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Info

OT: 
Big Nothing

Jahr: GB/KAN 2006
R, B: Jean-Baptiste Andrea
B: Billy Asher
K: Richard Greatrex
M: Alan Anton
D: David Schwimmer, Simon Pegg, Alice Eve, Jon Polito

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Charlie Wood (David Schwimmer) ist ehemaliger Lehrer und aktueller, leider erfolgloser Buchautor. Die Kohle schafft Gattin Penelope (Natasha McElhone) ran, die als Kleinstadtsheriff gerade einen Serienkiller jagt. Um den Schornstein am Rauchen zu halten, braucht Charlie einen Job. Den findet er im Riesencallcenter eines Online-Providers.
Leider ist unser Akademiker complettamente ungeeignet und fliegt bereits am ersten Tag. Aber er hat diese Zeit trotzdem genutzt und Gus Dickinson (Simon Pegg) kennengelernt, einen wenn auch kurzzeitigen Kollegen. Und der schlitzohrige Gus ist der Mann mit dem Plan – für den er einen Kompagnon benötigt. Es geht darum, einen Reverend, der sich im Internet auf illegalen Schmuddelseiten vergnügt um ordentlich Moneten zu erleichtern. Charlie hat nix zu verlieren, zumal er sich nicht traut, Penelope seinen Callcenter-Flop zu beichten. Mit von der Partie ist eher zufallsbedingt auch Josie McBroom (Alice Eve), eine ex „Miss Teen Oklahoma“ und Gus‘ Knatterbekanntschaft.
Doch das vermeintlich leichte Abziehen des sündigen Klerikers geht schwer in die Beinkleider. Schon bald befinden sich unsere Schmalspur-Erpresser auf einer leichenreichen Schussfahrt, die nur böse enden kann.

Zitate

Gus (hat die Kontrolle über die Sprüchekiste):
„Willkommen in der Hölle, du Idiot.“ (Netter Kollegengruß für Charlie)
„Das war nicht unbedingt eine von diesen 08/15-Nächten.“
„Glaubst du, dass dieser Nilpferd-Spezialagent mehr herausfinden kann als den Weg zum nächsten Büffet?“
(Oh, doch, er kann)

Mrs. Smalls (Mimi Rogers): „Pink Floyd? Habe ich ja schon ewig nicht mehr gehört.“ (Geht auch nur mit ‘ner Axt in der Birne)

Charlie: „Ich glaub‘, du hast ein ernsthaftes Problem mit Stresssituationen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Deutlich inspiriert von Tarantinos „Kill Bill“ und Guy Ritchies stilvollen Gangstergrotesken, legt auch der französische Regisseur Jean-Baptiste Andrea von Anfang an ein hohes Tempo vor. Der Streifen eröffnet mit einem klassischen „Trunk-Shot“, in dem unsere drei Erpresser in den Kofferraum eines Autos blicken. Schwarzblende. Vorspann. Charlie betätigt sich als Off-Erzähler und führt in die ganze Malaise ein. Es dauert ungefähr bis zur Mitte des Streifens, bis wir vom zeitlichen Ablauf wieder vor dem Autokofferraum angelangt sind.
Der Film startet erst einmal recht entspannt als augenzwinkernde Komödie, die uns die drei Protagonisten nahebringt. Der Irrsinn im Callcenter, das Kennenlernen von Josie und Gus – als Rückblende in der Rückblende – gibt jede Menge Stoff für Wort- und Bild-Gags. Das funktioniert so famos, weil Simon Pegg, David Schwimmer und Alice Eve nicht nur klasse Leistungen bringen, sondern auch die größten Brüller knochentrocken servieren. Außerdem machen, mir zumindest, technische Sperenzien und Poserei wie Splitscreen und gezeichnete Zwischensequenzen enorm viel Spaß.
Die Stimmung verdüstert sich mit Fortgang der Ereignisse zunehmend, ohne allerdings den Humor über Bord zu werfen, der jedoch immer schwärzer wird. Einen Diabetiker mit einem Riesen-Lolli über die Wupper zu befördern, ist schon eine feine Idee, und auch die Axt in der Rübe der Pfarrersgattin (Mimi Rogers), die daraufhin Pink Floyd zu hören glaubt … niiiicht schlecht (Zwinkern).
Die Handlung ist klassisch verzwirbelt. Da das Drehbuch ununterbrochen immer haarsträubendere Zufälle aus dem Hut zaubert, ändert sich dies auch nicht. Wenngleich sich die wahre Identität der Protagonisten allmählich lüftet. Denn Josie und Gus sind selbstredend nicht die, die sie vorgeben zu sein. Capisce? Dadurch gibt’s immer wieder überraschende Wendungen, die Laune machen bis zum unerwarteten Schluss.
Nicht so geschmackssicher wie Tarantino ist Andrea allerdings bei der Zusammenstellung seines Scores. Rammstein hätte es nun wirklich nicht gebraucht. Aber – hey – ist auch wieder nur Geschmackssache (Zwinkern).

Rating: $$$$

Splatter:

3/10