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Auge der Spinne, Das

Info

OT: 
L'Occhio del Ragno

Jahr: I 1971
R: Roberto Bianchi Montero
B: Luigi Angelo, Fabio De Agostini, Aldo Condo
K: Fausto Rossi
M: Carlo Savina
D: Antonio Sabato, Lucretia Law („Lucretia Love“), Van Johnson, Klaus Kinski

Quelle: VHS (Toppic)

 

Inhalt

Eigentlich hatte Häftling Paul (Antonio Sabato) damit gerechnet, geruhsam aus Haftanstalt A in den Knast B verlegt zu werden. Doch Pustekuchen: Ehe er weiß, wie ihm geschieht, knacken Unbekannte die grüne Minna, und Paul ist frei. Sein unbekannter Wohltäter stellt sich als Professor Krüger (Van Johnson) vor, und Krüger hat Großes vor mit dem Ex-Knastologen.
Paul nämlich war ein paar Jahre zuvor an einem Diamantenraub in Wien beteiligt, bei dem ihn seine Kumpane schamlos übern Löffel balbiert hatten: Mit einer Unze Blei im Balg ließen sie ihn liegen. Aber Paul überlebte und landete im Knast. Prof Krüger wiederum hatte das Ding damals ausgeheckt und finanziert. Nur seinen Anteil aus dem Raub waren ihm die Gangster schuldig geblieben. Jetzt soll Paul sämtliche Außenstände bei der alten Gang eintreiben.
Zu diesem Behufe unterzieht ihn der Professore einer Gesichts-OP und setzt ihn zusammen mit seiner Komplizin Gloria (Lucretia Love) in Marsch. Doch Paul spurt nicht, denn Rache ist ihm wichtiger als die Pennunzen. Und so gibt’s bald viel mehr Kleinholz, als es dem Professor lieb sein kann. Schon bald ist Pauls altem Boss, Hans Fischer (Klaus Kinski), liebevoll genannt „Der Polacke“, seine neue Visage bekannt. Unbemerkt öffnet sich für ihn dazu eine zweite Front, tüftelt der Professor doch bereits aus, wie er den zur Belastung gewordenen Geldeintreiber nach getaner Arbeit am elegantesten wieder loswerden kann.

Zitate

Krüger: „Stoßen wir an auf den Hass und die Geschäfte.“

Droga (Claudio Biava): „Es gibt mini und maxi. Wie bei den Menschen. Ich war zum Beispiel immer maxi.“ (Selbstüberschätzung ist der erste Schritt unter die Erde (Zwinkern))

Krüger: „Ist es nicht schön, aneinander gebunden zu sein? Findest du nicht?“ 

Die Kritik des Gunslingers:

Kleiner Gangsterstreifen, der zwar nicht an die Top-Produkte einschlägiger italienischer Genrekost herankommt, aber dennoch zu unterhalten weiß. Das liegt nicht an der Geschichte, die sich trotz der kurzen Laufzeit manchmal arg quälen muss, um einen neuen Anlauf für die nächste Hürde zu nehmen.
Immer wieder flicht das Buch Bade- und Knatterszenen ein, die zwar den Plot nicht unbedingt voranbringen, aber dafür die Produzenten zufriedenstellten. So liegt bereits kurz nach Pauls Ankunft in der Professorenvilla eine nackte Püppi (Peri-Han) in den Federn, die sich Paule sofort zur Brust nehmen darf. Ein Wannenvollbad der Amerikanerin Lucretia Law, die immer als „Lucretia Love“ arbeitete, zieht sich gewaltig. Zeit genug für Kameramann Fausto Rossi, einen Sack voller Impressionen von der Love’schen Theke einzufangen.
Dazu enthält der eigentlich recht sorgfältig gemachte Film einige unnötige Schlampigkeiten. Der gravierendste Punkt ist die Gesichts-OP, der sich Antonio Sabato unterziehen muss. Vorher: riesiger Gesichtserker aus Pappmaschee, kombiniert mit blonder Perücke und Augenwulstansatz. Nachher: Antonio Sabato. Das ist doch etwas basic. Na ja, funktioniert hat’s ja trotzdem, denn die alten Kollegen haben den guten Paule dann ja erstmal tatsächlich nicht erkannt *lach. Da dieser aber eh mit dem Holzhammer agiert, ist die Gesichtsnummer sowieso völlig überflüssig, und der Abstecher in den Trash hätte unterbleiben können. Was dann aber nervt, ist die unpassende Synchronstimme mit einem starken süddeutschen/österreichischen Akzent. Kinski aber ist wieder großartig, diesmal mit dunkel gefärbter Matte, ostigem Zungenschlag und gierig zelebrierter Zigarettensucht. Richtig böse.
Wirklich gut gefallen haben mir die schwarzweißen, optisch verfremdeten Rückblenden, die im Verlauf die Geschehnisse um den verpatzten Coup enthüllen. Dazu liefern sich Kinski und Sabato einen schön fotografierten Kampf mit Faust und Bootshaken. Das trostlose Finale zieht den Streifen dann endgültig ins Plus. Sehr fein im Übrigen der Score von Savina: in seinen besten Momenten eine Art Instro-Beat, bestückt mit Sax, Gebläse, Orgel und Vibraphon. Ein Jahr später ließ Montero den gelungenen Giallo „Schön, nackt und liebestoll“ folgen.

Rating: $$$+

Splatter:

3/10

 

 

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