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Info

OT:

Chugyeogja


Jahr: SKOR 2008
R, B: Na Hong-jin
B: Hong Won-chan, Lee Shinho
K: Lee Sung-je
M: Choi Yong-rock, Kim Yun-seok
D: Kim Yun-seok, Ha Jung-woo, Jeong In-gi, Kim Yoo-jeong

Quelle: DVD (MFA). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Als ihm sein Brötchengeber draufkommt, dass er sich schwarz ein wenig was nebenher verdient hat, ist für Cop Joong-ho (Kim Yun-seok) der Polizeidienst beendet. Der Geschasste betätigt sich fortan als Zuhälter und Chef eines kleinen Callgirl-Rings. Doch die Geschäfte laufen beschissen: Kündigungen und nicht zuletzt das spurlose Verschwinden zweier Mädchen drücken die Margen in den roten Bereich.
Entsprechend angefressen, zwingt Joong-ho sein letztes verbliebenes Pferd im Stall, Mi-jin (Seo Yeong-hie), trotz heftiger Grippe zu einem Kundenbesuch. Allerdings fällt dem Luden in seiner Kladde rasch auf, dass besagter Kunde auch die verschwundenen Frauen bestellt hatte. Er vermutet daher, dass der Freier die Miezen kurzerhand weiterverscherbelt. So bittet er Mi-jin telefonisch noch, ihm vor Ort kurz die Adresse zu simsen, um den Schlawiner aufmischen zu können.
Doch die Sache ist viel schlimmer, als es sich Joong-ho vorzustellen vermag: Besagter Kunde heißt Young-min (Ha Jung-woo) und ist ein perverser Serienkiller, der bevorzugt Nutten abschlachtet. Als sich Mi-jin nicht mehr meldet, machen sich Joong-ho und sein einziger Mitarbeiter Oh-jot (Ko Bon-woong) auf die Suche. Durch einen unglaublichen Zufall bekommen Joong-ho und dadurch letztlich auch die Polizei den Killer noch in derselben Nacht in die Finger. Aber damit fängt der Spaß erst an. Die Polizei hat zwölf Stunden Zeit, Beweise für die Verbrechen Young-mins beizubringen, die dieser freimütig gestanden hat. Joong-ho wiederum setzt nun alles dran, Mi-jin zu finden. Alles nicht so einfach, da noch nicht einmal Young-mins derzeitiger Wohnort bekannt ist, dessen Adresse dieser angeblich vergessen hat.

Zitate

Young-min: „Sag mir einen Grund, warum du weiterleben solltest.“

Polizeichef (Yeo Moo-yeong): „Ihr tickt wohl nicht mehr richtig, ihr Spinner!“ (SO redet man mit seinen Untergebenen)

Young-min: „Du hast schöne Augen.“ – Detective Oh (Park Hyo-yu): „Halt‘s Maul!“

Die Kritik des Gunslingers:

Langfilmdebüt von Han Hong-jin, der trotz der opulenten Länge seines Werks, das ein wahrer Fall inspiriert hat, eigentlich alles richtig gemacht hat. Der Streifen ist eher ein asiatischer Film noir als ein Actioner: ein düsterer Cop-Thriller, wenngleich der Protagonist natürlich kein Cop mehr ist.
Hervorstechend an dem Film ist seine finstere Atmo. Es regnet in einer Tour, und wenn es nicht kübelt, dann ist es Nacht, bevorzugt aber beides ;-). Die Menschen sind durch die Bank entsprechend scheiße drauf; es herrscht ein unglaublich rüder Umgangston, ob unter den Kollegen im Polizeirevier oder im Straßenverkehr. Die koreanische Hauptstadt Seoul selbst macht sich als Großstadt rar in dem Streifen. Die Handlung spielt nicht im neonglitzernden Zentrum, sondern in geradezu ländlich anmutenden Vororten. Entsprechend sind die Protagonisten weniger im Auto als auf Schusters Rappen unterwegs: Und auch die atemlosen Verfolgungsjagden laufen folgerichtig zu Fuß ab.
Auch Joong-ho ist anfangs alles andere als eine Identifikationsfigur, sondern ein Unsympath vor dem Herrn: Sein Angestellter und seine Mitarbeiterinnen interessieren ihn nur soweit, dass sie die Kasse klingeln lassen. Und die arme, schwer vergrippte Mi-jin muss auf Schicht, obwohl sie eigentlich ins Bett gehört – nicht so, wie ihr jetzt vielleicht denkt (Zwinkern). Als Gefühlskatalysator für Joong-ho kommt die kleine Tochter Mi-jins ins Spiel: eine aufgeweckte Siebenjährige, klasse gespielt übrigens von Kim Yoo-jeong. Sie begleitet Joong-ho ein Stückweit bei seiner Suche, und mit ihr gewinnt das Callgirl für ihn eine sogar menschliche Dimension. Treibt ihn anfangs noch ausschließlich die ökonomische Sorge um, dass mit einem Abgang Mi-jins sein Stall komplett leer bleibt, mischt sich zunehmend echte Sorge in sein Bestreben sie aufzuspüren.
Der Streifen läuft weitgehend in zwei parallelen Handlungssträngen ab, die sich aber oft überkreuzen und verzwirbeln. Auf der einen Seite die bereits erwähnte Suche des Luden nach seinem Mädchen. Auf der anderen Seite die Polizei, die der geständige Serienkiller immer wieder an der Nase rumführt. Die Polente und auch die gesamte gesellschaftliche Struktur kommen hier gar nicht gut weg. Treiber der Ermittlungen sind nicht die gestandenen, unglaublichen Verbrechen Young-mins, sondern der Scheißewurf eines Aktivisten auf Seouls Bürgermeister bei der Einweihung eines Einkaufszentrums, den die Polizei nicht hatte verhindern können. Um dem öffentlichen Aufschrei in Medien und Staatsapparat zum Verstummen zu bringen, benötigen die Cops rasch einen neuen Fall und vor allem einen durchschlagenden Erfolg. Zur Not halt mit Hilfe getrickster Beweise. Und dann muss man den Killer trotz seines Geständnisses auf Geheiß der Staatsanwaltschaft auch noch laufen lassen …
Seine Länge von rund zwei Stunden und das vorgelegte eher mäßigte Tempo schaden dem Streifen nicht. Es bleibt immer spannend: Atmo, Buch und den hervorragenden Darstellern sei es gedankt. Der Film erzeugt Vibration aus sich selbst heraus, ohne auf den Dienst einer vorgegaukelten Rasanz oder exzessiv zelebrierte Gewalteinlagen zurückgreifen zu müssen. Auch wenn man Hammer und Meißel anschließend mit anderen Augen sehen mag (Zwinkern).

Rating: $$$$$

Splatter:

6/10

 

 

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