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Duell

Info

OT: 
Duel

Jahr: USA 1971
R: Steven Spielberg
B: Richard Matheson
K: Jack Marta
M: Billy Goldenberg
D: Dennis Weaver, Jacqueline Scott, Eddie Firestone, Lou Frizzell

Quelle: TV (ZDF)

 

Inhalt

Statt ins Wochenende zu Frau und Kids zu gondeln, muss Handelsverteter David Mann (Dennis Weaver) noch einen Kunden im Hinterland abklappern. Missmutig begibt er sich mit seinem Plymouth Valiant auf den Highway in die Sierra, immer schön auf die Geschwindigkeitsbegrenzung achtend, Radio hörend und über sein stinknormales, langweiliges Leben sinnierend. Nach grob einem Stündchen fährt er auf einen übel rußenden Sattelschlepper auf, dessen Fahrer sich partout nicht überholen lassen will. Mit Hängen und Würgen quetscht sich David vorbei und fühlt sich kurzzeitig als Opfer eines kleinen Trucker-Scherzes, doch der LKW hängt ihm schnell wieder an den Hacken und treibt die Familienschaukel vor sich her.
In einem Autobahn-Diner möchte David in die Offensive gehen und sich den unbekannten Scherzbold schnappen, kommt dabei aber an den Falschen und fängt sich nicht nur eine dicke Lippe, sondern auch das Mißtrauen der übrigen Anwesenden ein, die ihn für einen durchgeknallten Städter halten. Hilflos und unverstanden zockelt der Vertreter wieder auf den Highway und lässt sich auf ein tödliches Spiel mit dem mysteriösen Trucker ein...

Zitate

"Man kann nie wissen... Man kann wirklich nie wissen. Da fährt man wie immer vor sich hin, als ob sich nie etwas ändern würde... Es wär ja auch zu dämlich anzunehmen, das es Irgendjemanden gibt, der einen mit dem Laster umbringen will. Dann passiert diese dumme Sache, und in 20, 25 Minuten ist dein ganzes Leben aus der Bahn geraten. Und es ist als ob du, haja, du bist wieder im Dschungel gelandet. Also gut, es war ein Alptraum, jetzt isser vorbei. Er ist vorbei." (Ne, isser nich...)

Die Kritik des Sargnagels:

Ende der 60er führte der amerikanische Fernsehsender ABC den "Movie of the Week" ein und präsentierte seinen Zuschauern dienstäglich eine Eigenproduktion in Spielfilm-Länge, meist aus dem Thriller-, Grusel- oder Schnulzenbereich. Die Reihe zeigte sich quotentechnisch von Anfang an erfolgreich und bot den jungen Fernsehregisseuren eine Plattform, sich neben der üblichen Episoden-Ware der Fernsehserien zu profilieren.
Auch der damals erst 25jährige Steven Spielberg hatte schon eine Handvoll TV-Folgen abgekurbelt, als man ihm 1971 450.000$ in die Hand drückte und zwei Wochen Drehzeit für einen Thriller spendierte. Spielberg setzte seine Mittel intelligent und effizient ein, statt den gestatteten 14 Tagen Dreh kam er sogar mit zwei Tagen weniger aus und hielt die Budget-Grenze.
Als Vorlage diente eine Kurzgeschichte von Richard Matheson, die 1971 im amerikanischen Playboy-Magazin erschien; Matheson schrieb dann auch das Drehbuch. Da ein Großteil der Story in David Manns Plymouth stattfindet, gibt's kaum tragende Nebendarsteller geschweige denn Dialog; durch die Geschichte führen die als Voice Over eingefügten, immer weiter in die Paranoia abdriftenden Gedankenspiele von Mann. Geschickt wechselt Spielberg zwischen der Action- und der Psycho-Komponente, bleibt straight an der Story haften und verliert sich nicht in Nebenhandlungen. Völlig ohne Sperenzchen und alles aus einem Guss.
Schauspielerisch liefert Dennis Weaver eine überzeugende Leistung ab. Viel Gesprochenes musste er ja nicht beisteuern, agiert aber astrein zum Voice Over. Der Rest des Casts taucht jeweils nur für wenige Minütchen auf, der Trucker - David Manns Kontrahent - ist während des ganzen Films nicht einmal mit dem Gesicht zu sehen!
Überaus unüblich für eine TV-Produktion ist die hochqualitative Kamera-Arbeit von Jack Marta, einem Hollywood-Urgestein, das schon in den späten Zwanzigern hinter den Linsen stand, aber meist "nur" für B-Movies und Fernsehproduktionen werkelte. Kranfahrten, extreme Weitwinkel, Hochgeschwindigkeits-Shots von an Fahrzeugen montierten Kameras und eine derilierende Handkamera sorgen mit dem feinen Schnitt für ein visuelles Spektakel. Ohne zu übertreiben: Zusammen mit "Bullitt" und "Vanishing Point" prägte "Duell" die Ästhetik der in den 70ern weltweit hochbeliebten Autoverfolgungsjagden.
Den Soundtrack bestimmen größtenteils die Motorengeräusche, das Hoch- und Herunterschalten der Gänge und das Quietschen von Reifen (auch auf Kies (wink) ) - mehr benötigt es auch nicht. Nur ganz selten, dann aber auch passend, zerren flirrende Streicher und ein psychotischer Analog-Synthie an den Hörnerven.
Die damalige TV-Austrahlung geriet zu einem veritablen Quotenhit, der Rest der Welt wurde daraufhin sogar mit einer Kino-VÖ beglückt und "Duell" wurde so nachträglich zu Spielbergs Debut auf dem Silver Screen. Bis heute noch ein Musterbeispiel dafür, wie man aus äußerst begrenzten Mitteln das Vielfache herausholen kann.

Rating: $$$$+

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