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Clan der Sizilianer, Der

Info

OT: 
Le Clan des Siciliens

Jahr: F 1969
R, B
: Henri Verneuil
B: J
osé Giovanni, Pierre Pelegri
K:
Henri Decae
M:
Ennio Morricone
D:
Jean Gabin, Alain Delon, Lino Ventura, Irina Demick

Quelle: TV (Das Vierte)

 

Inhalt

Roger Sartet (Alain Delon) ist ein krummer Hund aus Überzeugung, ein skrupelloser Gewohnheitsverbrecher mit Hang zur Schusswaffe. Nun sitzt er mal wieder in Untersuchungshaft wegen bewaffneten Raubüberfalls und – noch schlimmer – wegen Mordes an zwei Polizisten. Doch Sartet hat andere Pläne, als sich unter die Guillotine zu legen. So engagiert er mit Hilfe seiner Schwester Monique (Danielle Volle) den Clan von Don Vittorio Manalese (Jean Gabin), eine eingeschworene Sizilianer-Familie, um für seine Befreiung zu sorgen.
Der Coup gelingt reibungslos und unblutig. Während Kommissar Le Goff (Lino Ventura) – eh angefressen aufgrund seines Nikotinentzugs – vor Wut kocht und sich wie ein Bluthund an Sartets Spuren heftet, plant dieser schon den nächsten Job. Zusammen mit den Manaleses will er in Rom eine fett bestückte Schmuckausstellung abräumen, was 25 Millionen Lire bringen soll.
Da aber die Sicherheitssysteme nicht zu knacken sind, soll das Ding anders ablaufen, und zwar auf dem Transport der Preziosen von Italien nach New York. Zwar geraten über die Jagd nach Sartet auch die Manaleses allmählich in den Blickpunkt Le Goffs, der sich aufgrund seiner übellaunigen Härte stets hart am Rande der Legalität bewegt. Doch der kann noch keine Zusammenhänge herstellen. Der spektakuläre Schmuckraub klappt dann auch fast wie am Schnürchen; doch da wären noch Libido, Misstrauen und Familienehre, die mächtigen Antagonisten fürs entspannte Vervespern der Millionenbeute.

Zitate:

Sartet: „Entschuldigen Sie, wenn Sie wegen mir eines Tages im Morgengrauen aufstehen müssen." - Le Goff: „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Das lasse ich mir nicht entgehen.

Malik (André Pousse): „Ich verdien’ mein Geld jetzt auf ehrliche Weise, sonst würd’ ich ja keine Porno-Fotos machen.“

Le Goff: „Jetzt frag bloß noch, ob ich einen Durchsuchungsbefehl hab’.“

Vittorio: „Familienangelegenheiten machen wir unter uns aus.“

Die Kritik des Gunslingers:

Großartiger Gangsterfilm des Spezialisten Henri Verneuils, der im wesentlichen von den unvereinbaren Extrempositionen im „Schurkenlager“ profitiert. Da wäre auf der einen Seite Don Vittorio, der als bürgerliche Fassade eine kleine Flipper-Manufaktur betreibt. Vittorio ist seit Jahrzehnten verheiratet, lebt in engstem Kontakt mit seinen zwei Söhnen nebst Tochter und Anhängen und spart jeden Franc aus seinen illegalen Aktivitäten für einen Altersruhesitz in der Heimat. Familie, Tradition, Stolz und Ehre bilden die Eckpunkte des Sizilianer-Lebens. Außenstehende wie Schwiegertochter Jeanne (Irina Demick) – noch dazu Französin – haben es schwer, in den verschworenen Familienverband hinein zu wachsen. Auf der anderen Seite steht Sartet, der außer zu seiner Schwester keine Bindungen pflegt, diese lediglich als Mittel zum Zweck behandelt. Intelligent, verschlagen und absolut skrupellos steht Sartet für einen Gangster neuen Typs, der sich nimmt, was er will und dabei im wahrsten Sinne über Leichen geht. Die krasse Gegensätzlichkeit dieser Positionen führt letztlich zum Scheitern des italo-französischen Joint Ventures.
Das erste Drittel des Streifens steht im Zeichen der Flucht Sartets aus dem Gefangenentransport mit Hilfe der Sizilianer. Dann fährt die Action runter, und der Patriarch Manalese rückt mit den Seinen in den Mittelpunkt, die Planung des Coups, an dem der gewalttätige Franzose ursprünglich gar nicht teilnehmen soll. Als sich die Manaleses und Sartet zum Feintuning des Planes nach Italien begeben, gerät der Fluss des Streifens ein wenig aus den Fugen. Zwar gibt’s auch hier ganz starke Szenen, wie das brutale Töten einer Muräne durch Sartet, doch der Faden geht irgendwie flöten. Den findet die Handlung erst wieder mit dem letzten Teil, in dem es in erster Linie um den eigentlichen Coup geht: straff, spannend, gut erzählt.
Schauspielerisch ist mit Gabin, Delon und Ventura die allererste Garde des Franzosen-Thrillers minus Belmondo versammelt. Da gibt’s nicht viel zu sagen außer: Spitze. Ennio Morricones Score rafft aus dem Sortiment des Meisters alles zusammen, um daraus einen knackigen Diamanten zu pressen: Whistling, Maultrommel, Gitarren und Streicher, um nur ein paar der Zutaten zu nennen.

Rating: $$$$$-

Splatter:

1/10

 

 

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