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5 unter Verdacht

Info

OT: 
5 unter Verdacht

AT:
Stadt im Nebel
Mord in Belgesund

Jahr: D 1950
R: Kurt Hoffmann
B: Johanna Sibelius, Eberhard Kleindorff
K: Bruno Stephan
M: Herbert Trantow
D: Hans Nielsen, Friedrich Schönfelder, Franz Nicklisch, Ina Halley 

 Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

In einem dänischen Provinz-Privatgymnasium feiert der Schwarzhandel fröhliche Urständ‘. Im Zentrum der Aktivitäten steht Schuldiener Palsberg (Josef Sieber). Der verscheuert an Schüler und Lehrer Hochprozentiges und Kippen oder handelt mit Prüfungsarbeiten. Letztere presst er dem Altphilologen Dr. Berling (Friedrich Schönfelder) ab, den er mit dessen geheimem Kröschen mit der minderjährigen Schülerin Ingrid Sörensen (Ina Halley) in der Hand hat. Worauf bei Auffliegen Zuchthaus steht.
Eines trüben Nachmittags nun bereitet ein Unbekannter dem nicht so braven Hausangestellten mit scharfer Klinge der Garaus. Spuren: offensichtlich keine. Vor dem ermittelnden Oberinspektor Thomsen (Hans Nielsen) breitet sich ein sattes Potpourri von Verdächtigen aus. Neben den Schülern, die allesamt hohe Schulden bei Palsberg hatten, gibt’s noch den erpressten Lehrer, Palsbergs Kumpel Karl Jensen (Franz Nicklisch) sowie nicht zuletzt Palsbergs Zwillingsbruder Erik (Sieber), der mit dem lieben Verblichenen in Dauerstreit in Sachen Pennunzen lag. Doch der gelackte Bulle ist ein harter und bekannt dafür, dass er seine Fälle immer in spätestens drei Tagen zum Abschluss bringt.

Zitate

Klimm (Gunnar Möller): „Der Fatzke mit dem Regenschirm? Der beißt keinen." (Wie der erste Eindruck doch täuschen kann (wink))

Palsberg: „Ein hübsches Mädchen. Der Herr Doktor hat einen ausgezeichneten Geschmack: immer Kükenfleisch.“

Die Kritik des Gunslingers:

Deutschland war spätestens ab 1933 Diaspora in Sachen Genrefilm. Romanzen, Uniformen, Kitsch und harmlose Komödien prägten bis weit in die 1950er-Jahre die hiesige Kinolandschaft. Nur kurz unterbrochen durch den „Trümmerfilm“. Dennoch gab es Ausnahmen vom Heile-Welt-Einheitsbrei: Ich erinnere an dieser Stelle nur an Käutners „Epilog“, Lorres „Der Verlorene“ und eben vorliegenden Streifen, hierzulande fast vergessene Landmarken.
Erstaunlich ist, dass mit Kurt Hoffmann einer der Protagonisten des bundesdeutschen Gefühls- und Komödienkinos auf dem Regieschemel Platz genommen hatte. Bereits 1943 hatte er die staatstragende Komödie „Quax, der Bruchpilot“ inszeniert. Später folgten Streifen wie „Das Wirtshaus im Spessart“ oder „Wir Wunderkinder“. Allerdings sei der Fairness halber angemerkt: Selbst in allen diesen eher harmlosen Filmen zeigte Hoffmann, dass er ein fähiger Regisseur war.
„5 unter Verdacht“ stellt in seinem umfangreichen Werk eine herausragende Ausnahme dar. Schon das Setting ist sehr fein gelungen: eine wie von aller Welt abgeschnittene Hafenstadt, die seit mehr als einer Woche unter dichtem Nebel liegt. Ein dräuender Off-Erzähler, der von der Schattenwerdung von Mensch und Tier raunt, von einem dräuenden Mord, Schiffe, die im Hafen festliegen als Sinnbild für die Insellage auf Zeit. Dazu eine Schwarzweiß-Kamera, die dem Ganzen einen zusätzlichen surrealen Touch verpasst. Überhaupt: Kamera und Licht sind hervorragend. Zwar handelt es sich hier nicht um einen Film noir. Bild- und Lichtgestaltung kommen aber an die amerikanischen Referenzwerke heran und ziehen sogar Verbindungen bis zum deutschen Stummfilm. Beispielhaft sei das actionreiche Finale genannt. Die Bilder, die immer wieder schlaglichtartig und in Großaufnahme das verzerrte Gesicht des fliehenden Mörders herausstellen, und die verfremdeten Sounds wären auch in einem frühen Fritz-Lang-Streifen nicht verkehrt gewesen.
Eine feine Performance liefert Hans Nielsen als Bulle ab: alles andere als ein jovialer TV-Cop, sondern ein analytischer Polizist, der seinen Pappenheimern mit einer gehörigen Portion Arroganz auf den Leib rückt und dieses zusätzlich durch sein elegantes Outfit unterstreicht.

Rating: $$$$$-

Splatter:

0/10

 

 

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