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44 Inch Chest

Info

OT: 
44 Inch Chest

Jahr: GB 2009
R: Malcolm Venville
B: Louis Mellis, David Scinto
K: Daniel Landin
M: Angelo Badalamenti
D: Ray Winstone, Ian McShane, Tom Wilkinson, John Hurt, Stephen Dillane, Joanne Whalley, Melvil Poupard

Quelle: DVD (Ascot Elite). Dank furs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Als die rassige Liz (Joanne Whalley) ihrem Ehegespons, dem etwas behäbigen Colin (Ray Winstone), den Laufpass wegen eines anderen Mackers gibt, reagiert der erwartungsgemäß: Erst kriegt die Alte mal kräftig auf die Zwölf, damit sie den Namen des Lovers ausspuckt, dann wird ordentlich Whisky schnabuliert und anschließend die Wohnung zerlegt. Als Soundtrack läuft dazu in Dauerrotation die Edelschnulze „I can’t live (if living is without you)“ von Harry Nilsson.
Noch nahe am Delirium, verständigt Colin dann “die Jungs”, die noch in derselben Nacht zusammen losziehen, „Loverboy“ (Melvil Poupard), einen Kellner, entführen und ihm in einer abgelegenen Bruchbude schon mal die erste Abreibung verpassen. Dann wird der Gutste erstmal in einem Schrank geparkt, während Colin und die Kumpels, unterstützt von einer Kiste Hochprozentigem, über das weitere Schicksal des Casanovas entscheiden: Ein langsamer und schmerzhafter Tod soll es schlussendlich sein, um Schmach und Schmerz angemessen zu vergelten.

Zitate

Meredith (Ian McShane): „Ich kokse gerne Lines, die dick wie Toblerone sind.“

Peanut (John Hurt) zu Meredith: „Du steckst dein Ding in den Arsch eines Fremden … Bäh!! Ist doch widerlich! Schwule Sau!“

Meredith: „Ich beherzige die fünf Fs: Finden, Folgen, Fummeln, F icken, Fallenlassen.“

Colin: „Was würdest du tun?“ – Meredith: „Ich werfe `ne Münze. Kopf: Ich häute sie beide bei lebendigem Leib.“ – „Und Zahl?“ – „Dann wird es schwer, Colin.“

 

Die Kritik des Gunslingers:

Der Streifen überrascht auf ganzer Linie: Aufgrund der martialischen Liner-Notes, die den Film in eine Linie mit „Reservoir Dogs“ stellen und der prominent auf dem Cover platzierten Kanone richtet sich der Erwartungshorizont aus in Richtung „Cooler, gewalttätiger Thriller mit Sprüchefeuerwerk“. Mitnichten, meine Lieben, denn was sich letztlich vor unseren Äuglein aufblättert, geht schwer in Richtung Psycho-Drama, das mit „Reservoir Dogs“ neben seinem Kammerspiel-Charakter eigentlich nur den Stuhl gemeinsam hat, auf dem der Delinquent fixiert wird.
Was der Streifen eigentlich zu beantworten sucht, ist die Frage: Wann ist ein Mann ein ebensolcher, und was ist in einer emotional eher angespannten Situation wirklich cool. So ist es eigentlich nicht überraschend, dass Gewaltausbrüche hier eher lächerlich und als wenig zielführend erscheinen. Kopf einschalten ist vielmehr angezeigt, um zu erkennen, wann weniger mehr und eventuell sogar Loslassen angezeigt sind.
Genug geschwurbelt: Der Film bietet, wie oben bereits angedeutet, praktisch nüscht an Außenhandlung, sondern spielt fast ausschließlich in dem Raum, im dem die Rächer ihr potenzielles Opfer festhalten. So etwas klappt natürlich nur, wenn schauspielerische Schwergewichte am Start sind, die ihren Charakteren auch ohne Impulse von außen Tiefe und Präsenz verleihen. Mit Ray Winstone und seinen Mitspielern stand Regisseur Malcolm Venville eine Auswahl aus der ersten Garde britischer Darsteller zur Verfügung. Als Autoren hauten die bewährten Louis Mellis und David Scinto in die Tasten, die unter anderem auch „Sexy Beast“ und „Gangster Nr. 1“ skripteten.
Spannung erzeugt der Streifen vor allem aufgrund des immer wieder durch Visionen und Rückblenden unterbrochenen „Verhörs“ des gefesselten Lovers durch Colin, das das Kernstück des Films darstellt. Die Situation, in der sich Colin immer mehr in Rage redet, kann jederzeit in Richtung Mord und Totschlag kippen. Doch gleichzeitig gewinnt er mit seinen von Wut, Schmerz und verletztem Stolz getragenen Tiraden so etwas wie einen Erkenntnisgewinn, der ihm die eigentlich einzig mögliche Handlungsoption aufzeigt.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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