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Bleeder

Info

OT: 
Bleeder

Jahr: DK 1999
R, B:
Nicolas Winding Refn
K: Morten Soborg
M: Peter Peter
D: Kim Bodnia, Mads Mikkelsen, Rikke Louise Anderson, Liv Corfixen, Levino Jensen, Zlatko Buric

Quelle: DVD (Galileo Medien AG)

 

Inhalt

Irgendeine Vorstadt in Kopenhagen: Es herrscht die große Langeweile. Die vier Freunde Lenny (Mads Mikkelsen), Leo (Kim Bodnia), Louis (Levino Jensen) und Kitja (Zlatko Buric) verbringen einen Großteil ihrer Zeit beim Filmeglotzen in Kitjas riesiger Videothek. Die Kumpels verbindet allerdings nicht nur der regelmäßige Abend im Heimkino; Leo ist mit Louis´ jüngerer Schwester Louise (Rikke Louise Anderson) verbandelt und Lenny jobbt bei Kitja an der Theke.
Als Louise glücklich offenbart, dass sie schwanger ist, gerät plötzlich das Leben aller Beteiligten aus den Fugen. Leo kommt mit dem Umstand, Vater zu werden, überhaupt nicht klar und fokussiert sich immer mehr auf seine unterdrückten Gewaltphantasien. Der einst so ruhige Zeitgenosse wird cholerisch und handgreiflich gegenüber Louise, was Louis als Bruder mit Beschützerinstinkten in Rage bringt. Er stellt Leo zur Rede, es kommt zu Handgreiflichkeiten. Die Lage spitzt sich zu und eskaliert, als sich Leo eine scharfe Waffe besorgen lässt...

Die Kritik des Sargnagels:

Verdammt harter Brocken aus dänischen Landen. Nicht wegen happiger Gewaltdarstellungen, sondern eher wegen seiner äußerst realistischen Atmosphäre und der lebensnahen Geschichte. Protagonisten "wie du und ich", die sich durch alltägliche Ausnahmesituationen im Strudel ihrer eigenen Gedankenwelt verlieren, und letztendlich keinen Ausweg mehr finden. Ihr einst distanziertes, aber dadurch auch stabiles Miteinander wird durch die Veränderung sozialer Parameter, die nun eigentlich ein Zusammenrücken erfordern, fragil und stürzt zuletzt wie ein Kartenhaus zusammen.
Nicolas Winding Refn gelang nach seinem Debüt "Pusher" ein weiteres Kleinod des "dänischen Neo-Realismus"; er übernimmt Teile des "Dogma", aber unterwirft sich nicht dem strengen Regularium. Die Kamera-Arbeit von Morten Soborg und der Schnitt sind - einfach gesprochen - nur genial.
Rudimentäre Mittel - kein CGI-Firlefanz in der Nachbearbeitung - größtmöglicher Effekt. Der Mann beherrscht den Weitwinkel aus dem Effeff.
Refns Haus & Hof-Komponist Peter Peter sorgt wie auch bei der Pusher-Trilogie für einen feinen Rock-Score, perfekt auf jede einzelne Szene und die Protagonisten abgeschmeckt und schafft damit noch mehr Atmosphäre.
Kim Bodnia , Mads Mikkelsen und Zlatko Buric sind für mich schon zu absoluten Underground-Heroen gereift. Auch hier zeigen sie wieder bestmögliche Performance, die unter die Haut geht. Ebenso der ganze Rest der Schauspieler.
Und wieder bleibt nur zu sagen: Seit 15 Jahren kommt das beste Kino aus Dänemark. Punktum.

Nachbemerkung des Gunslingers:

Wirklich heftiger Stoff, eher Beziehungsdrama als Thriller, der die alltägliche Leere und Antriebslosigkeit thematisiert. Als dem Videotheken-Knecht Lenny beispielsweise ein neuer Job offeriert wird, lehnt er ab, weil er dafür einen anderen Bus zur Arbeit nehmen müsste. Leo rastet wiederum aus, als Louise seine Klamotten umräumt, um Platz fürs Baby zu schaffen. Selbst die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Lea (Liv Corfixen) und Lenny ist eher aus Langeweile, denn aus Leidenschaft heraus geboren. Es ist für die Menschen fast unmöglich geworden, ihre Sprachlosigkeit zu überwinden. Der Film ist klasse gespielt.

Rating: $$$$$- (GS: $$$$+)

Splatter:

2/10 (rar gesät, aber effektiv)

 

 

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