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Convoy Busters

Info

OT:
Un Poliziotto scomodo


Jahr: I 1978
R, B: Stelvio Massi
B: Gino Capone, Teodoro Agrimi
K: Sergio Rubini
M: Stelvio Cipriani
D: Maurizio Merli, Mimmo Palmara, Olga Karlatos, Massimo Serato

Quelle: Fan-Ripp. Danke an Grinder!

 

Inhalt

In Rom wird eine weibliche Leiche mit durchschnittener Gurgel aus dem Tiber gefischt, was damit Sache von Commissario Francesco Olmi (Maurizio Merli) ist, härtester Knochen in der Mordkommission. Aber bevor der sympathische Schnauzbart noch alle Aussagen aus den Zeugen rausprügeln kann, taucht schon der nächste Tote auf: im Leben mit der ersten Leiche verbandelt.
Dringend tatverdächtig ist Marcello Degan (Marco Gelardini), verwöhnter Sohnemann des Chefs der römischen Zollbehörde (Massimo Serato). Nach der üblichen Spezialbehandlung durch Olmi fängt Degan Jr. an zu singen: Sein Alter sei der wahre Bösewicht und Mörder, noch dazu ein Schmuggler von Diamanten in großem Stil. Aber die Degans sind gut vernetzt: Marcello widerruft und kommt frei, Olmi dagegen ob seiner rauen Methoden in Schwierigkeiten.
Der Commissario muss die Mordkommission verlassen, kriegt aber intern grünes Licht, um gegen die Hintermänner Degans weiter zu ermitteln. Zu diesem Behufe lässt er sich an die Küste versetzen, wo besagter Hintermann residieren soll. Hier kommt er schnell einer breit aufgestellten Schmugglerbande auf die Spur, die in Waffen und Diamanten macht. Verwickelt sind nicht nur eine Spedition und ein lokaler TV-Sender, sondern auch der reiche Corchi (Mimmo Palmara), mutmaßlicher Kopf des Ganzen. Als die finsteren Handelsmänner merken, dass Olmi in der Arschritze gerne Paranüsse knackt, wird’s so richtig gemütlich.

Zitate

Olmi: „Der Anwalt kann erst in einer Stunde kommen. Bis dahin nehm' ich dich in die Mangel.“

Bulle 1: „Wenn der nicht redet, schlägt der Kommissar immer fester zu.“ – Bulle 2: „Oh, ja. Er verliert leicht die Beherrschung.“

Degan: „Sie sind ein einfacher Beamter. Viele Dinge können Sie nicht überblicken.“ (Das ist der Ton, den Olmi besonders schätzt (wink))

„Nicht hier, Herr Kommissar! Ich bitte Sie!“ (Körperlich geführte Verhöre bitte nicht in der Öffentlichkeit)

Die Kritik des Gunslingers:

Stelvio Massi, viel beschäftigter Kameramann besonders im Italowestern – u.a. „Lanky Fellow“, „Ein Halleluja für Camposanto“ oder „Stinkende Dollar“ –, kommt auch als Regisseur auf einen nicht unbeträchtlichen Katalog. Polizei-Action und Maurizio Merli sind dabei grob gesagt zwei Hauptingredienzien seines Werks.
„Convoy Busters“ krankt hauptsächlich an einem Problem, das viele der sogenannten Poliziotteschi haben: Unter einer oft schwach erkennbaren Rahmenhandlung knubbeln sich zahlreiche Nebenplots, die vor allem dazu dienen, kräftig Dampf abzulassen. So beobachten wir Olmi, wie er in verschiedenen Episoden, die außer Olmi nix gemein haben (wink), diverses Gelichter eintütet. Dabei achtet der wackere Commissario strikt darauf, die Schurken eher zu verbleien, als auf Staatskosten durchzufüttern. Die Hand sitzt dabei so locker an der Knarre, dass auch schon mal Unschuldige ins Gras beißen müssen. Hat für den Kommissar aber außer einem bedauernden Hundeblick keine weitere Konsequenz. Verhöre führt Olmi in der Regel als Backpfeifengewitter, wobei auch Frauen keine Schonung erwarten dürfen.
Im zweiten Teil – mit Olmis Antritt der neuen Stelle – kapriziert sich die Handlung auf den Schmugglerplot und lässt das Episodenhafte im Dunste Roms zurück. Leider kippt das Buch dabei auch den eigentlichen Aufhänger, die Ermittlungen gegen Degan und seine Hintermänner, über Bord. Stattdessen wird Anna Karlatos als Anna eingeführt: eine Lehrerin, wie wir später erfahren. Nachdem Olmi in einer Bar ein paar Burschen zerlegt hat, die Anna doof kommen, ist’s um die Pädagogin geschehen. Es breitet sich jetzt ein ziemlich unmotivierter und super kitschig inszenierter Liebesplot aus, der enorm Zucker in den Tank streut, dabei aber völlig überflüssig ist für den Fortgang der Geschichte. Am Ende lässt der Commissario seine Anna sogar stehen und verschwindet grußlos in den Sonnenuntergang, nachdem er seine Kanone auf eine Kommode gelegt hat. Und spätestens hier erfolgt dann der Brückenschlag zum Western.
Die geäußerte Systemkritik, dass aufrechte Polizisten gegen die eng vernetzten gutbürgerlichen Schranzen aus Politik und Justiz nichts ausrichten können, ist nur vorgeschoben. Sie dient als Element, um das Vorgehen Olmis jenseits aller Vorschriften zu rechtfertigen. Und letztlich ist sie auch das Argument für die ausgiebig zelebrierte Polizeigewalt und die daraus resultierende Action (wink). In diesem Land, wo Blei und Faustschlag wunderbar gedeihen, ist unser Lieblings-Schnauz Maurizio Merli als netter, junger Mann fürs Grobe zu Hause. Nicht umsonst verkörperte er in den 1970ern immer wieder die gleiche Figur in unterschiedlicher Ausprägung (u.a. "Camorra - Ein Bulle räumt auf", "Verdammte, heilige Stadt"), den unbestechlichen, knallharten Cop, der eher schießt als fragt. Teodoro Agrimi, einer der Drehbuchautoren, ist im Übrigen eher unter seinem Namen Teodoro Corrà bekannt. Als Darsteller wirkte er in etlichen Italowestern mit wie „Der lange Tag der Rache“ oder „Heute ich, morgen du“. Richtig schwach ist diesmal der Score von Stelvio Cipriani geraten, der eher als etwas müdes Synthie-Geblubber daher kommt.

Rating: $$$

Splatter:

3/10

 

 

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