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Agenten Poker

Info

OT:
Il Giocco delle Spie

AT:
Our Men in Bagdad

Jahr:
I/F 1966
R, B: Paolo Bianchini
B: Augusto Caminito, Maurizio Lucci, Mauro Severino, Roberto Velher
K: Giovanni Raffaldi
M: Walter Rizzuti, Roberto Pregadio
D: Roger Hanin, Rory Calhoun, Evi Marandi, Raf Baldassarre

Quelle: TV (MDR)

 

Inhalt

Die Amerikaner gehen mit einem arabischen Staat einen zumindest *hust* moralisch zweifelhaften Geheimdeal ein: Waffen gegen exklusiven Zugang zu Ölquellen. Die Russen kriegen Wind davon und lassen ihren besten Mann, Sadov (Roger Hanin), von der Leine. Der soll die Papiere klauen, um weitere Details zu erfahren.
Aber Sadov lässt sich abkochen wie ein Anfänger: Nachdem er sich tatsächlich die Vertragsunterlagen schnappen konnte, brauchen die Amerikaner nur ein wenig Chloroform, um ihn im Zug nach Istanbul schachmatt zu setzen. Die Russen kochen, zumal auch die nächste Operation in Bagdad 1a in die Beinkleider geht. Und so keimt beim Geheimdienstgeneral (Tino Carraro) und seinem eisernen Besen, Ausbilderin Lepediewna (Lea Padovani), der Verdacht, dass ein Doppelagent seine Griffel im Spiel hat.
Erst einmal schickt man aber Sadov und seinen Spezi Alex (Rory Calhoun) los, um in Bagdad doch noch an die Vertragsunterlagen zu kommen. Das, was sie schlussendlich erbeuten, sind zwar nicht die gesuchten Papiere, wohl aber Dokumente, die den Doppelagenten enttarnen können. Für den wird die Luft jetzt ganz schön dünn.

Zitate

Lepediewna: „Es genügt ein einziger Wurm; um einen Apfel faulen zu lassen.“ (Ähem…)

General: „Ich kann mich nur wiederholen, Sadov: Wir können uns keine Gefühle leisten.“

Die Kritik des Gunslingers:

1966 stand das Eurospy-Subgenre in voller Blüte. Während sehr viele Streifen eher wie überdrehte Tongue-in-Cheek-James-Bond-Wiedergänger das Licht der Leinwand erblickten, vollgesaugt mit Sixties-Atmo, geht vorliegender Film einen beschwerlicheren Weg.
Zwar suggeriert der Filmtitel erst einmal die übliche leicht-beschwingte Kost. Aber Paolo Bianchini, genre-erfahrener Routinier, der zumeist Solides ablieferte, versuchte sich hier an einem durchaus ernst gemeinten Spionage-Thriller. Damit erleidet er jedoch genauso Schiffbruch wie die Russen mit ihren wahlweise verratenen, wahlweise dilettantischen Aktionen. Das Buch, an dem sich offensichtlich eine Handvoll Autoren versucht hat, schafft es nicht, Interesse zu wecken. Der Hauptfehler besteht darin, dass der Plot den Papieren eine zu große Bedeutung zumisst, ohne zu erklären, was man überhaupt damit anfangen will. Am Ende erfährt man immerhin, dass es um eine Schiffsladung voller Amiwaffen geht, die es abzufangen gilt. Ist aber auch wurscht, denn eigentlich sind diese Dokumente das, was Hitchcock einen McGuffin nannte: ein eher bedeutungsloses Detail, das die Handlung vorantreibt, ohne von Wichtigkeit zu sein. Setzt man diesen McGuffin zu sehr in den Mittelpunkt, bleibt der Film auf der Strecke, da er der Bedeutung, mit der er aufgeladen ist, nicht gerecht werden kann.
Viel zu spät kommt der eigentlich viel tragfähigere Aspekt des Doppelagenten ins Spiel, dem Zuschauer aber schon enthüllt, bevor überhaupt die Rede von ihm ist (wink). Anstatt immer wieder auf die doofen Papiere zu blicken, wäre es dem Streifen viel besser bekommen, diesen Doppelagentenstrang in den Fokus zu nehmen und aufzubauen. Ungewöhnlich ist es allerdings für diese Art Filme, die Geschichte von russischer Seite aus zu erzählen. Am Ende bleibt ein seriöser Versuch, einen ernsthaften Eurospy als Kontrapunkt zur verbreiteten Pop-Juxerei zu setzen, mehr aber auch nicht.
Der Cast ist gut in Form: im Gegensatz zu etlichen seiner in Europa tätigen US-Kollegen, suchte Rory Calhoun kein Ausweichterrain für eine verflachende Karriere. Für ihn bedeutete der Ausflug ins europäische Peplum- und Spionagegeschäft nur eine kurze Stippvisite, bevor er seine bis zum Schluss erfolgreiche US-Laufbahn fortsetzte. Die Griechin Evi Marandi sieht auch hier bombastisch aus. Das sichert ihr einen schillernden Platz in der zweiten Reihe der weiblichen Genrefilmstars der 1960er-Jahre. Mit dem Titeltrack hat das Komponistenduo Rizzuti/Pregadio einen fluffigen Instrobeattrack mit starker Orgeleinlage fabriziert.

Rating: $$$-

Splatter:

1/10

 

 

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