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Blutiger Freitag

Info

OT: 
Blutiger Freitag
AT:

Freies Geleit oder die Geiseln sterben
Violenza contro Violenza (I)
Bloody Friday (Int.)

Jahr: D/I 1972
R: Rolf Olsen
B: Rolf Olsen
K: Franz Xaver Lederle
M: Francesco de Masi
D: Raimund Harmstorf, Amadeus August, Gianni Macchia, Christine Böhm

Quelle: VHS (Astro)

 

Inhalt

Heinz Klett (Raimund Harmstorf) ist ein schwerer Junge, der einer langen Fahrt hinter schwedische Gardinen entgegensieht. Doch mit Hilfe seiner Komplizen Luigi (Gianni Macchia) und Stevo (Ottone Mignone) kann Klett auf dem Weg zur Verhandlung einen Boiler-Zwischenstopp zur spektakulären Flucht nutzen. Da Stevo dabei geschnappt wird, plant der Heinz mit Luigi ein letztes großes Ding, nach dem er nach Australien machen will. Unerwartete Hilfe kriegen die Beiden in Gestalt von Christian (Amadeus August), Bundeswehr-Deserteur und Bruder von Giannis Freundin Heidi (Christine Böhm), der sich der Klett-Gang anschließt. Um sich entsprechend zu armieren, wird erst ein Waffen-Laster der US-Army gerippt, dann geht’s ab zur Bankensause. Leider wird der schnelle Hit-and-Run-Coup zu einer längeren Sache mit Geiselnahme, als durch die betätigte Alarmanlage sämtliche Stahlgitter runtergehen. Während Klett den Cognac-Vorräten des Filialleiters zu Leibe rückt und die weiblichen Geiseln mit seiner prall gefüllten Lederhose beeindruckt, nervt die Bullen der Kaufhaus-Mogul Lotzmann (Walter Buschhoff), Typ Alpha-Männchen mit „einflussreichen Freunden“. Da Lotzmanns Tochter Marie (Gila v. Weitershausen) unter den Geiseln ist, hat Klett die Lösegeld-Forderung inzwischen von zwei auf vier Millionen Mark angepasst. Endlich sind Zaster und Fluchtwagen vor Ort, doch nun fangen die Probleme für die Gangster eigentlich erst an.

Zitate

Einige Preziosen aus dem (Wort)Schatz-Kästlein Kletts:

Klett: „Ich glaub, ich muss mal.“ – Bulle: „Was?“ – „Der KZ-Fraß in der U-Haft … seit Tagen hab’ ich Dünnschiss.“

„Keinen Mucks, oder ich knall dich hier im Scheißhaus zusammen, du Drecksack!“

„Hör mal, Luigi: Was wir vorhaben, ist kein Scheißdreck, und Bullen sind keine Heilsarmisten. Also, Toleranz: Null! Rücksicht: Null!“

„Wenn man mit dem Brecheisen reich werden will, darf man keine Mimose sein.“

„Was ist passiert?“ – „Ein Polizist ist auf’n Knallfrosch getreten. Berufsrisiko.“

„Was glotzen Sie mich so an? Was kann ich denn dafür, wenn ihre Pumpe versagt. Das hätte ihr im Fahrstuhl genauso passieren können.“ (Einfühlsame Worte anlässlich des plötzlichen Herztodes einer Geisel.)

Die Kritik des Gunslingers:

Soweit ich bisher das Werk von Deutschlands Exploitation-Papst Rolf Olsen einschätzen kann, ist „Blutiger Freitag“ sein wohl stärkster Film. Die Geschichte hat ohne große Längen einen schönen Zug nach vorn und liefert Kommentare zu aktuellen Geschehnissen. So erwähnt Klett immer wieder den ersten bundesdeutschen Banküberfall mit Geiselnahme, 1971 in München, einen ebensolchen in Köln vom Ende des gleichen Jahres sowie die zunehmenden entsprechenden Aktivitäten der RAF. Vor dem Bankgebäude verfällt der Streifen etwas ungeschickt ins semi-dokumentarische, wenn ein Reporter die Gaffer interviewt, die Stellungnahmen etwa zu Todesstrafe sowie Polizeiausbildung und –methoden abgeben. Des gleichen dürfen sich die Beteiligten ausgiebig über soziale Benachteiligung, „Sklavenleben“ und Bonzenwillkür auslassen.
Im letzten Schlupfwinkel der Gangster bringt Olsen die filmisch stärkste Szene, als Klett mit der lesbischen Geisel Dagmar Neuss (Daniela Giordano) „verkehrt“: Dabei werden für Klett heftige Schlachthausszenen, für die Lady eher ästhetischer Blümchen-Sex eingeblendet und zu einem psychedelischen Reigen verquirlt. Finalmente wird die Dame erdrosselt, als sie versucht, dem Heinz per MPi an die Wäsche zu gehen, brrr. Die Darsteller sind durch die Bank gut aufgelegt; eine besondere Erwähnung verdient hier Heinz Hilbich als am Leben Gescheiterter, der sich den Banditen als Gehilfe andient. Ein zusätzliches Plus: der schmissige 70s-Score von de Masi, der durch das graue, völlig unglamouröse München geleitet.

Rating: $$$$+

Splatter:

4/10

 

 

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