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Bedingungslos

Info

OT: 
Kærlighed på film

Jahr: DK 2007
R, B: Ole Bornedahl
K: Dan Laustsen
M: Joachim Holbek
D: Anders W. Berthelsen, Rebecka Hemse, Charlotte Fich, Nikolaj Lie Kaas

Quelle: TV (NDR)

 

Inhalt

Das Leben von Polizeifotograf Jonas (Anders Berthelsen) verläuft in ruhigen, sicheren Bahnen. Gerade hat er mit Gattin Mette (Charlotte Fich) und den beiden Kindern eine neue Butze in einem Vorort Kopenhagens bezogen, als dieses beschauliche, gutbürgerliche Dasein aus den Fugen gerät.
Die Familie bleibt mit ihrem schrottreifen Volvo auf einer Schnellstraße liegen, was letztlich zu einem schweren Crash führt. Einzige Leidtragende des Unfalls ist Julia (Rebecka Hemse), die schwerverletzt ins Koma fällt. Jonas fühlt sich schuldig. Um die Patientin im Krankenhaus besuchen zu können, gibt er sich als ihr Freund Sebastian (Nikolaj Lie Kaas) aus und läuft hier prompt Julias gesamter Familie in die Arme. Da er nicht über den Mumm verfügt, den Irrtum aufzuklären, ist er fortan in der Rolle gefangen, in der er sich zunehmend gefällt.
Als Julia aus dem Koma erwacht, kann sie kaum sehen und sich auch nicht an Sebastian erinnern. So kann Jonas das unkonventionelle Mädel, das seine Avancen erwidert, ungeniert umwerben, und zwar mit zunehmend kleiner werdenden Gewissensbissen. Dann offenbart ihm Julia, dass sie schwanger ist. Da aber die Empfängnis definitiv in die Zeit ihres Komas fiel, kann es Jonas nicht gewesen sein. Dennoch schießt er Mette und die Kinder in den Wind, um entgegen dem Rat seiner Kollegen ganz für Julia da zu sein, zumal der echte Sebastian tot zu sein scheint. Doch wer war der Vergewaltiger im Krankenhaus?

Zitate

Dr. Diekmann (Flemming Onovid): „Ich finde, Sie sind das größte Dreckschwein, das mir jemals untergekommen ist. Pfui Teufel!“ – Jonas: „Was??“ – „Was fällt Ihnen ein, Sie perverse Sau!“ (Diekmann hatte den Zeitpunkt von Julias Empfängnis genauer bestimmt und zieht falsche Schlüsse)

Frank (Dejan Cukic): „Weißt du, warum der Typ letztens seine ganze Familie geschlachtet hat? Nun, zuerst hat ihn seine Frau rausgeschmissen; dann hat sie das Sorgerecht bekommen, und dann hat sie seinen besten Freund gefickt. Ist ER jetzt gestört oder sie? Ich weiß es nicht. Ich WEIß es nicht, Jonas.“ (Kollegentalk in der Leichenhalle)

Die Kritik des Gunslingers:

Und wieder einmal zeigt sich, dass Dänemark wahrlich eine der ersten Adressen für wahre Kino-Feinkost. Wie auch dieses klasse Thrillodram zeigt, für das Regisseur und Autor Ole Borndal immer wieder auf die Stilmittel eine Film noirs zurückgreift, ohne dabei manieristisch zu wirken.
So weist der Streifen eine klassische, zyklische Erzählstruktur auf: Er beginnt mit dem Ende und schlägt dann den Bogen in Form einer großen Rückblende. Wir sehen den tödlich verletzten Jonas auf dem Asphalt liegen, während der Regen herunterprasselt und Jonas die Szenerie aus dem Off erläutert. Damit wären wir auch schon beim zweiten Noir-Stilmittel, denn immer wieder schaltet sich der Protagonist kommentierend in die Handlung ein. Hier lässt insgesamt schon mal der „Boulevard der Dämmerung“ grüßen, einer DER klassischen Noirs, den Billy Wilder inszenierte. Um die Vorgeschichte(n) zu vermitteln, ist der Film bis zum schicksalsträchtigen Unfall in kurze Kapitel gegliedert. Das ist auf den ersten Blick etwas verwirrend, im Nachhinein aber durchaus sinnvoll. Zwischenblenden visualisieren Erzähltes und enthüllen dabei Unwahrheiten. Leider nur für den Zuschauer *Lach.
Auch von der Plotführung her ist der Streifen sehr noiresk, indem er die Geschichte eines Normalos erzählt, der durch Zufall in Dinge gerät, die mindestens eine Nummer zu groß für ihn sind. Spannungstreibend ist es zudem, dass der Zuschauer wie gesagt dem armen Jonas immer einen Schritt voraus ist, so dass man die Scheiße förmlich herantreiben sieht, die den Gutsten verschlingen wird. Schauspielerisch rockt der Film ebenfalls: allen voran Anders Berthelsen als Bürger, der für seinen spontanen Ausbruchsversuch aus seinem „kleinen“ Leben eine hohe Zeche bezahlen muss, und Rebecka Hemse, die eine unschuldige Femme fatale gibt. Wenn dieser Begriff in diesem Zusammenhang überhaupt erlaubt ist.

Rating: $$$$$

Splatter:

4/10

 

 

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