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Bei Bullen singen Freunde nicht

Info

OT:
Adieu, l’Ami!

AT:
Due sporche Carogne – Tecnica per una Rapina (I)
Du kannst anfangen zu beten

Jahr: F/I 1968
R: Jean Herman
B: Sébastien Japrisot
K: Jean-Jacques Tarbes
M: François Roubaix
D: Alain Delon, Charles Bronson, Brigitte Fossey, Bernard Fresson

Quelle: TV (WDR)

 

Inhalt

Nachdem sie ihren Dienst in Nordafrika abgerissen haben, werden Militärarzt Dino Barran (Alain Delon) und der amerikanische Legionär Franz Propp (Charles Bronson) aus Staatsdiensten entlassen: ersterer aus der Armee, letzterer aus der Fremdenlegion. Während Barran die Schnauze voll hat vom Kommiss, will ihn Propp, den er bei der Abmusterung in Marseille kennenlernt, für einen Anschlussjob im Kongo begeistern.
Barran lehnt ab und reist stattdessen mit Zufallsbekanntschaft Isabelle (Olga Georges-Picot), der Freundin seines umgekommenen Kameraden Mozart, nach Paris. Hier nimmt er auf Drängen Isabelles einen befristeten Job an, für den eigentlich Mozart vorgesehen war: Isabelles Firma sucht kurz vor Weihnachten für drei Tage einen Arzt, der die Mitarbeiter durchcheckt. Diese drei Tage hat Dino Zeit, um für Isabelle einen Coup vorzubereiten: Es geht darum, von ihr entwendete Aktien im Wert von 50.000 Francs unbemerkt zurück in den Firmentresor zu legen. Dazu soll sich Dino über die Weihnachtstage in dem Laden einschließen lassen, um in Ruhe arbeiten zu können.
Doch die Geschichte riecht. Erstens wird der Safe tags vor dem Bubenstück mit zwei Millionen Francs bestückt – Lohn- und Weihnachtsgelder. Zweitens besitzt Dino im Vorfeld nur drei Ziffern der siebenstelligen Safekombination, und drittens taucht Propp wieder auf, der Barran seit Marseille folgte. Und der will nichts einzahlen, sondern abheben.
Nach den obligatorischen Reibereien arbeiten die Beiden schlussendlich zusammen, um innerhalb der verbleibenden Zeit die fehlenden Kombinationsziffern rauszubosseln. Doch dann ist nicht nur der Safe leer, sondern auch ein Wachmann tot, erschossen mit Dinos Kanone. Es gibt nur einen Schluss: Irgendjemand hat sie kräftig hingehängt.

Zitate

Propp: „Irgendwer sucht immer jemand.“ – Barran: „Ich nicht. Ich kenn‘ nämlich niemand.“

Barran: „Bist du Amerikaner?“ – Propp: „Ich bin alles. Kommt drauf an, wer am besten zahlt.“

Cathérine (Marianna Falk): „Ich weiß nicht mal, wo ich dich wiederfinden kann.“ – Propp: „Du weißt gar nicht, was du damit für ein Glück hast.“

Barran: „Gib mir dein Wort!“ – Propp: „Das ist wertlos, Doc.“

Die Kritik des Gunslingers:

Regisseur Jean Herman kam in seiner Vita auf nicht mal eine Handvoll Kino- und TV-Streifen. Eher bekannt war er als Drehbuchautor („Ein Mann rennt um sein Leben“, „Der Außenseiter“) und Schriftsteller. Nun, aber hier gelang ihm eine gelungene Mischung aus Heist-Film und Thriller, in dem vor allem Alain Delon und Charles Bronson die Aktivposten sind.
Der Streifen nimmt sich Zeit für seine beiden Hauptfiguren, die er in fast parallelen Handlungssträngen verfolgt. Auf der einen Seite der desillusionierte Barran, der aufgrund seiner Erlebnisse – unter anderem dem von ihm verschuldeten Tod Mozarts – kein normales Leben mehr führen kann. Einmal mehr lässt Delon Gefühle hinter einer fast unbeweglichen Maske wie aus Porzellan verschwinden. Aus diesem Grund lässt er sich auch gar nicht lange bitten, als ihm Isabelle auf der Tour von Marseille nach Paris von ihrem Plan erzählt.
Auf der anderen Seite Franz Propp, der sich treiben lässt, am liebsten dahin, wo es viel Geld zu verdienen gibt. Denn Pennunzen braucht er immer, und so betätigt er sich in Paris nebenbei als eine Art Zuhälter für Cathérine, die er zufällig aufgegabelt hat. Sehr surreal die Szene, in der Propp Cathérine für reiche Säcke auf der Drehscheibe einer Inhouse-Parkplattform strippen lässt. Selbstredend beklaut der Gutste den angetanen Hausherrn während der Performance.
Während in der ersten Hälfte die Heist-Elemente überwiegen – Vorbereitung und Durchführung des Safeaufbruchs – übernimmt spätestens ab dem letzten Drittel der Thriller die Regie. Obwohl die Geschichte nicht wirklich überraschend verläuft, bleibt sie immer spannend dank der beiden großartig harmonierenden Protagonisten.
Eine besondere Erwähnung haben hier allerdings auch Kamera und Atmo verdient. Die Szenen innerhalb der Modefirma und auch teilweise auf den Straßen der Stadt spendieren kräftiges Augenfutter für den Sixties-Afficionado (wink).

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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