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Blaue Dahlie, Die

Info

OT: 
The Blue Dahlia

Jahr: USA 1946
R:
George Marshall
B:
Raymond Chandler
K:
Lionel Lindon
M:
Victor Young
D:
Alan Ladd, Veronica Lake, Howard da Silva, William Bendix

Quelle: DVD (Koch) (danke fürs Rezi-Exemplar!)

 

Inhalt

Johnny Morrison (Alan Ladd) kehrt nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach Hause zurück. Doch so richtig zum Feiern ist ihm nicht: Seine Frau Helen (Doris Dowling) ist eine alkoholsüchtige Partymaus mit verschiedenen Liebhabern und sein kleiner Sohn Dickie nach einem Unfall nicht mehr unter den Lebenden. Morrison verlässt noch am selben Abend sein Heim für immer. Es gabelt ihn eine schöne Fremde auf, die sich später als Joyce Harwood (Veronica Lake) entpuppt, Ex-Gattin von Eddie Harwood (Howard da Silva), Gangster mit finsterer Vergangenheit und Besitzer des Clubs „Blaue Dahlie“ sowie letzter Liebhaber von Helen Morrison.
Helen wird nämlich schon kurz nach Johnnys Auszug das Licht ausgeblasen, und der Kreis der Verdächtigen ist groß: Da wäre Buzz (William Bendix), Johnnys Kriegskumpel mit Schädelverletzung, Absencen und Hass auf Jazz, da ihn diese „Mulattenmusik“ aggressiv macht. Überflüssig zu sagen, welche Musik bei Helen in erster Linie gespielt wird. Eddie Harwood, Helens schon lange überdrüssig, der von ihr mit seiner Vergangenheit unter Druck gesetzt wird. Harwoods Kompagnon Leo (Don Costello), der ebenfalls Dreck am Stecken hat und durch den Einfluss Helens die „Dahlie“ gefährdet sieht. Schließlich der schmierige Hoteldetektiv Newell (Will Wright), der sich zu kurz gekommen fühlt und versucht, überall abzukassieren. Mit Joyce, die ihm immer wieder über den Weg zu laufen scheint, als Verbündeter im Hintergrund versucht der von der Polizei gejagte Morrison, den Mörder zu entlarven.

Zitate:

„Es gibt seltsame Begegnungen im Leben. Man kann ihnen nicht ausweichen.“ (Johnny )

Buzz: „Wie heißt du, Kumpel?“ – Polizist: „Maul halten!“ (Rauer Umgangston im LAPD)

Harwood: „Steh’ ich etwa unter Verdacht?“ - Lt. Hendriksen: „Das weiß ich nicht. Was haben Sie für ein Gefühl?“ (Ist das Tiefenpsychologie?)

Die Kritik des Gunslingers:

Obwohl Raymond Chandlers Drehbuch für den Oskar nominiert war, schätzte er seine Arbeit selbst nur wenig. Die Geschichte ist reichlich verzwickt und ziemlich langsam inszeniert, mit einer Auflösung, die dazu nicht ganz zufriedenstellen kann. Zudem ist Alan Ladd einfach nicht in der Lage, Emotionen zu wecken, da ihm dafür die schauspielerischen Mittel fehlen.
Was beispielsweise im großartigen „Die Narbenhand“ durchaus als Stilmittel funktionierte, geht hier völlig in die Hosen. Ladds Performance als innerlich erkalteter Auftragskiller Raven, der niemandem mehr trauen kann, setzte in "Die Narbenhand" Maßstäbe. Sowohl Alain Delon in "Der eiskalte Engel" als auch Allen Baron in "Explosion des Schweigens" dürften sich da einiges abgeschaut haben. In der Dahlie wirkt diese Art aber nur starr. Rausreißen muss es hier die schöne Veronica Lake, die zusammen mit Ladd als eines der Paare des Film noir etabliert wurde. Gut allerdings auch die anderen Beteiligten, insbesondere William Bendix als angeschlagener Buzz.
Was an der „Blauen Dahlie“ überzeugt, ist die Atmo, die den Film zu einem klassischen Beispiel für den "Film noir" der 40er-Jahre macht. In den entsprechenden Werken, die kurz nach Kriegsende entstanden, spielte das Phänomen des Entwurzeltseins in einer Nachkriegswelt, dominiert von Sex, Gier und Korruption, bar jeglicher bekannter moralischer Werte eine tragende Rolle.

Rating: $$$+

Splatter:

0/10

 

 

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