Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Brennpunkt Brooklyn

Info

OT: 
The French Connection

AT:
French Connection - Brennpunkt Brooklyn

Jahr: USA 1971
R:
William Friedkin
B: Ernest Tidyman
K: Owen Roizman
M: Don Ellis
D: Gene Hackman, Roy Scheider, Fernando Rey, Marcel Bozzuffi

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Die Detectives Jimmy „Popeye“ Doyle (Gene Hackman) und Buddy „Cloudy“ Russo (Roy Scheider) sind zwei harte Hunde im New Yorker Drogendezernat. Leider dümpelt ihre Karriere derzeit in nahezu totaler Windstille: Ihre mit viel Aufwand und Körpereinsatz betriebenen Verhaftungsaktionen fördern wenig mehr zutage als kleine und kleinste Fische.
Dann kommt ihnen der Zufall zu Hilfe, als sie in einem Club in Brooklyn einen verdächtigen „Spaghetti“, wie es Doyle ausdrückt, beschatten: Sal Boca (Tony Lo Bianco) führt zusammen mit seiner Frau (Arlene Faber) einen kleinen Imbiss, dessen Verdienstmöglichkeiten nicht so recht zum Lebensstil Bocas passen wollen. Also erwirken Doyle und Russo eine Abhörgenehmigung, und tatsächlich scheint sich ihr Verdacht zu bestätigen. Zumal auch noch zwei verdächtige Franzosen, Alain Charnier (Fernando Rey) und sein Schatten Pierre Nicoli (Marcel Bozzuffi), im Umfeld Bocas auftauchen.
Die ermittelten Indizien und die Gerüchteküche auf der Straße lassen vermuten, dass Charnier und Nicoli eine Rutsche hochwertigsten Schnees an den New Yorker Mob verscheuern wollen. Der Chef (Eddie Egan) des Drogendezernats hält die Geschichte erst einmal für eines der üblichen Windeier Boyles und Russos. Doch geht die Sause richtig los, als die Franzosen versuchen, die lästigen Beschatter mit Gewalt abzuschütteln. Jetzt laufen auch Popeye und Cloudy zur Höchstform auf.

Zitate

Russo: „Sie ist 19. Laut Heiratspapieren.“ – Doyle: „Na, die geht aber schon stramm auf die 20 zu.“

Muldring (Bill Hickman): „Warum gehen Sie nicht auch ins Bett, Doyle? Sie sehen beschissen aus.“

Chef: „Ihr habt genug Scheiße gebaut mit euren Verhaftungen. Das hört jetzt auf.“

Schaffner (zu Nicoli): „Hier geht’s nicht nach Kuba, Mann. Geben Sie’s doch auf.“ (Nicht berühmte letzte Worte (Zwinkern))

Die Kritik des Gunslingers:

Zwar hatte Regisseur William Friedkin schon vor „French Connection“ ein paar Streifen inszeniert, doch bedeutete dieser den ganz großen, und gleich Oscar-gekrönten Durchbruch. Gleiches gilt im Übrigen für Hauptdarsteller Gene Hackman, der in die Top-Riege der amerikanischen Charakterdarsteller vorstieß.
„French Connection“ hat eigentlich keine wirklich neuen Zutaten zu bieten, allerdings reichert der Streifen diese Bestandteile an und verkocht sie zu einer bis dahin so nicht gesehenen Mischung zusammen. In erster Linie handelt es sich um einen Polizeifilm, in dem wir den Cops bei ihrem Tagesgeschäft über die Schulter sehen. Das gab’s schon in den frühen FBI-Streifen der 1930er- Jahre oder den semidokumentarisch aufgezogenen Copserien der 1950er wie „Die Unbestechlichen“. Allerdings neigte man damals zur Heroisierung des Gesetzeshüters, um das durch Korruptionsaffären und massive Fehlschläge angeschlagene Image etwa des FBI wieder aufzupolieren. Hier dagegen besteht der Polizeialltag zumeist aus Warten, Beschatten, Frust, sich von Kleinkriminellen bepöbeln lassen und dafür kräftig austeilen. Das spielt sich zumeist in abgerockten, grauen Straßen ab, in Nachtclubs, in gammeligen Autos. Da sind weder Glamour noch Ruhm und Ehre.
In zweiter Linie ist der Streifen ein Film noir. Insbesondere Jimmy Doyle gliedert sich nahtlos ein in die Reihe Besessener, egal auf welcher Seite der Theke, die gerade die amerikanischen Noirs der 50er-Jahre bevölkerten. Mir fällt da spontan „Heißes Eisen“ von 1950 ein, in dem Glenn Ford einen Bullen spielt, der alles tut, um seine Gegenspieler zur Strecke zu bringen. Gleiches gilt für Doyle,, dem für seinen Erfolg auch Kollateralschäden in den eigenen Reihen wurscht sind: Als er bei der Jagd auf Charnier irrtümlich seinen Revolver complettamente in einen Cop entleert, interessiert ihn das den sprichwörtlichen Scheißdreck: Er würdigt den Toten nicht eines Blickes, sondern lädt nur seine Kanone und setzt Charnier nach.
Drittens ist „French Connection“ ein Action-Film. Das atemlose, ungleiche Duell zwischen Nicoli und Doyle, zwischen Auto und Hochbahn, ist legendär und stilprägend. Während sich Doyle mit requirierter und zunehmend schrottreifer Karre mit rund 100 Sachen durch den dichten Verkehr quälen muss, reist der verfolgte Nicoli stau-, aber nicht stressfrei in der von ihm entführten Hochbahn.
Klasse Kamera, häufig aus der Hand, und ein toller Cast machen dann den Deckel drauf. In der Clubszene treten übrigens die Three Degrees auf: ein Frauentrio, das zwar schon einige kleinere Hits hatte, aber erst 1974 mit dem Boom des Phillysounds abheben sollte.

Rating: $$$$$

Splatter:

3/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien