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BuyBust

Info

OT: 
BuyBust

Jahr: PHI 2018
R, B: Erik Matti
B: Anton Santamaria
K: Neil Derrick Bion
M: Erwin Ranulo, Malek Lopez
D: Anne Curtis, Brandon Vera, Alex Calleja, Victor Neri

Quelle: DVD (Capelight). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Nina Manigan (Anne Curtis) ist taffe Bullette bei der philippinischen Drogenpolizei. Nachdem ihr Team bei einem fehlgeschlagenen, weil verratenen Einsatz gegen Drogendealer aufgerieben wurde, wird Nina der neu aufgestellten Elitetruppe „Einheit 10“ zugeteilt. Hier muss sie nicht nur ihren Psychoknacks nach dem erlebten Desaster verarbeiten, sondern auch mit ihrem Chef Bernie Lacson (Victor Neri) klarkommen. Der ist frisch befördert und entsprechend heiß.
Dann geht’s für die 10er an den ersten Einsatz: Mit Hilfe eines fingierten Drogendeals will man an einem Abend den Drogenbaron „Biggie“ Chen (Arjo Atayde) hochnehmen. Chen ist ein Phantom und residiert im Slum Garcia, eine absolute No-Go-Area in Manila. Die Operation läuft dann auch schon bald aus dem Ruder. Nina glaubt an ein Déja-vu: Wieder ist offensichtlich Verrat im Spiel, und zwar durch Spitzel in den eigenen Reihen.
Doch zum Nachdenken bleibt vorerst keine Zeit. Die Polizisten sehen sich in dem unübersichtlichen, labyrinthischen Slum nicht nur einer Übermacht schwerbewaffneter Gangster gegenüber. Auch die Slumbevölkerung mischt eifrig mit, um es der verhassten Staatsmacht ordentlich zu zeigen. Es beginnt ein gnadenloser Kampf ums Überleben, indem auf Seiten der Cops auch die zunehmend knapper werdende Munition ein Faktor ist.

Zitate

Nina: „Mit allem Respekt, Sir: Menschen sterben auch, weil sie Befehle befolgen.“

Teban (Alex Calleja): „In unserer Branche gibt’s keine Gnade für unsereins.“

Biggie Chen (zu Nina): „Sie wissen, dass das hier nur Business ist. Wir sind Geschäftsleute. Genauso wie Sie.“

Die Kritik des Gunslingers:

Genre-Spezialist Erik Matti legt mit „Buybust“ seinen ersten lupenreinen Actioner vor. Und was für ein Feuerwerk, liebe Leute. Ganz pfiffig gemacht ist dabei die Exposition, die die beiden hinführenden Handlungsstränge zusammenlegt. Der Film steigt ein mit dem Verhör des Drogendealers Teban durch die beiden Cops Alvarez (Nonie Buencarmino) und De La Cruz (Lao Rodriguez): Teban wird mit sanftem Druck *lach* dazu gebracht, mit der Drogenpolizei zusammenzuarbeiten und „Biggie“ Chen ans Messer zu liefern. Vorspann. Nun sehen wir die Ausbildung der Frischlinge von „Einheit 10“, machen dabei die Bekanntschaft mit den wichtigsten Charakteren. Dazu erfahren wir ein wenig mehr über Nina und ihre Vorgeschichte.
Mit Zusammenführen beider Handlungsstränge bei der Einsatzbesprechung im Revier, geht’s dann auch bald schon ans Eingemachte. Die folgenden zwei Drittel des Streifens pressen einen ins Sitzmöbel. Non-Stop-Action in Dauerschleife: Shoot-outs, Verfolgungsjagden, Nahkämpfe mit Faust, Messer, Heckenschere, Mollies, Strom, Bratpfannen und was man halt sonst noch so im gut sortierten Haushalt vorrätig hat.
Eine der Hauptrollen spielen die großartigen Sets: Der Slum ist ein alptraumhaftes Wirrwarr aus schmalen Gängen, Wellblech- und Bretterbuden, aus dem anscheinend kein Weg nach draußen führt. Da die Gangster einen Störsender betreiben, ist überdies auch das Herbeirufen von Verstärkung mit dem Mobiltelefon illusorisch. Unterstützt wird dies von einem sensationellen Soundmix. So gehen Verfolgungsjagden durch die unterschiedlichsten „Biotope“, sowohl vertikal als auch horizontal. Dabei regnet es in einer Tour. Zweiter Aspekt ist der semidokumentarische Charakter, was die Inszenierung der sehr robust geführten Auseinandersetzungen angeht. Das sind einmal die Handgemenge, die anders als bei vielen Hochglanz-Actionern nicht durchchoreographiert sind. Hauen und Stechen in seiner ureigensten, rohen Form. Verstärkt wird dies durch die Kameraarbeit mit massivem Steadycam-Einsatz. Die Kamera geht mitten rein ins Geschehen, rückt den Kombattanten auf die Pelle. Vielfach kritisiert, weil‘s dadurch manchmal heftig wackelt und auch einiges schon mal aus dem Bildrand rutscht, empfand ich die Fotografie als durchaus angebracht.
Am Ende hat der Streifen tatsächlich auch noch eine Botschaft zu vermitteln: Es geht nur ums Geschäft und wenn‘s die einen nicht machen, werden andere da sein. Das schmutzige Business funktioniert nur, weil auch höchste Kreise in Politik und Exekutive mitverdienen wollen. Die spektakulären Einsätze gegen das organisierte Verbrechen sind reine PR-Nummern, um die Masse ruhig zu stellen. Sie werden von oben auf beiden Seiten bereits im Vorfeld durchchoreographiert mit vorherbestimmtem Ausgang. Ausgetragen werden diese Aktionen auf den Rücken der einfachen Beamten, der kleinen Gangsterhandlanger und des ärmsten Teils der Bevölkerung. Insofern vielleicht auch ein Statement zur *hust* interessanten Antidrogen-Politik des aktuellen philippinischen Präsidenten.

Rating: $$$$

Splatter:

7/10

 

 

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