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Blutige Pfad Gottes, Der

Info

OT: 
The Boondock Saints

AT:
Der blutige Pfad Gottes – Missionare des Todes
Mission de Dieux

Jahr: KAN/USA 1999
R, B: Troy Duffy
K: Adam Kane
M: Jeff Danna
D: Willem Dafoe, Sean Patrick Flanery, Norman Reedus, David Della Rocco

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Am Tag nach dem „St. Patrick’s Day“ werden zwei übel zugerichtete Tote, Schläger der russischen Mafia, in einem Bostoner „Problemviertel“ gefunden: offensichtlich mit Kloschüssel und sonstigen Bad-Utensilien erschlagen. Dank der so unkonventionellen wie effektiven Ermittlungsmethoden von FBI-Mann Paul Smecker (Willem Dafoe) stehen die Täter schnell fest. Es sind die beiden irischstämmigen Brüder Connor (Sean Patrick Flanery) und Murphy McManus (Norman Reedus), die sich noch im blutigen Bademantel sogar freiwillig stellen: Sie hatten die Russen in Notwehr kaltgestellt, als diese sich standesgemäß für ein abgefackeltes Gesäß bedanken wollten. Smeckers Erkenntnisse bestätigen die Geschichte der beiden Fleischereiarbeiter, die in ihrem Viertel sofort als Helden verehrt werden.
Wieder auf freiem Fuß und befeuert durch eine religiöse Vision, beschließen die Brüder, ihr Leben fortan dem gnadenlosen, Gott geweihten Feldzug gegen das Verbrechen zu widmen. Sie decken sich mit allerhand Schießzeugs bei einem ihnen gewogenen irischen Waffenhändler (Tom Barnett) ein und beginnen mit dem großen Aufräumen. Erst geht’s gegen die Russen, später und zwischenzeitlich verstärkt durch ihren leicht unterbelichteten Kumpel Rocco (David Della Rocco) gegen die Italiener.
Ihnen immer an den Hacken klebt Paul Smecker, dessen Sympathie für die Selbstjustiz-Blut-Orgien nicht unbeträchtlich ist: Zunehmend betätigt er sich sogar als heimlicher Verbündeter der Killer. In ihrer Not fährt die italienische Mafia „Il Duce“ (Billy Connolly) gegen die Brüder auf: einen nahezu mythischen, unkontrollierbaren Killer, ein Freelancer mit einem gewaltigen Blutdurst.

Zitate

„Der Erste, der mir in den Arsch kriechen darf, sind Sie!“ (Smecker feiert Erfolge auf seine Weise)

Connor: „Scheiße, wir brauchen noch ’n Seil. Charlie Bronson hatte in jedem seiner Filme ein Seil dabei, und er hat es immer gebraucht.“

Smecker: „Und, Duffy, schon irgendwelche Theorien, die zu Ihrer Krawatte passen?“

„Wir waten durch ein Meer von Blut. Gib’ uns dafür Kraft und Mut. In nomine et filii et spiritu sanctu. Amen.“ (Schlussformel des Gebets, dass die Brüder zum Abschluss jeder Operation abhalten)

Die Kritik des Gunslingers:

Nachdem Troy Duffy ein schon sicher geglaubter Vertrag mit Miramax um die Ohren geflogen war – siehe auch „Overnight“ – gelang es ihm trotzdem, 1999 seinen Film zu realisieren. Wenngleich mit einem deutlich kleineren Budget als ursprünglich avisiert. Das Ding lief in den USA kurz in einer Handvoll Kinos und landete dann auf Konserve, wo es schnell einen gewissen „Kult“-Status erreichte. Hierzulande stand der Streifen gar mal auf dem Index, weil er angeblich Selbstjustiz verherrlicht.
Nun ja, dem Film allen Ernstes eine Position oder ernsthafte Aussage unterzujubeln, heißt, ihm Unrecht zu tun. Hier geht’s ums Abfeiern, der Zelebrierung eines gewissen Tarantino-Touchs und von Coolness. Gelungen ist dies vor allem in der Figur des FBI-Agenten. Willem Dafoe rockt das Haus als schwuler, unleidlich-arroganter Intellektueller, der bei der Tatortbegehung sich bevorzugt Opern auf die Ohrmuscheln legt und die mutmaßlichen Tatabläufe schon mal tanzt. In diesen Szenen ist der Streifen auch richtig gut: Wir sehen die Mörder einen Tatort betreten. Schnitt. Es folgen die Smeckerschen Ermittlungen, die immer wieder durch Rückblenden visualisiert werden. In der wohl besten Szene des Films, einem Grand Massacre, finden Ermittlungen und Shoot-Out – selbstredend in SloMo – sogar parallel statt. Sehr absurd, sehr schön gemacht.
Gerade in seinen Schauspielern liegt die Stärke des Films, auch wenn es für die anderen Beteiligten schwer ist, neben dem dominierenden Dafoe zu bestehen. Wir wollen hier mal auch nicht zu streng sein: Ich muss zugeben, dass ich mich amtlich unterhalten fühlte, und das ist schon mal gut für:

Rating: $$$$-

Splatter:

5/10

 

 

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