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23 Schritte zum Abgrund

Info

OT: 
23 Paces to Baker Street

Jahr: USA 1956
R: Henry Hathaway
B: Nigel Balchin
K: Milton Krasner
M: Leigh Hastine
D: Van Johnson, Vera Miles, Cecil Parker, Maurice Denham

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Nach einem Unfall, der ihn erblinden ließ, hat sich der erfolgreiche amerikanische Bühnenautor Phil Hannon (Van Johnson) verbittert nach London zurückgezogen. Und so lebt er hier auch: zurückgezogen, chronisch schlecht gelaunt, nur umsorgt von Bob (Cecil Parker), seinem Sekretär und Butler. Daher nervt es ihn auch eher, dass seine Ex-Verlobte Jean (Vera Miles) aus New York auftaucht, um nach dem Abgetauchten zu sehen.
Um seinen Ärger runterzuspülen, begibt er sich in seine Stammpinte gegenüber. Hier belauscht er zufällig Teile eines Gesprächs, das ob seiner Thematik – die mutmaßliche Planung eines Verbrechens – seine Aufmerksamkeit erregt. Da niemand auf die Gesprächspartner achtet, als diese den Pub verlassen, gibt’s auch keine Beschreibung. Also begibt sich Phil direkt nach Hause, um seine Wahrnehmungen auf Band aufzuzeichnen. Was er hat, ist nicht viel: ein Name – „Mr. Evans“ –, die Tatsache, dass anscheinend die Frau ein so auffälliges wie sündhaft teures Duftwässerchen benutzte und offensichtlich in einem adligen Haushalt als Kinder- oder Dienstmädchen arbeitet sowie, dass sie anscheinend Angst vor Mr. Evans hat.
Das Vorhaben – welches auch immer – soll innerhalb einer Woche über die Bühne gehen. Zu wenig, findet Inspektor Grovening (Maurice Denham) vom Yard, der sich nicht mit Phils Theorie anfreunden kann, dass die Unbekannten eine Kindesentführung planen und daher in wohlgefälliges Nichtstun verfällt.
Also bleibt Phil nüscht anderes übrig, als mit Hilfe von Butler und Ex selbst in die Ermittlungen einzusteigen, um rauszuklamüsern, was die unbekannten Finsterlinge überhaupt planen. Das geht nicht ohne Kollateralschäden ab (wink).

Zitate

Jean: „Trinkt er?“ – Bob: „Wissen Sie, Trinken kann man das nicht nennen; Nichttrinken aber auch nicht.“

Die Kritik des Gunslingers:

Obwohl Henry Hathaway als ausgesprochener Western-Spezialist gilt, tummelte er sich auch in anderen Genres, in denen er überaus wohlriechende Duftmarken (wink) hinterließ. Beispielhaft seien hier nur mal seine Noirs „Der Todeskuss“ und „Feind im Dunkel“ genannt, die Genreklassiker sind.
„23 Schritte …“ ist dagegen ein eher konventioneller, wenn auch routinierter Romantik-Thriller, der phasenweise richtig spannend wird. So ist die Szene grandios, in der einer der Schurken den blinden Hobbyermittler im obersten Stockwerk einer einsturzgefährdeten Hausruine aussetzt, der dazu die komplette Vorderwand fehlt. Und auch der Showdown mit Evans ist gut gelungen: Diesen greift der elf Jahre später erschienene Film „Warte, bis es dunkel ist“ mit Audrey Hepburn in Grundzügen wieder auf.
Alles in allem erinnert der Streifen nicht selten an Hitchcocks „Fenster zum Hof“, dessen Setting er teilweise übernimmt. Vom gehandicapten Ermittler, der eine Theorie über ein geplantes, respektive bereits geschehenes Verbrechen zu beweisen sucht, über dessen schwierige Beziehung zu einer Frau, bis hin zum Showdown gegen den Schurken, den er weitgehend auf sich allein gestellt bestehen muss. Die passiven Bullen, die den Protagonisten für einen eher überspannten Sonderling halten, gibt’s in beiden Filmen als Dreingabe.
Was den Streifen hier über den Durchschnitt hebt, ist
auch die tolle Farbfotografie, für die Milton Krasner verantwortlich zeigt. Krasner war über mehr als 30 Jahre einer DER Kameraleute im US-Kino.

Rating: $$$+

Splatter:

0/10

 

 

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