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Tolle Mr. Flim-Flam, Der

Info

OT:
The Flim-Flam Man
AT:
Der fabelhafte Mr. Flim-Flam

Jahr: USA 1967
R: Irvin Kershner
B: William Rose
K: Charles Lang
M: Jerry Goldsmith
D: George C. Scott, Michael Sarrazin, Sue Lyon, Harry Morgan

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Schon seit Jahren zieht Mordecai Jones (George C.Scott), besser bekannt als „Der tolle Mr. Flim-Flam“, landesweit seinen Mitmenschen mit Betrügereien die Moneten aus der Nase. Kartentricks, dubiose Potenzmittel, mit Billig-Whisky veredelter Schwarzgebrannter, „Diamanten“ und dergleichen mehr gehören zum Repertoire des „Geschäftsmannes“. Kein Wunder, dass der Gutste dauernd auf dem Sprung ist. Bei einer seiner Fluchten trifft er den jungen Deserteur Curley Treadaway (Michael Sarrazin), der fünf Wochen vor Ende seiner Militärzeit seinem schikanösen Serge das Gebiss zurechtgerückt hat.
Schnell freunden sich die Beiden an, und Jones nimmt den eigentlich kreuzbraven Curley als Partner in die Lehre. Gemeinsam lassen sich die gierigen Spießbürger mit noch ausgefeilteren Tricks umso leichter prellen. Als sich Curley in eines ihrer Opfer, die fesche Farmerstochter Bonnie Lee Packard (Sue Lyon), verliebt und umgekehrt, ist das Ende der erfolgreichen, aber etwas stressigen Partnerschaft absehbar. Zunehmend fühlt sich der Junge von Jones’ zynischer Einstellung abgestoßen und überlegt, ob er sich dem großmäuligen Sheriff Slade (Harry Morgan), der ihnen wie in Bluthund folgt, stellen soll.

Zitate

„Ich verlass mich auf die Raffgier meiner Mitmenschen; damit liegt man immer richtig. Da kann nichts schief gehen.“

„Man kann auf der Welt alles verkaufen. Der Kunde muss nur glauben, es ist geklaut.“

„Das Gröbste dürften wir hinter uns haben.“

Die Kritik des Gunslingers:

Mann, Leute, selten habe ich mich über eine Konservenveröffentlichung so gefreut wie über diesen Streifen, den Pidax jetzt herausgebracht hat. „The Flim-Flam Man“ ist eine Gaunerkomödie, die insbesondere der bravourös aufspielende George C. Scott in Klassiker-Regionen vorstoßen lässt. Er delegiert selbst den guten Michael Sarrazin in seiner ersten Filmrolle klar in die zweite Reihe. Eine exquisite Oneman-Show von Scott, der zum Zeitpunkt des Drehs übrigens noch keine 40 war ;-).
Der in Kentucky gedrehte Streifen spielt in North Carolina und verquickt die etwas wehmütige Südstaaten-Atmo mit der fast ein wenig melancholischen Stimmung, die den Plot durchzieht, denn das Gute im Menschen scheint es nicht mehr zu geben. Selbst Curley, der immer Skrupel hat bei den Coups, kann jedes Mal nur staunen über die Abgründe, die sich in den Menschen auftun, wenn man mit Pennunzen winkt.
Es macht höllischen Spaß, dabei zuzusehen, wie Jones und sein Juniorpartner teilweise höchst einfallsreich die Leute ausnehmen. Mitleid mit den Geprellten mag sich nicht einstellen, denn letztlich reißen sie sich alle selbst rein, und zwar durch ihre Geldgier. Die meisten der Gefoppten entfalten selbst eine gewisse kriminelle Energie, indem sie skrupellos die vorgeblich günstige Gelegenheit nutzen, die ihnen die beiden Betrüger bieten, um ihre Mitbürger risikoarm übers Ohr zu hauen. Dass sie dann selbst reinfallen, landet in der Ablage „selbst Schuld“. Eine Ausnahme bildet die Familie Packard, denen ihre Hilfsbereitschaft zum Verhängnis wird. In einer fein gefilmten und choreographierten Verfolgungsjagd mit Sheriff Slater zerlegen die beiden Betrüger die noch nicht abgezahlte Karosse von Tochter Bonnie nach allen Regeln der Kunst und – wie’s der Zufall will – die neue Schese von Vattern (Jack Albertson) gleich mit. Es würde mich nicht wundern, wenn sich die Blues Brothers hier haben inspirieren lassen ;-).
Große Klasse, so dass sich der Streifen, den noch ein schönes Bluesharp-Thema schmückt, mit einem Nostalgie-Dollar die volle Punktzahl redlich verdient hat.

Rating: $$$$$


Splatter:

1/10

 

 

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