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Alibi zerbricht, Ein

Info

OT: 
Ein Alibi zerbricht

Jahr: D/Ö 1963
R:
Alfred Vohrer
B:
Herbert Reinecker
K:
Friedel Behn-Grund
M:
Peter Thomas
D:
Ruth Leuwerik, Peter van Eyck, Sieghardt Rupp, Charles Regnier

Quelle: TV (Das Vierte)

 

Inhalt

Als Trucker Martin Siebeck (Michael Janisch) im Nebel einen Mann überrollt und tötet, nimmt's ihm niemand ab, dass ihm zwei Männer das Opfer vor den Laster geworfen hätten. Ist auch nicht ganz einfach, dem Mann zu glauben, nachdem dieser ein paar Pilsetten und „drei, vier Schnäpse“ auf dem Bock genossen hat. Die patente Rechtsanwältin Dr. Maria Rohn (Ruth Leuwerik) wird mit der Pflichtverteidigung des Mannes beauftragt, dem sie seine unwahrscheinliche Geschichte instinktiv abkauft.
Und zum Ärger ihres dominanten Gatten Günther (Peter van Eyck) entwickelt Maria nicht nur einen fanatischen Ehrgeiz, sondern auch kriminalistisches Gespür.
Schon bald ist klar, dass der Tod des Mannes tatsächlich Mord war. Zwar kommt Siebeck nun aus dem Knast, was die Anwältin aus ihrem Mandat entlässt. Doch Maria hat zu ihrem eh bis zur Penetranz ausgeprägten Gerechtigkeitssinn der Jagdtrieb gepackt, was ihrer Ehe wiederum nicht zum Besten gereicht. Sehr schnell rückt nämlich das Ehegespons in den Kreis möglicher Verdächtiger vor. Je tiefer Maria, inzwischen zusammen mit Kriminalkommissar Seifert (Fritz Schmiedel), in dem Fall prökelt, umso unschönere neue Erkenntnisse kommen ans Licht. Da die Gutste stur wie ein Bluthund alle Warnungen vor weiteren Nachforschungen in den Wind schlägt, ist bald ihr eigenes Leben in Gefahr.

Zitate:

Günther Rohn zu Maria: „Du bist sehr tüchtig.“ (Klingt im Zusammenhang allerdings eher wie eine Drohung)

Günther: „Du gehst von einer falschen Voraussetzung aus, Maria: Du glaubst, dass mich das, was du machst, interessiert. Da liegst du falsch.“

Die Kritik des Gunslingers:

Alfred Vohrer, seit Anfang der 60er vielbeschäftigter Regisseur bei Rialto, die unter anderem die „Edgar-Wallace“-Streifen produzierte, fand ab und an Zeit zu kleinen Abstechern. Dieser hier führte ihn zum Beispiel zur österreichischen Sascha-Film, die nach dem Krieg vor allem leichte Kost herstellte.
Was Vohrer wie einen straighten Gerichts-Thriller beginnen lässt, optisch dazu noch angelehnt an einschlägige Genre-Kost der Zeit, verschwindet auf einmal in der Garderobe und kommt im Gewand eines Psycho-Thrillers zurück. Die Stimmung kippt, als Maria auch nach der Entlassung Siebecks den Fall lösen will, und die Täter sich zunehmend in die Enge gedrängt sehen. Bis dahin hatten die Männer, ob nun Marias Gatte oder Kommissar und Untersuchungsrichter (Herbert Kersten), eher milde lächelnd auf die Bemühungen der umtriebigen Juristin herab geblickt, obwohl diese immerhin einen Porsche 356 fährt *lach*. Auf einmal jedoch ist aus der Bilderbuch-Ehe der Rohns eine Hölle geworden, in der die Masken gefallen sind und mit allen Bandagen gekämpft wird. Eine der stärksten Szenen des Streifens ist für mich die, in der Maria ganz ohne Worte mit Hilfe der legendären Bach’schen Fuge die Wahrheit schlagartig klar wird.
Schön auch die Einstellung auf der Baustelle, in der Günther als Bauleiter im Kranlift vom Dach eines Rohbaus zu seiner unten im Matsch ausharrenden Gattin herabgeschwebt kommt. Wenn man will, eine Metapher für die Entfremdung der Eheleute. Ganz toll gespielt von van Eyck und auch von Ruth Leuwerik, die ich eher in die Schublade Herz-Schmerz-Schnulzentante einsortiert hatte. Ich leiste hiermit Abbitte und entschuldige meine Ignoranz.
Überhaupt sind’s die überzeugenden darstellerischen Leistungen, die die Spannung hochhalten. Peter van Eyck ist der souveräne und extrem dominante Unternehmer, der zum von allerdings rein materiellen Überlebensängsten getriebenen Menschen zerfällt und seine Besitzstände mit wirklich allen Mitteln verteidigt. Er ist schon so weit gegangen, dass es kein Zurück gibt. Mit ihm befinden sich Sieghard Rupp und Charles Regnier auf der Schussfahrt ins Verderben.
All dies ist klasse fotografiert von Friedel Behn-Grund und fein abgeschmeckt durch Peter Thomas, der einen piano-, streicher- und bläsergesättigten Score mit den typischen Dissonanzen beisteuerte. Dürftig allerdings der Showdown, der einen halben Punkt Abzug einbringt.

Rating: $$$$

Splatter:

1/10

 

 

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