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Chicago Joe und das Showgirl

Info

OT: 
Chicago Joe and the Showgirl

Jahr: GB 1990
R:
Martin Rose
B:
David Yallop
K:
Mike Southon
M:
Hans Zimmer, Shirley Walker
D:
Kiefer Sutherland, Emily Lloyd, Patsy Kensit, Keith Allen

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Im London des Jahres 1944 lernt die Tänzerin Betty (Emily Lloyd) den US-Lieutenant Ricky Allen (Kiefer Sutherland) kennen, der sich „Chicago Joe“ nennen lässt. Als ihr Allen erzählt, er sei Schüler Al Capones und würde für den Mob in Chicago schon mal das Terrain für nach dem Krieg bereiten, ist Betty hin und weg. Sie selbst konsumiert nämlich in einer Tour US-amerikanische Gangsterfilme und wünscht sich nichts sehnlicher, als selbst Gangsterbraut zu werden.
Ricky, eigentlich mit der braven Joyce (Patsy Kensit) verlobt, wiederum ist fasziniert von der Blonden, die sich ihm gegenüber nur mit ihrem Künstlernamen Georgina vorstellt, und ihrer dunklen Aura. Gemeinsam rollen sie von nun an jede Nacht in einem gestohlenen Army-Truck durch das unter deutschem Raketenbeschuss stehende London. Ricky, der in Wahrheit zwar ein Filou, sonst aber nur ein kleines Licht und auch kein Gangster ist, lässt sich von Georgina zu immer gefährlicheren und gewalttätigeren Bubenstücken anstacheln. Am Ende steht nach einer Woche der Mord am Zufallsopfer George Heath (John Junkin), der sich als Taxifahrer in der verdunkelten Stadt ein paar Mücken nebenher verdient.

Die Kritik des Gunslingers:

Inspiriert durch einen wahren Fall, verneigt sich Regisseur Bernard Rose vor dem klassischen Film noir. Der im Allgemeinen recht mau bewertete Streifen ist dabei so schlecht nicht, obwohl er mit seiner Hommage recht weit geht. So lässt er die Handlung zu weiten Teilen in deutlich auszumachenden Kulissenarrangements spielen. Das ist einerseits „noir“, denn auch diese Streifen entstanden häufig im Studio. Andererseits ist es sehr passend, weil wir die eigentlich fürchterlichen Geschehnisse mit dem Auge Bettys/Georginas sehen, die ihr Leben ja in erster Linie als Film wahrnimmt. Hier steuert das Künstliche etwas Irreales bei und nimmt den Ereignissen die Spitze. Diese bestärken auch die Zwischenszenen, in denen die Protagonisten zu ihren realen Dialogen Nadelstreifen bzw. Bonnie-Kostüm mit Baskenmütze tragen. Ebenfalls eher cineastisch, denn realistisch ist zudem die Farbgebung, die sich auf ausgebleichte, patinabehaftete Bilder geeinigt hat.
Obwohl sich die Geschichte grundsätzlich so ereignet hat, verpasste ihr das Drehbuch eine echte Noir-Konstellation. Betty ist die durchgeknallte Femme fatale, die einen zwar abenteuerlustigen, aber eher harmlosen Typen, der nur ein wenig Spaß haben will, Hören und Sehen lehrt. Am Ende reißen sie sich gegenseitig in den Abgrund. Zwischen ihnen ist nicht Liebe im Spiel, sondern eine Art Gier, die stets von Misstrauen geprägt ist. So erfahren sie zum Beispiel die wahre Identität ihres Partners erst während der Polizeiverhöre. Damit erweist der Streifen dem klassischen Noir „Double Indemnity“ Referenz, den sich Georgina einmal im Kino ansieht.
Schauspielerisch sind sowohl Kiefer Sutherland, als auch Emily Lloyd voll auf der Höhe. Netter Versuch jedenfalls.

Rating: $$$+

Splatter:

3/10

 

 

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