/10

 

 

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