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Einer spielt falsch

Info

OT:
Trunk to Cairo
AT:
Cairo Campaign
Atom-Code Kairo (D)

Jahr: D/ISR 1966
R: Menahem Golan
B: Marc Behm, Alexander Ramati
K: Mimish Herbst
M: Dov Setzer
D: Audie Murphy, Yossi Yadin, George Sanders, Marianne Koch

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Professor Ten Hermsen (George Sanders), bekannter Raketenspezialist, hat seine Kenntnisse in den Dienst der ägyptischen Armee gestellt. Für diese entwickelt er im Rahmen seines Hyksos-Programms einen atomaren Raketensprengkopf. Das ist nicht nur dem ägyptischen Widerstand ein Dorn im Auge, sondern auch den Westmächten.
Mike Merrick (Audie Murphy), der härteste Mann im Stall der CIA, gibt sich als der untergetauchte Mathematiker Norman Bernard aus und lässt sich in Stockholm von Ten Hermsens Sicherheitschef, Captain Gabar (Yossi Yadin), anheuern. Der ist zwar prinzipiell misstrauisch, doch Ten Hermsen braucht dringend Ersatz, da ihm die Opposition einen seiner Wissenschaftler weggesprengt hat.
Kontaktstelle für Merrick in Kairo ist ein Plattenladen: Hier empfängt er auf Vinyl seine Instruktionen und gibt auf dem gleichen Weg seine Berichte weiter. Nicht amused ist man in der Zentrale von der Erkenntnis, dass die Hyksos-Sprengköpfe bereits in drei Monaten in Produktion gehen sollen. Mike gelingt es zwar, die Pläne und Raketenprototypen zu zerstören ohne dabei aufzufliegen, doch davon lässt sich ein Ten Hermsen nicht aufhalten. So entführt Mike das schöne Professorentöchterchen Renee (Marianne Koch) und lässt es per U-Boot nach Rom schaffen, um den Prof unter Druck zu setzen.
Für ihn selbst ist die Lage inzwischen prekär: Dem inzwischen verhafteten echten Bernard droht ein internationaler Sensationsprozess, was Mikes Tarnung natürlich obsolet macht. Das ist aber eh wurscht, da mittlerweile auch Gabar weiß, wo der Hammer hängt.

Zitate

Renee: „Sie scheinen eine Menge zu vertragen.“ – Merrick/Bernard: „Erstens schmeckt’s mir, und zweitens geht’s auf Geschäftsunkosten.“

Mullah (Cesar Suberi); „Wir arabischen Patrioten hassen Diktatoren.“ – Merrick: „Aber ich bin Amerikaner!“ – „Wir hassen auch die Amerikaner.“

Renee: „Mike, du hättest nicht herkommen sollen.“ – Gabar: „Das ist so seine Art: Er kommt immer einmal zu oft.“

Die Kritik des Gunslingers:

Angekurbelt durch die „James-Bond“-Reihe, erlebte das Subgenre des Eurospy-Films Mitte der 60er-Jahre seine goldenen Jahre. Und auch der aufstrebende israelische Produzent und Regisseur Menahem Golan wollte teilhaben: Zusammen mit Artur „Atze“ Brauners „CCC Filmkunst“ produzierte er dieses Spektakel aus der Feder von Actionthriller-Spezialist Marc Behm und führte auch gleich selbst Regie.
Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Hauptsächlich gedreht in Israel, vereinigt der Streifen die üblichen Genre-Versatzstücke in einer unterhaltsamen Mischung: exotische Schauplätze, ein Super-Gimmick, das es zu zerstören gilt, und zwar durch einen Geheimagenten, schöne Frauen und ein entsprechender Orchesterscore. Letzterer ist zeitgemäß angereichert mit Vibraphon und Perkussionseinlagen sowie einem starken Orient-Touch.
Was hier aber so ein bisschen fehlt, ist das augenzwinkernd Leichte. Der Streifen kommt dermaßen ernst daher, dass man angesichts der Charakterzeichnungen tatsächlich anti-islamische Propaganda vermuten könnte. Klar: Zeig mir einen Eurospy-Film, der ein Herz für die Einheimischen – sehr häufig Asiaten – hat. Doch zumeist wird dies so überzogen und als Karikatur serviert, dass man drüber hinwegsieht.
Auffällig ist auch, dass in der deutschen Synchro die Bezüge geändert wurden. Im Original hießen beispielsweise Ten Hermsen, seine Tochter und seine rechte Hand, Jan Tuin (Hans v. Borsody), nicht nur anders; die Wissenschaftler waren auch als Deutsche und Alt-Nazis angelegt. Dies verwischt die deutsche Fassung, in der zudem auch nicht mehr von Ägypten, sondern von Arabien die Rede ist.
Doch abgesehen von der zweifelhaften politischen Intention, die dem Streifen möglicherweise innewohnt, handelt es sich um einen unterhaltsamen Vertreter, den man sich ruhig mal geben kann.

Rating: $$$+

Splatter:

1/10

 

 

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