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Geheimnisse in goldenen Nylons

Info

OT: 
Deux Billets pour Mexico

AT:
Dead Run (USA)
Segreti che scottano (I)

Jahr: F/D/I/USA 1967
R, B: Christian-Jaque
B: Michel Lewin
K: Pierre Petit
M: Gerard Calvi
D: Peter Lawford, Ira v. Fürstenberg, Georges Géret, Maria Buccella

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Der Franzose Charles Bruyère (Georges Géret), nur genannt „Carlos“, schlägt sich als Taschendieb in Berlin durch. Durch Zufall gerät er in die Entführung eines US-Diplomaten. Als einer der Entführer dem unerwünschten Zeugen dumm kommt, verpasst ihm Carlos ein paar auf die Omme und nimmt ihm den Koffer des Diplomaten ab, um dann im Berliner Verkehr unterzutauchen.
Zusammen mit seinem Hehler, dem Antiquitätenhändler Kordych (Jean Tissier), rückt Carlos dem gepanzerten Gepäckstück mit dem Schweißbrenner auf die Pelle. Zutage fördern die Beiden indes nicht die erhofften Moneten, sondern offensichtliche Geheimpapiere. Kordych, dem die Sache zu heiß ist, verzichtet auf seine Beteiligung und überlässt Carlos die Schose. Als letzten Freundschaftsdienst teilt er ihm aber noch eine Kontaktadresse in Zürich mit, um die Dokumente eventuell losschlagen zu können.
Aber inzwischen hat nicht nur die CIA in Gestalt des Agenten Stephen Daine (Peter Lawford) Witterung aufgenommen. Auch das Syndikat von Bardieff (Werner Peters), das hinter der obigen Entführung steckt, ist an Carlos dran, um sich die brisanten Papiere wiederzuholen. Zusammen mit Reisebekanntschaft Anna (Maria Buccella) flieht dieser über Paris nach Wien, wo er die letzte Möglichkeit sieht, die heiße Ware zu versilbern. Inzwischen häufen sich auch die Leichen.

Zitate

Bardieff: „Sucht nicht nach Entschuldigungen. Ihr habt keine.“

Bardieff: „Hat er gesungen?“ – Mandanne (Horst Frank): „Nein. Er starb zu schnell.“

Mandanne: „Sie vergessen eines: Der Tod ist immer der logische Schlusspunkt der Folter.“

Suzan (Ira v. Fürstenberg): „Spionage ist soooo kompliziert.“

Klaas (Siegfried Wischnewski): „Darf ich Sie zum Essen einladen? Sie machen mir Appetit.“ (Anna sieht aber auch wirklich lecker aus (wink))

Die Kritik des Gunslingers:

Anders, als es sein Titel suggeriert, handelt es sich bei vorliegendem Streifen nicht um einen weiteren Trittbrettfahrer auf der damals noch boomenden Eurospy-Welle. Vielmehr liegt dem Buch ein eher harter Agentenroman zugrunde. Diesen Stoff verbrämt Christian-Jaque aber mit den typischen Ingredienzien der Zeit – Lovestory, Humor, etwas Sixties-Atmo. Geht leider in diesem Fall ins Beinkleid, denn der Blend aus grimmem Agententhriller, Film noir und Zeitgeist gerät etwas unausgewogen.
Was nicht funktioniert, ist die Fokussierung auf eine Hauptfigur. Anstatt unseren gejagten Dieb im Zentrum zu behalten, schweift die Geschichte immer wieder ab zum ihn verfolgenden CIA-Mann. Für mich der Hauptschwachpunkt des Streifens, der in der Beziehung zwischen Daine und Kronzeugin und selbstredend Loveinterest Suzanne romantisch-komische Akzente setzt. Wie Lawford und die hübsche Ira einander umgarnen, während letztere ein wenig zu sehr als buntes, etwas naives Quietsche-Entchen dahergeschwommen kommt, ist extreeeem *hust.
Ebenfalls eher unpassend, wenn auch ganz unterhaltsam sind die klischeebehafteten Streifzüge durch die jeweiligen Spots: Berlin – grau, verregnet -, Zürich – etwas verpennt -, Paris – Hully Gully Nightlife – und Wien – geheimnisvoll, gefährlich. Der eigentliche Plot – der von allen Seiten Gejagte – hätte das Zeug zu einem wirklich tollen Agentenstreifen mit Noir-Touch gehabt. Korrupte Bullen, kompromisslose Verfolger, etwa in Gestalt des Sadisten Mandanne, dazu die entsprechende Fotografie und Ausleuchtung … Schade. 
Der routiniert aufspielende Cast spiegelt die internationale Produktion wieder. Brat-Pack-Mitglied Peter Lawford und Glamour-Girl Ira von Fürstenberg führen die Liste an. Als Carlos ist der Franzose Georges Géret zu sehen, während ihm zur Seite die schöne Italienerin Maria Buccella gestellt ist. Die Dritte der „Miss Europa“-Wahl 1959 war die gesamten Sechziger gut im Geschäft. In den Nebenrollen tummelt sich ein Who is Who des deutschsprachigen (Genre)Films: Werner Peters, Hotte Frank (seltsamerweis‘ synchronisiert von Klaus Kindler), Herbert Fux, Eva Pflug, Wolfgang Preiss, um hier nur einige zu nennen. Alles in allem ein Potpourri der verschenkten Möglichkeiten.

Rating: $$$ (Trash: $$$)

Splatter:

1/10

 

 

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