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Info

OT: 
Voici le temps des assassins

Jahr: F 1956
R, B: Julien Duvivier
B: Charles Dorat, Maurice Bessy
K: Armand Thirard
M: Jean Wiener
D: Jean Gabin, Danièle Delorme, Gérard Blain, Germaine Kerjean

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

André Chatelin (Jean Gabin) ist nicht nur einer der besten Köche von Paris, sondern auch Inhaber eines „In“-Restaurants am Großmarkt. Hier schlürfen nicht nur die Jungs von der Straßenreinigung ihren morgendlichen Pastis, sondern nehmen auch die höchsten politischen Kreise ihr Edelfresschen zu sich.
Eines Abends schlägt die junge Catherine (Danièle Delorme) in Andrés Schuppen auf und stellt sich als Tochter seiner Ex Gabrielle vor, von der André seit 22 Jahren geschieden ist: Mütterchen sei vor einer Woche in Marseille verschieden, Töchterchen jetzt ganz allein und mittellos. Der gutherzige Gastronom nimmt sich des Mädchens an, verschafft ihr Obdach und Job in seinem Restaurant. Gleichzeitig verfällt der Student Gérard (Gérard Blain), nicht nur Andrés bester Freund, sondern auch fast so etwas wie ein Sohn, den Reizen Catherines.
Aber die rehäugige Schönheit verfolgt konsequent und geschickt ganz eigene Pläne, und die sind rein materiell ausgerichtet. Als erstes treibt sie einen Keil zwischen André und Gérard, die gar nicht wissen, wie ihnen geschieht. Trotz aller Warnungen seiner alten Amme (Gabrielle Fontan) und seiner Mutter (Germaine Kerjean) heiratet André Catherine schließlich sogar. Die könnte jetzt Phase zwei ihres unfeinen Plans einläuten, doch der Zufall öffnet André allmählich die Augen. Und so ist für Catherine rasches Handeln angesagt, will sie nicht von den Fleischtöpfen vertrieben werden. Doch dafür braucht sie Gérard, den sie wieder um den Finger wickelt.

Zitate

Jetzt gibt’s nur noch eine Lösung: lieber Witwe als geschieden.“

„Unfälle … Wenn man sie braucht, passieren sie nie.“

„Ich hab‘ sie bis hier, deine beschissene Liebe.“
(Cathérine ist nicht so der romantische Typ)

Die Kritik des Gunslingers:

Julien Duvivier, einer der renommiertesten französischen Filmregisseure, hat sich seit Beginn seiner Karriere wohl durch alle Filmgenres gearbeitet. Zumindest seine Krimis sind schöne Beispiele, wie sich amerikanische Gangsterstreifen und Film noirs und ihre französischen Gegenstücke gegenseitig inspirierten. Dabei sind Duviviers Film immer unleugbar französisch geblieben – im Gegensatz etwa zu den Werken Melvilles.
„Der Engel …“ enthält eine klassische, auch im US-Kino gebräuchliche Noir-Konstellation: Eine eiskalte Femme fatale bricht in das Leben gutgläubiger und –mütiger Normalbürger ein. Die sind zwar nicht wirklich naiv, werden aber so überfahren durch die Winkelzüge der Schurkin, dass ihnen die Ohren schlackern.
Das Timing des Films könnte nicht besser sein. Als Cathérine auftaucht, schüchtern und allein, deutet eigentlich noch nichts darauf hin, was sie im Schilde führt. Doch bereits da gibt’s sachte Verwerfungen: die Warnungen der alten Amme und von Andrés Mutter; die instinktive Abneigung, die ihr Außenstehende entgegenbringen. Dann werden wir Zeuge von Cathérines Lügen, mit denen sie André und Gérard gegeneinander ausspielt. Ab Mitte des Films ist der Plan klar und damit eine zusätzliche Stellschraube eingedreht, um die Spannung zu dosieren.
Klassisch noir ist das Element des Zufalls, ein Element, das der Mensch nicht steuern kann, das aber sein Schicksal maßgeblich beeinflusst. Auch hier sind es immer wieder Zufälle, die die Handlung weiter vorantreiben: So taucht ein Bekannter (Robert Manuel) aus Cathérines früherem Leben zufällig in Andrés Restaurant auf, wo er sie erkennt und den ersten Schatten des Zweifels an den Absichten seiner Frischangetrauten bei André aufziehen lässt. Und es muss ein weiterer Zufall her, um André endgültig den Weichzeichner von der Linse zu wischen. Aber da ist es bereits zu spät.
Klasse Schauspieler und Atmo. Allerdings ziehe ich einen knappen Halben ab wegen des etwas weit hergeholten Finales (Zwinkern).

Rating: $$$$$-

Splatter:

0/10