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Charlie Muffin

Info

OT: 
A deadly Game

Jahr: GB 1979
R: Jack Gold
B: Keith Waterhouse
K: Ousama Rawi
M: Christopher Gunning
D: David Hemmings, Ian Richardson, Pinkas Braun, Sam Wanamaker

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Unter Federführung von Charlie Muffin (David Hemmings) ist der britischen Abwehr ein schöner Coup gegen einen sowjetischen Spionagering in Berlin gelungen: Ring zerschlagen, dessen Chef Berenkov (Clive Revill) im Bau. Trotz seiner Erfolge ist der unkonventionelle, schlaue Charlie alles andere als beliebt bei den angepassten Schleimscheißern und Korinthenkackern im Dienst. Insbesondere sein neuer Chef Sir Henry Cuthbertson (Ian Richardson), Typ borniertes Arschloch, will Muffin loswerden. Koste es, was es wolle, und sei es auf die ganz schmutzige Tour mit Hilfe von KGB und Stasi. Doch der Fuchs ist seinen internen Widersachern immer die sprichwörtliche Nasenlänge voraus.
Als Muffin offensichtlich ein Verhör mit seinem Fast-schon-Kumpel Berenkov versemmelt, sieht Cuthbertson seine Chance gekommen: Er suspendiert den Verhassten und regt beim zuständigen Minister die Degradierung wegen Inkompetenz an. Doch schon bald muss der Schnösel zähneknirschend zu Kreuze kriechen: Nicht nur hatte Charlie das Verhör Berenkovs in Wirklichkeit brillant geführt, wie die Analyse der Mitschnitte belegt. Auch werden Muffins Dienste dringend benötigt: In Leipzig und Moskau hat der KGB zwei britische Agenten ausgeschaltet, die das Überlaufen des KGB-Chefs General Kalenin (Pinkas Braun) in den Westen einstielen sollten.

Zitate

Snare (Christopher Godwin): „Sieht alles ruhig aus.“ – Muffin: „Sei doch nicht blöd: Die lauern nur darauf, uns am Arsch zu kriegen.“

Muffin: „Meine Freunde nennen mich Charlie.“

Sir Henry: „Die Arbeiterklasse ist in der Freizeit immer brünstig.“

Wilberforce (Donald Churchill): „Vergessen Sie bitte nicht, alle Quittungen zu sammeln.“ (Auch im Außendienst von Ihrer Majestät Geheimdienst gelten Regeln)

Die Kritik des Gunslingers:

Regisseur Jack Gold war ein Guter: Nach seinem Start im Pantoffelkino, arbeitete er in den 1970ern hauptsächlich für die große Leinwand. Streifen wie „Der Schrecken der Medusa“ oder auch „Robinson und Freitag“ machten ihn auch hierzulande bekannt. Mit „Charlie Muffin“ wendete sich Gold allmählich wieder verstärkt dem Fernsehen zu und blieb weiterhin erfolgreich („Der kleine Lord“).
Aber genug Exkurs für heute (Zwinkern). „Charlie Muffin“ serviert uns keine actionreiche und augenzwinkernde Agenten-Eurospy-Sause, sondern taucht hinunter in die fiesen Untiefen des Geschäfts, in denen es weder festen Grund noch klare Frontverläufe gibt. So scheut sich Muffins Chef beispielsweise nicht, dem Gegner auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs einen Tipp zuzuspielen, um Charlie ans Messer zu liefern. Die beiden eliminierten britischen Agenten wiederum gehen aufs Konto der CIA, die dem KGB ein paar entsprechende Infos durchsteckte, um selber für das avisierte Überlaufen von Kalenin einen Fuß in die Tür zu bringen.
Mittendrin steht Charlie Muffin, der zunehmend genervt ist vom kindischen, aber potenziell tödlichen Intrigantenstadl und sein eigenes Süppchen köchelt: geduldig und auf kleiner Flamme, damit nüscht anbrennt. Im gerissenen Kalenin findet er einen gleichwertigen Mitspieler und fast Bruder im Geiste. David Hemmings ist großartig: Kettenraucher, Trinker, lakonisch, charmant, immer mit Stil. Sein schlampiges Outfit und seine Art lassen ihn zu einem grauen Paradiesvogel werden innerhalb einer Behörde, in der Speichelleckertum und strikter Gehorsam groß, Kreativität und Individualismus dagegen sehr klein geschrieben werden. Auch der Rest des Casts, ob nun Sam Wanamaker, Pinkas Braun oder Ian Richardson, gibt sich keine Blöße.
Der Streifen ist ruhig wegerzählt: Es gibt kaum Action, dafür zum Teil fantastische Szenen. Als beispielsweise Sir Henry dem guten Charlie nach dessen angeblich dilettantischem Berenkov-Verhör selbstzufrieden mitteilt, dass er suspendiert und die Degradierung bereits eingeleitet sei, dreht der nicht etwa durch. Er steckt sich erstmal genüsslich ein Kippchen an und nimmt seinen Chef anhand der Video-Aufzeichnungen des Verhörs vor Zeugen ganz ruhig und sachlich auseinander. Bäng. Bäng. Bäng. Lässiger Abgang. Zurück bleibt die verdatterte Versammlung von Inkompetenzen.

Rating: $$$$+

Splatter:

1/10

 

 

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