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Girl from the Naked Eye, The

Info

OT: 
The Girl from The Naked Eye

Jahr: USA 2011
R: David Ren
B: David Ren, David Madill, Jason Yee
K: Max Da-Yung Wang
M: Danny Manor
D: Jason Yee, Samantha Streets, Ron Yuan, Gary Stretch

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Sandy White (Samantha Streets) ist 16 Jahre alt und Nutte mit Ausstiegsambitionen. Der Ausstieg gelingt ihr dann auch, allerdings anders als erhofft, nämlich mit einer tödlichen Kugel im Gekröse. Ihr Fahrer und Freund Jake (Jason Yee), ein gescheiterter Glücksspieler mit 100 Riesen Schulden bei den falschen Leuten, findet die Leiche. Da von den Bullen keine Hilfe zu erwarten ist, macht er sich auf eigene Faust auf, Sandys letzte Stunden zu rekonstruieren und den Mörder zur Strecke zu bringen.
Der erste Weg führt ihn zu ihrem gemeinsamen Boss Simon (Ron Yuan), Besitzer des Bumsschuppens „The Naked Eye“. Dem leiert Jake unter Anwendung des unmittelbaren Zwangs das geheime Kundenbuch seiner Schwalben aus dem Kreuz. Zusammen mit Sandys Dienst-Handy ergeben sich jetzt Ansatzpunkte für den Rachefeldzug. Aber mit dem korrupten Bullen Lieutenant O’Malley (Gary Stretch), stiller Teilhaber an Simons Geschäften, sitzt ihm ein unerbittlicher Feind im Nacken, der ihn tot sehen will.

Zitate

Bulle: „Hatten Sie einen Grund, sie umzubringen? Immerhin hat sie wild rumgevögelt“ – Jake: „Erlauben Sie. Sie war meine Freundin!“„Wir haben sechs Gummis in ihrer Handtasche gefunden. Das sind sechs mehr als üblich.“

Simon: „Roxy! Zieh deinen Bauch ein: Du siehst aus wie ein verficktes Flussferd."

Simon: „Du solltest dir ein Hobby suchen: Golf oder strick einen verfickten Pullover.“

Die Kritik des Gunslingers:

Ich muss es ja zugeben: Aus eigenem Antrieb hätte ich den Streifen wohl keines weiteren Blickes gewürdigt, denn ich bin weder Freund von Action- noch von Kampfsport-Streifen. Doch dann landete das Teil eher zufällig in meinem Player, und siehe da: Ich muss sagen, ich hätte was verpasst.
Der Streifen entführt in eine mit kräftigem Comic-Strich gezeichnete Welt des Zwielichts, eine „Twilight-Zone“, in der es weder Tag wird, noch irgendwelche Hoffnungsschimmer die Tristesse erhellen. Einzig positive Figur ist Sandy, die immerhin Visionen von einem besseren Leben verfolgt und auch umzusetzen sucht. Was ihr dann letztlich das zarte Genick bricht, womit die traurige Welt wieder im Lot ist. Alle anderen nämlich lassen sich eher willenlos in einem Gemisch aus niederen Instinkten, wie Gier und Hass, und Selbstaufgabe treiben.
Strukturell gliedert sich der Streifen in zwei Erzählebenen. Im Thrillerplot, der Gegenwart also, beobachten wir Jake und seine Feinde bei ihrem Katz-und-Maus-Spiel. Der romantische Strang ist als Rückblende angelegt und erzählt die chancenlose Liebesgeschichte von Jake und Sandy. Optisch und von der Erzähltechnik haben die Macher offensichtlich einen kräftigen Schluck aus der Pulle mit den alten Noirs genommen. Trotz der mitunter kräftigen Neon-Farben bleibt der Streifen besonders in der ersten Hälfte den Altvorderen verpflichtet: dauernd geschlossene Jalousien, hinter denen sich Ventilatoren drehen, während draußen der Regen den Asphalt peitscht. Entsprechend ausgeleuchtete Hotelzimmer und Wohnungen, in denen üble Geschäfte mit mehr als zwielichtigem Personal laufen. Klassisch halt. Dazu beleuchtet Jake auch als Off-Erzähler die Geschichte, deckt Beziehungsgeflechte auf und gibt Einblick in seine finstere Gedankenwelt.
Zwar gibt’s auch ordentlich auf die Zwölf, denn Jake ist eine echte Kampfsau, doch generell bleibt der Streifen stilsicher. Mit zunehmender Dauer gerät diese Stilsicherheit zwar ein wenig unter die Räder, aber bevor einem das so richtig auffällt, ist der kleine Film schon wieder vorbei. Eine insgesamt positive Überraschung.
Hauptdarsteller Jason Yee skriptete den Streifen nicht nur mit, sondern war auch Co-Produzent und 2nd Unit-Regisseur.

Rating: $$$$

Splatter:

4/10

 

 

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