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Asphalt Dschungel

Info

OT: 
The Asphalt Jungle
AT:
Raubmord

Jahr: USA 1950
R, B:
John Huston
B:
Ben Maddow
K:
Harold Rosson
M:
Mikós Rózsa
D:
Sterling Hayden, Louis Calhern, Sam Jaffe, Jean Hagen

Quelle: TV (NDR)

 

Inhalt

Der Chicagoer Rechtsanwalt Emmerich (Louis Calhern) ist das, was man einen krummen Hund nennt: Um seinen aufwändigen Lebensstil inklusiver junger Freundin (Marylin Monroe) zu finanzieren, beteiligt er sich an so manch’ krummen Ding. Trotzdem ist er nun pleite, und so kommt ihm der frisch aus dem Knast entlassene Gentleman-Gauner „Doc“ Esterhazy (Sam Jaffe), der in der Originalfassung den etwas gewöhnungsbedürftigen Namen "Erwin Riedenschneider" führt, gerade recht.
Der Doc nämlich hat einen bereits fix und fertig ausgearbeiteten Coup anzubieten: den Bruch bei einem Luxus-Juwelier, der mindestens eine halbe Million Dollar einbringen soll. Um ein Team zusammenzustellen, sind aber erstmal 50 Riesen Anschubfinanzierung nötig. Emmerich, der seine pekuniären Kalamitäten geheim hält, willigt ein, das Ding zu finanzieren und das anschließende Verscheuern der eigentlich unverkäuflichen Klunker zu übernehmen. Esterhazy stellt nun eine Mannschaft zusammen, zu der der Schränker Louis (Anthony Caruso), der Fahrer Gus (James Whitmore) und dessen Kumpel „Dix“ Handley (Sterling Hayden) als Mann fürs Grobe gehören. Die nötige Kohle lässt Emmerichs Spezi, der Buchhalter Cobby (Marc Lawrence), springen, den der Rechtsanwalt mit windigen Begründungen weichgeklopft hat.
Der eigentliche Bruch gelingt zwar, doch dann läuft alles schief. Am Ende sind diverse Beteiligte tot oder verhaftet und Dix und der Doc mit der Beute auf der Flucht vor einem wachsenden Polizeiaufgebot.

Zitate:

„Nun seht euch mal den Burschen an: die Kumpels aufs Kreuz legen, aber wenn’s schief geht, flennt er.“ (Dix zu Emmerich, nachdem dessen Betrugsversuch gescheitert ist)

Emmerich: „Die Verbrecher sind gar nicht so sehr verschieden von uns. Verbrechertum ist nur eine andere Form des Lebenskampfes.“

Die Kritik des Gunslingers:

Zwar zählt John Hustons Thriller heute zu den Klassikern des Film noir, ist diesem aufgrund seiner geraden Erzählstruktur, dem eher dokumentarischen Stil und der Figurenzeichnung jedoch nur eingeschränkt zuzurechnen. Meiner Meinung nach handelt es eher um einen Gangsterfilm mit Noir-Einsprengseln wie beispielsweise teilweise die Ausleuchtung oder der Charakter des Rechtsanwalts Emmerich.
Wie auch immer: „Asphalt Dschungel“ ist ein typisches Heist-Movie, wohl eines der ersten, wenn nicht gar das erste seiner Art, das in der Art der Coup-Beschreibung unzählige Epigonen (u. a. den hier auch beschriebenen "Gangster sterben zweimal") beeinflusst hat. Die Stimmung ist pessimistisch und düster: So hat man nie den Eindruck, dass das Verbrechen gelingen kann. Zu trauen ist eh’ kaum jemanden: korrupte Bullen, Emmerich, der mit Hilfe des Privatdetektivs Brennan (Brad Dexter) seine Partner übers Ohr hauen will, dann aber von diesem selber gelinkt wird. Am ehesten ist so was wie Mitfühlen oder auch Pflichtbewusstsein auf Seiten der Gangster zu finden. Die oberflächlich „gute Gesellschaft“ ist dagegen ausschließlich auf den eigenen Profit fixiert, den sie mit allen Mitteln auch einstreichen will. Der Gangster sozusagen als der bessere Bürger ;-).
Der Streifen ist hervorragend gespielt, besonders der großartige Louis Calhern liefert mal wieder eine Glanzleistung ab. Hervorzuheben ist auch, mit wie wenigen Einstellungen es Huston gelingt, nahezu ohne erklärende Dialoge ein komplexes Charakterbild der Beteiligten zu schaffen.
Aufgrund einiger Längen gibt’s hier allerdings nicht die Höchstnote.

Rating: $$$$+

Splatter:

1/10

 

 

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