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French Connection II

Info

OT: 
French Connection II

Jahr: USA 1975
R: John Frankenheimer
B: Alexander Jacobs, Robert & Laurie Dillon
K: Claude Renoir
M: Don Ellis
D: Gene Hackman, Bernard Fresson, Fernando Rey, Philippe Leotard

Quelle: TV (ServusTV)

 

Inhalt

Nachdem ihm Alain Charnier (Fernando Rey), Chef der „French Connection“, in New York entwischt war, war auch die Karriere von Jimmy „Popeye“ Doyle (Gene Hackman) im Drogendezernat beendet. Nun reaktiviert man den raubeinigen Detective und schickt ihn nach Marseille, um dort Charnier aufzuspüren. Er ist der Einzige, der den Boss identifizieren kann. Unterstützen sollen ihn dabei vor Ort Kommissar Henri Barthélémy (Bernard Fresson) und seine Mannschaft.
Doch massive Sprachprobleme und sein Verhalten machen Popeye schnell zum einsamsten Menschen in Marseille. Dann kommt durch sein Ungestüm auch noch ein ins Syndikat eingeschleuster Undercoverpolizist ums Leben. Nicht gerade zuträglich für die Beziehungen zu den französischen Kollegen.
So bleibt’s nicht aus, dass Charnier Wind davon bekommt, dass sein Erzfeind ihm nach New York nun das vergleichsweise beschauliche Heimatrevier zu vergällen droht. Er lässt Doyle eines Nachts auf offener Straße entführen. In einem abgeranzten Hotel setzt er ihn drei Wochen lang auf eine strikte Heroin-Diät, um rauzukriegen, was der gute Popeye weiß. Nicht viel, wie sich herausstellt.
Also stellt man Doyle, versehen mit einer gesunden Überdosis, wieder den französischen Cops zu. Doch Popeye ist ein zäher Hund: Mit Unterstützung und Rückendeckung Barthélémys gelingt ihm nicht nur der kalte Entzug, sondern auch Charnier wieder auf den Pelz zu rücken.

Zitate

Popeye haut ein paar raus:
Was hat meine Akte im Scheißhaus zu suchen?“
„Ich wär‘ lieber bei der Heilsarmee in New York als französischer Präsident.“
„Wer soll denn das essen?? Holt ihr das aus dem Krematorium?“

Bartélémy: „Warum gehen Sie nicht nach New York zurück und erschießen Polizisten? Das ist das, was Sie am besten können.“

Doyle: „Leck mich am Arsch!“ – Barthélémy: „Nein, mein Freund. Hier leckt nur einer, und zwar Sie mich.“

Doyle: „Ich hocke hier neben der Scheißhaustür, während ihr die Medaillen absahnt. Richtig?“ – Barthélémy: „Richtig. Erraten.“

Doyle: „Ich wird‘ dir sagen, was ich herausgefunden hab‘: Ich habe herausgefunden, dass du Scheiße frisst, du bekackter Vollidiot!“ – Charnier: „Die Auskunft reicht mir nicht, Mr. Doyle.“

Die Kritik des Gunslingers:

Vier Jahre nach dem von William Friedkin inszenierten Erstling versuchte sich John Frankenheimer an einer Fortsetzung, für die Teil Eins mit der Flucht Charniers sozusagen den Cliffhanger geliefert hatte. Indem er den Fokus eher auf Drama und Dialog legte als auf Action, verfolgte Frankenheimer einen etwas anderen Ansatz, der aber vor allem dank Gene Hackman ebenfalls weitgehend aufgeht.
Wenn man die Goldwaage dabei hat, erweist sich das Setting, Popeye in Marseille, als recht unrealistisch. Um einen Drogenboss zu schnappen, würde man kaum einen Typen in ein fremdes Land schicken, der weder der Sprache mächtig ist, noch vom Typ her unauffällig (Zwinkern). Da muss als Motivation, die etwas schräge Lockvogelnummer herhalten – der extrem auffällige Doyle wird Charnier anlocken wie der Scheißhaufen die Fliege –, die nicht so recht glaubwürdig ist. Zumal Doyle selbst wahrscheinlich schneller den Braten gerochen hätte, als er es hier tut.
So ist die Nummer aber auch gut für ein paar auf Missverständnissen und beiderseitigen Verhaltensauffälligkeiten beruhende Scherze. Außerhalb seines gewohnten Umfelds sitzt Doyle wie der sprichwörtliche Fisch auf dem Trockenen, gibt sogar hin und wieder unfreiwillig die Witzfigur: Schüchtert seine Präsenz in NYC selbst die härtesten Schurken ein, lachen in Marseille die Kleinganoven über ihn – nix verstehen. Aber, um hier den Kreis zu schließen, die Goldwaage führen wir nur recht selten im Handgepäck.
Kernstück des Streifens ist die Drogenepisode. Charniers Lümmel setzen den entführten Cop auf Heroin, um ihm dann über den einsetzenden Turkey Informationen abzupressen. Was auch gelingt, nur weiß Doyle halt tatsächlich nüscht. Der kalte Entzug im Keller des Polizeireviers, den Barthélémy organisiert und deckt, damit Doyle nicht aus der Polizei fliegt, ist eine schauspielerische Tour de Force für Gene Hackman. Hut ab. Was ich aber hier rumzumäkeln habe: Während der gesamten rund halben, dreiviertel Stunde Filmzeit passiert an Außenhandlung nix mehr; der Plot kommt zum Stillstand. Dank Gene Hackman macht das nicht allzu viel, doch eigentlich empfinde ich das nicht als so gelungenen Schachzug.
Doch nachdem Popeye nach mehrwöchiger Auszeit wieder am Start ist und sich wieder einigermaßen fit gesportelt hat, legt der Streifen etwas mehr Makeup auf. Spätestens, als der rachsüchtige Doyle die Bruchbude mit Benzin und Zippo abfackelt, in der er gefangen gehalten wurde, kommt auch ordentlich Rouge dazu. Sehr gut wieder die obligatorische Verfolgungsjagd: Als Hommage an Teil 1 ist Doyle diesmal direkt hinter Charnier her. Hier geht’s erstmal zu Fuß gegen den ÖPNV von Marseille. Dann verfolgt er ebenfalls auf Schusters Rappen Charniers Yacht. Mit dem bekannten Finale (Zwinkern). All das fotografiert mit atemloser Steadycam.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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