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Info

OT: 
Supervixens

AT:
Russ Meyer’s Supervixens
Supervixens – Eruption (D)

Jahr: USA 1975
R, B, K: Russ Meyer
M: William Loose
D: Shari Eubank, Charles Pitts, Charles Napier, Uschi Digard

 Quelle: TV (Kabel 1)

 

Inhalt

Clint Ramsey (Charles Pitts) ist bester Hengst im Stall von „Martin Bormann Super Service“, der Tanke des beliebten Alt-Nazis (Henry Rowland) aus Berlin. Ramsey ist eine Arbeitsbiene, etwas dusselig und trotz ungezählter eindeutiger Angebote großbrüstiger Kundinnen seiner Freundin treu wie Gold. Die nennt sich Super Angel (Shari Eubank), ist allzeit scharf wie Paprika und macht ihrem Clint mit Eifersucht und Dauergeilheit das Leben zur Hölle.
Nach einem besonders heftigen Streit, schmeißt Angel Clint kurzerhand aus der gemeinsamen Butze und sich selbst dem kernigen Cop Harry Sledge (Charles Napier) an den Hals. Aber Sledge ist ein waschechter Psycho und dazu eine Nullnummer auf der Matratze. Besonders letzteres kann Super Angel nicht verknusen: Nach zahlreichen Beschimpfungen und Beleidigungen zieht Harry bei Angel rabiat und final den Stecker.
Klar, dass der Verdacht erstmal auf Clint fällt, dem es aber gelingt, mit Hilfe Martins die Stadt zu verlassen. Auf seiner Odyssee Richtung Westen kriegt er’s nicht nur mit gewalttätigen Schlägern zu tun, sondern auch immer wieder mit einer Menge Holz vor den Hütten. Und dessen Trägerinnen wollen natürlich immer nur das Eine. Bis der gestresste Clint am Ende Super Vixen (Shari Eubank) trifft: Die führt eine kleine Tanke mit Imbiss und ist Super Angel wie aus dem Gesicht geschnitten.
Alles könnte jetzt so schön sein, wenn nicht der üble Harry eines Tages wieder auf der Matte stünde, den Clint fatalerweise nicht wiedererkennt.

Zitate

Super Angel: „Komm nach Hause und bring ‘n schönen Ständer mit.“

Martin: „Ich frag mich, ob das Vögeln das alles wert ist.“

Super Angel: „Nichts gegen eine gute Zigarre, aber gelegentlich nimmt man doch auch mal was anderes in den Mund.

Super Cherry (Coleen Brennan): „Irgendwie komm‘ ich mir heute besonders prall vor.“

Die Kritik des Gunslingers:

Wieder ein Russ-Meyer-Streifen, in dem jede Menge Russ Meyer drin steckt: die schon gewohnten Schrägperspektiven der vom Meister selbst geführten Kamera; ein wieder echt feiner Sleaze-Score aus schwülem Instro-Soul und schrillen Orchesterpassagen; und selbstredend wieder allerhand wogende Frauenphysiognomien.
Zwar geht der Russ der Mittsiebziger deutlich expliziter zur Sache als früher. Allerdings überschreitet er weder die Grenze zur Pornographie, noch zeigt er blanke Brüste länger als für ein paar Sekunden. Ist tatsächlich mal ein Dödel zu sehen, so ist dieser deutlich als ein groteskes Produkt der Prothetik zu erkennen. Das unterstreicht das Meyer-typische Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen, an denen selbstredend alles echt ist. Einmal mehr geben die Typen auch hier eher Witzfiguren ab, während die Frauen die Hosen an haben. Selbst dann, wenn sie diese gerade abgelegt haben (Zwinkern).
Ansonsten befinden wir uns in einer verzerrten, surrealen Comic-Welt. Nackte Telefonistinnen sitzen auf den Bahngleisen, aggressive Typen teilen Maulschellen aus, weil Clint ihre Freundin nicht rannehmen will, während nackte Barbetreiberinnen aus Wut, weil sie auf Ramseys bestes Stück verzichten müssen, Clint in den Knast bringen wollen. Mittendrin sind unmotiviert Nackedei-Szenen eingeklinkt, für die offensichtlich kein Platz mehr in der regulären Handlung war. Ab und an springt die verblichene Super Angel in den Bergen auf einem Bett ohne Matratze herum und führt Zwiesprache mit dem durchgeknallten Harry.
Sobald unser Held sich auf die Piste begeben hat, präsentiert sich der Streifen als eine Art Roadmovie, das in verschiedene Episoden zerfällt. Diese widmen sich jeweils Clints Begegnungen mit verschiedenen Frauen, die Super Soul (Uschi Digard), Super Eula (Deborah McGuire) oder Super Cherry heißen. Ich weiß nicht, ob es ein geschickter Schachzug war, die eigentliche Hauptrolle mit dem eher farblos rüberkommenden Charles Pitts zu besetzen. Vielleicht dient er aber auch als Normalo-Kontrapunkt in einer Welt von Verrückten und Unterbelichteten, in der riesige Brüste den Ton angeben. Alles in allem ein im wahrsten Sinne praller Bilderbogen.
Zum Schluss noch ein wenig Nerdism: Komponist William Loose war ein profilierter Score-Komponist, wenngleich er in den Credits häufig unterschlagen wurde. So war er beispielsweise auch am Romero-Debüt „Die Nacht der lebenden Toten“ beteiligt.

Rating: $$$$ (Trash: $$$$)

Splatter:

3/10